Genau schauen, was hinten rauskommt

Sie gehören zu den stark bedrohten Tierarten: die Schneeleoparden. Und nun stellt sich heraus, dass sie noch stärker bedroht sind als sowieso schon befürchtet. Tja, der Leser merkt schon: Wieder nichts Positives aus der Tierwelt. Oder vielleicht doch? Ach, das soll am Ende jeder selbst entscheiden.

Die Sache ist die: Schneeleoparden leben äußerst zurückgezogen im Himalaya. Man kann sie in den schwer zugänglichen Gebieten kaum beobachten. Und so beruhen die bisher angenommenen Bestandszahlen von 350 bis 500 Tieren auf Schätzungen. Nun aber haben Forscher eine neue Methode entwickelt, die genauere Rückschlüsse auf die Population zulässt: Sie nehmen genetische Analysen von Kotresten vor.

Diese Analysen haben ergeben, dass in der letzten Zeit ein hoher Anteil von Kotproben, die man Schneeleoparden zugeordnet hatte, gar nicht von diesen scheuen Raubkatzen stammen. Damit ist die von der Zahl der Proben abgeleitete Schätzung der in der jeweiligen Gegend lebenden Individuen zu hoch gegriffen. Außerdem war man bislang davon ausgegangen, dass die Proben von mehr verschiedenen Tieren stammen. Die DNA-Analysen zeigten jedoch, dass mehr Proben identisch waren als angenommen. Nun muss man also ganz neue Schätzungen vornehmen – und das verheißt nichts Gutes für diese wunderbaren Tiere.

Die Forscher sehen trotzdem einen Hoffnungsschimmer. Weil sich mit der neuen Methode zum ersten Mal ganz genau nachweisen lässt, wo sich einzelne Schneeleoparden aufhalten, kann man auch besser eingrenzen, welche Gebiete unter einen speziellen Schutz gestellt werden müssen. Über die neuartige Analyse haben die Wissenschaftler neun Individuen eindeutig identifizieren können. Diese neun Tiere wiederum leben in zwei verschiedenen Schutzgebieten in Nepal. Es handelt sich um drei Männchen und sechs Weibchen, und damit besteht die Aussicht, dass die Tierart fortbestehen kann. Nun sollen auch in anderen Schutzgebieten Kotproben gesammelt und analysiert werden. So wird es bald zuverlässigere Zahlen als die bisherigen groben Schätzungen geben.

Wer sich also dem Optimismus der Forscher anschließen möchte – bitteschön! Hoffen wir das Beste, lieber Leser!