Wie die ÖDP die Delfin-Lagune schlechtredet

Vielleicht erinnert sich der eine oder andere Leser an den Juli dieses Jahres, als kurz vor Eröffnung der Delfin-Lagune im Nürnberger Tiergarten ÖDP-Stadtrat Thomas Schrollinger ankündigte, er werde zu dieser Veranstaltung nicht hingehen. Ich habe hier im Blog darüber geschrieben. Nun beglückte Herr Schrollinger die Nürnberger Journalisten erneut mit einer Pressemitteilung. Dazu folgendes:

„Thomas Schrollinger lässt in Sachen Delfin-Lagune im Tiergarten nicht locker.“ So beginnt der Stadtrat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) eine Pressemitteilung, die er diese Woche verschickt hat. Überschrift: „ÖDP-Stadtrat hakt nach.“
Nun ist es nichts Neues, dass Schrollinger die Lagune ablehnt. Neu ist allerdings, dass er mit falschen Zahlen operiert – genau das aber dem Tiergarten vorwirft. Der Zoo habe Ende September niemals den millionsten Besucher dieses Jahres begrüßen können, weil da noch 126 500 Besucher zu dieser Summe gefehlt hätten, behauptet Schrollinger. Dumm gelaufen: Der ÖDP-Stadtrat hat bei seiner Rechnung den Monat Juli vergessen. Das sagt jedenfalls der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau. Zum Stichtag am 29. September waren es sogar über eine Million – nämlich 1 022 000 Besucher.
Dass die ursprünglich für die Lagune auf 24 Millionen Euro festgelegten Baukosten überschritten werden, wird durch Schrollingers Wiederholung ebenfalls nicht neuer. Und auch wenn der ÖDP-Stadtrat es bezweifelt: Der Tiergarten könne die Mehrausgaben durch Mehreinnahmen schultern, versichert der Zoo.  Entstanden ist die für ein Bauprojekt dieser Größenordnung durchaus übliche Überschreitung beispielsweise durch die Beschleunigung der Baumaßnahmen (damit die Lagune rechtzeitig eröffnet werden konnte), den Einbau einer Hebebühne im Rundbau des Delfinariums und durch die Beckenrandsicherung.
„Die eigentliche Frage ist, mit welchen Mitteln gearbeitet wird, um einen ‚Erfolg‘ des Prestigeobjekts ‚Lagune‘ herbeizureden.“ So beendet Schrollinger seine Pressemitteilung. Gegenfrage: Mit welchen Mitteln arbeitet eigentlich Herr Schrollinger, um das Projekt wieder einmal in Verruf zu bringen?

33 Kommentare in “Wie die ÖDP die Delfin-Lagune schlechtredet

  1. Seltsame Ansichten von den Aufgaben eines Stadtrats haben sie da. Es ist die vornehmste Aufgabe eines Stadtrats auf die korrekte und vernünftige Verwendung der Steuermittel zu achten. Was der Herr Schrollinger hier macht. Es ist nicht die Aufgabe eines Stadtrats Geldverschwendung schönzureden. Und die Lagune im Nürnberger Tiergarten ist so eine sinnlose Geldverschwendung. Dabei ist es egal wieviele Besucher der Tiergarten nach der Eröffnung der Lagune hat, dies ist wegen des Neugiereffekts ohnehin nicht representativ. Es ist auch interessant wie die Besucherzahlen überhaupt gezählt werden, wahrscheinlich ist es ohnehin nur eine Schätzung die nichts aussagt. Ausschlaggebend sind die harten Einnahmezahlen, die werden aber nicht veröffentlicht. Die Lagune wird mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Stadt Nürnberg zum Draufzahlgeschäft. Und das alles nur weil der alte Prölß unbedingt weiter ein Delfinarium haben wollte. Eigentlich sollten da alle 70 Stadträte auf die Barrikaden gehen.

    • @Wolferl,
      ich habe nie bestritten, dass ein Stadtrat die Aufgabe hat, auf die vernünftige Verwendung von Stuermitteln zu achten. Natürlich hat er diese Aufgabe. – Aber er darf dabei nicht mit falschen Zahlen operieren.

      • @uwo,

        Warum sollen denn die Zahlen des Herrn Mägdefrau nicht falsch sein? Und wie kommt der Herr Mägdefrau denn zu solchen Zahlen? Werden die einfach so geschätzt oder sind diese Eintrittszahlen irgendwie nachvollziehbar? Wieviel konkrete Mehreinnahmen hat denn der Tiergarten wirklich im Zeitraum seit der Eröffnung der Lagune im Vergleich zu den Einnahmen, sagen wir im Durchschnitt der letzten drei Jahre mit dem alten Delfinarium? Das sind doch die Zahlen die wirklich interessieren und nicht die völlig inhaltslosen und irrelevanten Jubelzahlen des Herrn Mägdefrau.

        • @Wolferl,
          also – ich verstehe nicht, was daran so schwierig sein soll, verkaufte Eintrittskarten zu zählen. Ich kann nachvollziehen, dass Sie an Besucherzahl-Schätzungen bei Veranstaltungen wie der „Blauen Nacht“ oder dem Bardentreffen oder auch dem Volksfest zweifeln, aber verkaufte Karten sind verkaufte Karten. Glauben Sie auch, dass Einrichtungen wie Schauspiel, Oper oder Museen lügen, wenn sie Besucherzahlen angeben?

        • @Uwo,

          Wie werden denn dann die Spezialkarten gezählt? Wieviel Eintritte kommen denn dann auf eine Jahreskarte? 3, 5, 10 oder 50? Wieviele Eintritte werden pro Familienkarte gezählt 3, 4 oder 5 und mehr? Wieviele Eintritte werden bei Schulklassen gezählt? Wieviele Eintritte bei anderen Gruppentickets? Das ist doch alles völlig willkürlich. Wenn die Stadt jede Schulklasse in Nürnberg einmal im Jahr zum extrem verbilligten Preis in den Tiergarten treibt, kommt man gleich auf gut 50.000 Besucher, die aber wirtschaftlich wenig bringen. Deswegen kommt es auf die konkreten und harten Einnahmezahlen an wenn man die Wirtschaftlichkeit der Lagune beurteilen will. Und nicht auf irgendwelche vorgeblichen Besucherzahlen.

        • @Wolferl,
          o.k., dann müssten wir uns darauf einigen, dass in keiner öffentlichen Einrichtung Besucher gezählt werden können. Meiner Meinung nach bringen aber durchaus auch Gruppen-Karten wie bei Schulklassen etwas ein – wenn auch weniger als Einzelbesucher. Aber die Menge macht es doch. Und noch eins: Die „Wirtschaftlichkeit der Lagune“ kann man sowieso nicht nicht ermitteln.

    • @Wolferl, was „Geldverschwendung“ ist und was nicht, ist eine ganz subjektive Einschätzung. Meiner Meinung nach ist es keine Geldverschwendung, wenn ein Tiergarten die Haltung seiner Tiere optimiert. Andere Zoos investieren in die verbesserte Elefantenhaltung, Nürnberg hat sich für die Meerestiere entschieden.
      Ob die Kosten in den nächsten Jahren durch Eintrittsgelder eingenommen werden oder ob die Lagune ein „Draufzahlgeschäft“ wird, werden die nächsten Jahre zeigen. Alle Prognosen sind an dieser Stelle verfrüht.

  2. Ich sehe es genauso wie Wolferl, es ist selbstverständlich die Aufgabe von Stadträten, städtische Projekte und damit verbundene Ausgaben aufmerksam zu betrachten. Frau Wolfs Vorwurf, Herr Schrollinger operiere mit falschen Zahlen, ist selbst eine falsche Aussage. Schließlich hat er nichts behauptet, sondern nachgefragt und dabei die vom Tiergarten selbst veröffentlichten Zahlen zugrunde gelegt. Richtig ist, dass bei diesen Angaben der Monat Juli fehlt. Eigentlich verwunderlich, da man in diesem Jahr doch nur Erfolgszahlen zu vermelden hatte. Die Auskunft von TG-Vize Mägdefrau legt nun nahe, dass die fehlenden rund 126.000 Besucher im Juli vor Eröffnung der Lagune gekommen sein sollen – im September waren es bei deutlich besserem Wetter und zeitweise noch Sommerferien lediglich 6.000 Besucher mehr. Da hatte die „Stahlkraft“ der Lagune wohl schon nachgelassen.

    Von Lagune-Kritikern wurden Kostensteigerungen auf Grund vorliegendender Erfahrungen mit anderen großen Bauprojekten vorhergesagt, von den verantwortlichen Politikern und der Tiergartenleitung jedoch stets verneint. Gewusst haben sie´s sicherlich auch und handeln jetzt nach dem Motto „Was schert mich mein Geschwätz von gestern!“
    Ein Stadtrat, der hier kritisch nachfragt, wird seiner Verpflichtung gegenüber den Bürger/innen gerecht und bringt damit nichts in Verruf. Das erledigt das Lagune-Projekt schon selbst mit ausufernden Kosten, toten Delfinbabys, nicht funktionierenden Delfingruppen….

  3. Die Wirtschaftlichkeit der Lagune lässt sich nicht zwar nicht mehr wie in der Vergangenheit messen, als der Eintritt für Tiergarten und Delfinarium getrennt gezahlt werden mussten. Mit dem neuen Einheitsticket ist das nicht mehr möglich. Es lässt sich jedoch sehr wohl feststellen, ob die neue Delfinanlage dauerhaft den Besucher- und vor allem den Einnahmezuwachs bringt, den sich Stadt und Tiergarten erhoffen und der für das eingeschlagene Finanzierungsmodell – Refinanzierung der Millionenkredite über Einnahmen – unbedingt erforderlich ist. Aufschluss darüber gibt der Jahresbericht, in dem nicht nur Besucherzahlen, sondern auch Kosten- und Einnahmesituation dargestellt werden müssen. Der Bericht für 2011 erscheint natürlich erst im nächsten Jahr. Anzumerken ist noch, dass der Tiergarten noch nie kostendeckend gearbeitet hat. Selbst in 2008 nicht, als Eisbärin Flocke von Medien, Stadt und Tiergarten gnadenlos vermarktet wurde und Besuchermassen in den Tiergarten strömten.

    • @Cornelia,

      Die Wirtschaftlichkeit war DAS Argument für den Bau der Lagune. Da wurde sogar ein Gefälligkeitsgutachten von Rödl & Partner bestellt, der diese Wirtschaftlichkeit ausweisen sollte. Die Wirtschaftlichkeit is relativ einfach nachzuweisen. Es müssen jetzt höhere Einnahmen vorhanden sein als früher, dieser Einnahmezuwachs muss die Betriebskosten der Lagune plus Verzinsung der rund 30 Millionen Baukosten plus Abschreibung 2,5 % der Baukosten ausmachen. Zinsen und Abschreibung werden schon alleine fast 2 Milionen Euro pro Jahr ausmachen, das alleine sind rund 150.000 zusätzliche vollzahlende Besucher jedes Jahr. Und wenn die Energiekosten wie zu befürchten ist weiter explodieren werden die Betriebskosten den Tiergarten ruinieren. D.h also die Stadt Nürnberg muss zuzahlen, zu Lasten wirklich nützlicher Aufgaben der Stadt. Macht ja nichts, Hauptsache der alte Prölß hat seine Delfinplantschbecken bekommen, hat der OB Maly die Nürnberger Bevölkerung halt mal wieder wegen der Nürnberger Stadtfinanzen angelogen.

      • @Wolferl,
        ich schätze Ihre Kommentare sonst immer sehr. Aber ich bitte Sie, auf Bezeichnungen wie „der alte Prölß“ ab sofort zu verzichten – sie sind einfach beleidigend. Auch dass OB Maly als Lügner hingestellt wird, kann ich hier nicht durchgehen lassen. Ich lösche Kommentare sonst nicht, weil ich für freie Meinungsäußerung bin. Aber beim nächsten Mal muss ich leider zu diesem Mittel greifen.

    • @Cornelia, Es sollte nicht immer nur um Ausgaben und Wirtschaftlichkeit gehen, sondern auch um eine verbesserte Tierhaltung. Und diese wurde sogar von der WDCS (nicht zu verwechseln mit dem WDSF) bescheinigt. Zitat von Dr. Karsten Brensing (WDCS) in der Main Post vom 29. Juli 2011: „Eine Verbesserung der Haltungsbedingungen ist sie (Anmerkung Susanne: die Lagune) in jedem Fall.“

      • @Susanne,

        Ob in den neuen Betonbecken im Tiergarten Thunfische oder Delfine oder Seekühe oder das Monster von Loch Ness oder auch gar nichts schwimmt ist mir persönlich völlig egal. Der Skandal ist für mich, dass aufgrund von Einzelinteressen hier eine Steuergeldvernichtungsmaschine aus Beton in den Nürnberger Tiergarten getackert wurde an der die Steuerzahler und Bürger der Stadt Nürnberg noch Jahrzehnte tragen müssen.

        • @Susanne

          Woher wollen sie denn wissen ob die Besucher des Tiergartens die Lagune wollen? Nur ein Bruchteil der Tiergartenbesucher hat früher das Delfinarium besucht und auch dafür gezahlt. Doch jetzt ist jeder Tiergartenbesucher gezwungen für die Lagune mitzuzahlen. Da ist dann klar, dass da jeder mal neugierhalber reinschaut, wenn eh schon zwangsweise dafür bezahlt ist. Der Nürnberger Tiergarten würde auch ohne Delfine bestens funktionieren. Und das zum halben Eintrittspreis und ohne Defizit. Ich werde jedenfalls den Tiergarten nicht mehr betreten und ich wohne Luftlinie keinen Kilometer entfernt. Und es kotzt mich an, dass in Nürnberg für alle Nürnberger die Grundsteuer erhöht werden muss, damit das Defizit aus der Lagune ausgeglichen werden kann, damit alle Delfinfetischisten aus Süddeutschland hier in Nürnberg ihre Neigung austoben können. Wenn das Ausstellen von Delfinen wirklich so eine wichtige Staatsaufgabe wäre, soll es der Freistaat oder der Bund machen und nicht die Stadt Nürnberg auf Kosten der Nürnberger Steuerzahler.

      • @Susanne,
        Sie scheinen das Thema des Blog-Artikels „Wie man einen Delfinlagune-kritischen Stadtrat schlechtredet“ und den Diskussionsverlauf nicht richtig verstanden zu haben. In meinem ersten Beitrag habe ich zum Blog-Thema Stellung genommen und mein zweiter Beitrag zur Frage der Wirtschaftlichkeit bezog sich auf den von Wolferl, der diesen Punkt thematisiert hat und zu dem ich auch etwas beizutragen hatte.
        Daraus zu schlussfolgern, dass mich die Haltungsbedingungen der Delfine nicht interessieren, finde ich ziemlich abwegig.
        Genauso abwegig ist es, Dr. Karsten Brensing als Befürworter der Lagune erscheinen zulassen, was Sie mit Ihrem Zitat offenbar beabsichtigen. Er hat die Anlage als völlig falsch konzipiert (u.a. die Zergliederung in mehrere kleine, zerklüftete Becken statt einer großen Wasserfläche) und viel zu klein (Anlage müsste mind. um den Faktor 1000 größer sein) kritisiert. Das Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen und gibt nicht die Position von Herrn Brensing wieder, der mir im übrigen auch persönlich bekannt ist.
        Die Anfrage von Herrn Schrollinger umfasst weitere Punkte, die auch die Tierhaltung betreffen.
        http://www.oedp-nuernberg.de/index.php?page=307

        • @Cornelia, mir ging es mit Karsten Brensings Zitat darum, aufzuzeigen, dass mit dem Bau der Lagune die Tierhaltung verbessert wurde. Es ist jedem bekannt, dass die WDCS gegen die Delfinhaltung ist, sonst könnte sie auch ihren Status als Delfinschutzorganisation gar nicht aufrechterhalten.
          Man sollte außerdem im Auge behalten, dass nicht nur die Delfine, sondern auch die Seekühe ein viel größeres Areal erhalten haben. Wie ich schon angemerkt habe, liegt der Schwerpunkt des Nürnberger Tiergartens auf wasserlebenden Tieren, andere Zoos investieren in eine verbesserte Haltung von Landsäugetieren. Eine Optimierung der Tierhaltung – egal ob für Land- oder Wassertier – ist meiner Meinung nach im jeden Fall gerechtfertigt und wird auch vom Besucher gerne mitgetragen.
          Doch ich möchte jetzt die Diskussion (von meiner Seite jedenfalls) beenden, denn bei einem Meinungsstreit gibt es bekannterweise keine Sieger und Verlierer, sondern verschiedene Wahrheiten, denen man sich anschließen kann.
          Ich wünsche Ihnen, Wolferl und natürlich auch Ute Wolf, deren Berichte ich immer gerne lese, eine schöne und ruhige Adventszeit.
          Ich freue mich schon heute auf meine nächste Reise zu den frei lebenden Delfinen, die bereits gebucht ist :o)) Aber auch den Nürnberger Tiergarten werde ich immer wieder gerne besuchen.
          In diesem Sinne, tschüs!

        • @Cornelia,
          immer wieder schön, wie sich Befürworter der Delfinhaltung in Betonbecken – neben Ute Wolf hier nun Susanne – auf sachliche und berechtigte Argumente reagieren: Entweder ironisch oder geordnet den Rückzug antretend!

          Plötzlich wird stillschweigend vorausgesetzt, dass jeder den WDCS und dessen Haltung kennt, plötzlich stehen auf einmal auch die Seekühe im Fokus (Ablenkung vom heißen Eisen „Delfine“), plötzlich vergeht einem offenbar die Lust am diskutieren und man beendet diese halt einfach!

          Na dann, auf Kosten der Umwelt zum x-ten Mal wieder zu den Delfinen düsen, um persönliche Bedürfnisse (sind ja so existenziell!) zu erfüllen!
          Klar, Filme genügen ja manchen Menschen nicht!

  4. Dass der Nürnberg OB Maly „Schwierigkeiten mit der Wahrheit“ bezüglich des Nürnberger Stadthaushalts hat, lässt sich unproblematisch aus dieser Pressemitteilung der Stadt Nürnberg entnehmen:

    http://www.nuernberg.de/presse/mitteilungen/presse_10650.html

    Und dass der Willy Prölß nicht nur objektiv alt ist, sondern über seinen Sohn, den jungen Prölß als Sozialreferent, sowie über weitere SPD Marionetten noch bedeutenden Einfluß in der Nürnberger Stadtpolitik hat ist ebenso eine Tatsache und keine Beleidigung. Dass der Prölß (senior) sich besonders gerne beim Tiergarten einmischt ist auch kein Geheimniss.

  5. Immer wieder schön, wie Fr. Wolf mit ihrer lockeren und nicht immer qualifizierten Feder von Blog-Teilnehmern zum Rückzug gezwungen wird – Bsp. Besucherzahlen.
    Auch was den Sinn oder besser Unsinn der DelfinLagune anbelangt, wäre es ein Leichtes, ihr das Wort zu reden.
    Aber solange die NZ sie halt walten und schalten läßt und sie noch lesendes Publikum hat, werden wir sie weiterhin aushalten müssen und freuen uns wieder auf ihre künftigen Attacken!

      • @uwo,
        Ja, ich höre heute schon Fr. Wolf, wenn die Hebebühne für die Delfine fertig ist, wie sie in höchsten Tönen von dieser techn. Errungenschaft schwärmt! (Ist ja bereits in einem NZ-Artikel ansatzweise so geschehen)

        Man überlege sich nur: Eine Hebebühen für Tiere, ja sogar WILDtiere, um sie in der Trächtigkeitsphase besser untersuchen zu können! Wo soll das alles nur hinführen?
        Als nächstes kommt dann der erste Unterwasser-Inkubator für frühgeborene Delfine?
        Absurd, moralisch und ehtisch verwerflich, und dies alles nur, um Geld in die Kasse zu bringen!
        NEIN DANKE!!!

        • @HaJü, warum eine Hebebühne moralisch verwerflich ist, verstehe ich nicht. Die Anatomie der Delfine ist kompliziert, man kann ein krankes Tier nicht eben schnell mal mit dem Pusterohr betäuben und es dann untersuchen – wie andere Zootiere. Delfine atmen bewusst und eine Narkose wäre also lebensgefährlich. Ich begrüße es, dass die Tierärzte mithilfe der Hebebühne schnell reagieren und einem kranken Tier helfen können.

        • @HaJü,
          Sie Anatomie eines Delfins ist im Prinzip auch nicht komplexer als die anderer (Säuge)Tiere.
          Komplex ist hingegen die Kombination des kraftvollen Delfins mit seinem glatten Körperbau in Verbindung mit dem Element Wasser! Hier zeigt sich eben auf ganz natürliche Art und Weise, wie wenig Delfine art- bzw. naturgerecht gehalten werden können!!!

          Sicher ist es natürlich, dass Delfine in Gefangenschaft stärker Krankheiten ausgesetzt sind als in Freiheit – ich möchte nicht wissen, was der Tiergarten alles tut, um dies zu verhindern (regelmäßige Blutabnahme, vorsorgliche Medikation, riesiger Filteraufwand zur Fakälienbeseitung usw.).

          All das Genannte zeigt doch, dass solche Wildtiere am wenigsten für eine Gefangenhaltung geeignet sind – aber wer sich halt über die Tiere stellt und sein Verlangen nach der Zuschaustellung von Tieren keiner kritischen Reflexion unterzieht, der sieht halt eben auch alles durch die Sonnenbrille!

        • @HaJü,
          Ach ja, noch ein paar Gedanken zur Moral:

          1. Über 250.000 Euro für eine Hebbühne auszugeben, halte ich durchaus für moralisch verwerflich, denn hier wird nur für eine Tierart ein Menge Geld ausgegeben, wo doch mit dieser Summe bei vielen anderen Tierarten durch Verbesserung der Gehege mehr für die Tiere getan werden könnte. Aber es geht halt um die „Zugnummer“ des Tiergartens, und da gibt es keine Grenzen.

          2. Moralisch verwerflich ist ebenfalls der Umstand, dass Tiergarten und ein Teil der Besucher unisono bereit sind, für die Delfinhaltuung soviel Geld auszugeben. Gerade die Nünberger Stadtverwaltung hat in jüngster Zeit so vielen sozialen Einrichtungen wegen ein paar Tausend Euro die Existenzgruundlage entzogen, dass es beschämend ist, für den Tiergarten einseitig soviel Geld auszugeben, wohl wissend, dass die Amortisation desselben keineswegs garantiert ist!

          3. Wenn man Moral als auf allgemeinen gesellschaftlichen Konsens beruhende sittliche und wertebezogene Tugenden versteht, welche die Basis der Menschen beim Umgang mit anderen Lebewesen bilden, dann halte ich derartige technische Einrichtungen zumindest für moralisch fraglich.
          Auch die „industrielle“ Fisch-, Fleisch- und Milchproduktion“ mit ihren ausgefeilten technischen Möglichkeiten wird von Politik und Gesellschaft akzeptiert und teilweise gutgeheißen – zum großen Teil aber in Verleugnung zw. Ausblendung der wahren Verhätlnisse; auch dies hat mit Moral im ureigensten Sinn nichts mehr zu tun.

          Vergessen wir bitte nicht eins: Den Maßstab für alles auf dieser Welt muss nicht der Mensch setzen, sondern er ist von der Natur vorgegeben – man muss ihn nur als solchen erkennen!

    • @Susanne,
      Ihre Meinung in Ehren, allerdings fällt mir und vielen anderen auf, dass die Abqualifizierung der „anderen Leute“ oft nur mit Allgemeinplätzen erfolgt.
      Knallharte und nachweisliche Fakten liegen eher auf der Seite der Lagunen-Kritiker.
      Und da behaupte ich mal ganz locker: da beißt die Maus keinen Faden ab – es ist einfach so!

      • @HaJü, ich glaube nicht, dass Lagunen-Kritiker über „knallharte Fakten“ verfügen. Wie ich seit langem beobachte, wird dort eher mit emotionsgeladenen Headlines und unrichtigen Behauptungen Stimmung gemacht. Und mit Prognosen. Es soll bei Delfnariengegnern einige Menschen geben, die glauben, in die Zukunft schauen zu können …

        • @Susanne,
          tja, wie ich schon sagte: nur Allgemeinplätze!
          „Emotionsgeladene Headlines“, „unrichtige Behauptungen“, „Stimmung machen“, „in die Zukunft schauen“ – bessere Beispiele kann man fast nicht liefern!
          Aber wie Sie schon auf Ihrer Webseite sinngemäß angedeutet haben: Wer das Einüben von billigen Zirkusnummern wie Bällchen jonglieren oder über einen Wasserstrahl springen als ausreichend für den Bewegungsdrang von Delfinen betrachtet, der wird für jegliche Fakten gegen die Gefangenhaltung von Delfinen resistent sein!

          Und übrigens zur „in die Zukunft schauen“: Der Tiergarten tut dies doch wohl selbst, wenn er mit der Lagunge eine erfolgreichere Nachzucht als bisher prognostiziert. Eine gewagte und durch nichts gerechtfertigte Mutmaßung, die im Falle eines Scheiterns den Steuerzahler ganz schön teuer kommt!
          Na ja, Hebebühne und Co. zeigen ja schon, mit welcher Vehemenz und kostenintensiven Einsatz man dieses Ziel auf Teufel komm raus erreichen will 😉

      • @HaJü,
        die Fakten der Delfinariumsgegner sind genauso Fakt, wie die Russelsche Teekanne Fakt ist.
        Russel ging davon aus, dass man einen von ihm postulierten „Fakt“, zwischen Erde und Mars gäbe es eine Teekanne aus Porzellan, welche auf einer elliptischen Bahn um die Sonne kreise, nicht widerlegen könnte, vorausgesetzt, er würde zusätzlich behaupten, die Kanne sei so klein, dass sie selbst von kann.
        Genau in dieser Weise argumentieren WDSF und ProWal, wobei der Vorsitzende des WDSF zugegebenermaßen ein brillanter Rhetoriker ist, der diese „Weisheiten“ so gut als Fakt verkaufen kann, dass ihm weniger Sprachgewandte oder Leichtgläubige, die wie der Pawlowsche Hund nur auf Schlüsselreize reagieren können, eben leicht „auf den Leim“ gehen.

        • @slides-only,
          Ob Russels Teekannen-Analogieschluss vor dem Hintergrund religiöser Einflussnahme hier hilfreich ist, wage ich zu bezweifeln. Ich bleibe lieber konkret auf dieser Welt und der zweifelhaften Gefangenhaltung von Delfinen!
          Im übrigen bin ich Manns genug, mir ein Urteil auf Grund meines Verstandes, gründlich recherchierten Informationen sowie einer ausgeprägten, natürlichen Emphatie für unsere Mitgeschöpfen – den Tieren – zu bilden!
          Glauben Sie denn wirklich, Ihre Beiträge heben sich wohltuend, sachlich und kenntnisreich von den der genannten Organisationen ab? Eine Antwort erspare ich mir lieber.

Kommentarfunktion geschlossen.