Der Juchtenkäfer hat´s geschafft!

Was Menschen nicht hinbekommen haben, hat er also tatsächlich geschafft: Der Juchtenkäfer stoppt erst einmal wichtige Vorarbeiten für das Bahnprojekt Stuttgart 21. So etwas hatte ich ja hier vor über einem Jahr schon vermutet. Die Käferart wird Schuld daran sein, dass es Verzögerungen von ungefähr einem Vierteljahr beim Bau geben wird.

Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat heute einer Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) stattgegeben und Nachbesserungen beim Artenschutz im Stuttgarter Schlossgarten verlangt, der an den Bahnhof angrenzt. Das misslungene Grundwassermanagement hat nach Ansicht der Richter Auswirkungen auf die Natur, die nicht berücksichtigt wurden, vor allem auf  Bäume im mittleren Schlossgarten. Auf denen lebt eben der geschützte Juchtenkäfer.

Laut BUND sind auch die Folgen für Vogel- und Fledermausarten nicht richtig geprüft worden. Der BUND will jetzt Vorschläge zum Schutz der Tiere machen. So sollen zum Beispiel keine Bauarbeiten während der Brutzeit stattfinden und kein zu starkes Licht eingesetzt werden.

7 Kommentare in “Der Juchtenkäfer hat´s geschafft!

  1. Memo an alle Bauwilligen: Vor Stellung eines formalen Bauantrags sind auf einem Grundstück unbedingt alle den Bauantrag gefährdenden Tiere und Pflanzen unauffällig aber gründlich auszurotten.

    Weil wir ja sonst nichts besseres zu tun haben.

      • @uwo,

        Tja, wenn in Deutschland ein Käfer inmitten einer dicht bebauten Großstadt ein Bauvorhaben, das über Jahrzehnte in vielfältigen Bauantragsverfahren, Planfeststellungverfahren, Verwaltungsgerichtsverfahren und zuletzt auch noch in einer Volksabstimmung für gut befunden wurde stoppen kann, dann hat ein Staat die Grenze zur Absurdität überschritten, außerhalb der eine leichte Übertretung von Vorschriften nichts als gerechtfertigte Notwehr gegen Staatswillkür ist. Mit solchen Gerichtsentscheidungen untergraben Gerichte die Legitimität des Staates. In einem solchem Staat bin ich tatsächlich nicht bauwillig und da ich damit nicht der einzige bin schießt sich der Staat nur selber ins Knie.

        • @Wolferl, da kann man mal sehen wie sie mit geltendem Recht unzugehen gedenken. Fakt ist doch vielmehr, das die deutsche Bahn es versäumt hat im Vorfeld solche Dinge abzuklären. Das ist dann das bestgeplante Bauprojekt, da frägt man sich was bei den anderen Projekten für schlampereien laufen. Dabei hätte man das alles berücksichtigen können, siehe auch
          http://www.eremit.net/index.php?option=com_content&task=view&id=20&Itemid=28
          Ja auch dafür gibt es Fachleute. Menschen wie sie, die sich über Gesetze hinwegsetzen wollen, sollten sich mal überlegen ob sie sich nicht strafrechtlich bedenklich verhalten. Absurd ist das Vorgehen der Bahn. Übrigens hebelt eine Volksabstimmung die Gesetze nicht aus. Zumal es bei dieser Volksabstimmung ausschließlich um die Finanzierung des Landesanteils an Stuttgart 21 ging und das auch nur bis zu einem Limit von 4,5 Mrd. Euro Gesammtkosten.

  2. @ Dieter

    Lesen sie mal in meinem Beitrag wie ich mit geltenden Gesetzen umgehe, ich investiere hier nämlich nicht mehr. Ich baue nicht, schaffe auch sonst keine Arbeitsplätze und Einkommen. Warum auch in einem Staat dem das Wohlergehen einiger Käfer, Magersandflächen oder Feldhamster mittlerweile mehr gilt als das Wohl der Menschen. Übrigens der selbe Staat der dann für teueres Steuergeld Delfine in kleine Betonbecken einsperrt. Wo soll denn da ein strafrechtliches Verhalten von mir zu sehen sein und wo setze ich mich über Gesetze hinweg? Im übrigen bin ich mir ziemlich sicher, dass sich die Damen und Herren Richter des Verwaltungsgerichtshof BW über geltendes Recht hinweggesetzt haben. Das könnte dann ein Verbrechen der Rechtsbeugung sein.

    • @Wolferl,
      da sieht man mal, wie konsequent manche sind in Ihrem Tier- und Naturschutzdenken. Delfine zu halten ist nicht okay, aber freilebende Käferbestände plattzumachen dann schon?!?

      • @Wiesel,

        Mir persönlich es völlig wurscht ob jemand Delfine in Betonbecken hält, solange der Steuerzahler dafür nichts zahlen muss. Aber ein Staat, der so etwas tut, hat dann jedes Recht verloren einem privaten Bauherren wegen ein paar Käfer auf den Geist zu gehen. Logisches Denken scheint ihre Stärke wohl nicht zu sein.

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