Neue Attraktion in Edinburgh

Sie heißen Sonnenschein und Liebling und sollen die Attraktion des Zoos in Edinburgh werden: zwei Panda-Bären, die am Wochenende aus China nach Großbritannien eingeflogen wurden. Die Volksrepublik China hat das tierische Paar für die stolze Summe von 750 000 Euro pro Jahr an Schottland verliehen. Dem Zoo, auf den außerdem noch rund 70 000 Euro an Kosten für die Versorgung der Tiere zukommen, ist es das wert. Er scheint besucherzahlenmäßig vor sich hinzudümpeln und will mit seinen beiden neuen Zugpferden zumindest die Millionengrenze knacken.

Nachdem der Tiergarten Nürnberg seit Jahren im Schnitt eine Million Menschen im Jahr anlockt – auch ohne Flocke (da waren es mehr), und auch heuer wird man die Million überschreiten – muss es tatsächlich schlecht bestellt sein um den Zoo der schottischen Hauptstadt, wenn er auf zwei Pandas aus China setzen muss. Man hat jahrelange Verhandlungen geführt, um die Leihgabe aus dem Fernen Osten überhaupt zu kriegen, und der Leihvertrag ist auf zehn Jahre befristet. Sollten sich Yang Guang (auf dem Foto zu sehen) und Tian Tian in Schottland fortpflanzen, gehört der Nachwuchs China.

Dafür müssten sich die beiden Pandas aber erst einmal ineinander verlieben, denn bislang sind sie noch kein Paar. Sie hatten jedoch mit anderen Partnern schon Junge. Auch in Edinburgh werden sie getrennt gehalten; schließlich sind Pandas Einzelgänger. Für eventuelle Rendezvous hat man ihnen aber einen “Liebestunnel” eingerichtet. Und Videokameras sollen das Liebesleben von Sonnenschein und Liebling (Tian Tian wird von einigen auch mit  “Süße” übersetzt) dann im Internet öffentlich machen.

Das alles aber erst in zwei Wochen. Bis dahin lässt man den Tieren Zeit zum Eingewöhnen in Schottland. Zwei Panda-Spezialisten, die Liebling und Sonnenschein aus China begleitet haben, sollen ihnen dabei helfen. Ab 16. Dezember werden die Bären für die Zoobesucher freigegeben. Schon jetzt soll der Kartenverkauf nach oben gegangen sein.

Tierschützer kritisieren die ganze Aktion. Sie sind der Meinung, Zoos würden den Besuchern vorgaukeln, man könne Pandabären durch Nachzucht in Zoos vor dem Aussterben bewahren, was aber unmöglich sei. Weltweit schätzt man den Panda-Bestand in der Natur noch auf etwa 1600 Tiere; in Zoos leben 300. Haltung und Zucht von Pandas gelingen nicht überall.

Yang Guang und Tian Tian sind übrigens die ersten Pandas seit 17 Jahren in Großbritannien. Der Zoo von London hatte früher mit der Panda-Dame Chi Chi einen echten Star – die Bärin stand Modell für das Logo des WWF. Wer sich dafür interessiert: Ich habe hier darüber geschrieben.

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