Trauriger Tod eines Elefantenbabys

Es hätte eine Weltpremiere werden sollen – doch daraus wurde nichts: Die Herzoperation, die der kleinen Elefantenkuh Lola aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn das Leben retten sollte, fand gar nicht erst statt. Lola starb schon vorher, noch während der Untersuchung im Computertomographen. Und das, obwohl sie zuletzt stabil genug gewirkt hatte, um sie überhaupt einem so schweren Eingriff zu unterziehen. – Der Tierpark Hellabrunn hat in der letzten Zeit kein Glück mit seinen Elefanten: Erst 2010 musste man einen kleinen Elefanten im Alter von nur einem halben Jahr einschläfern, weil er an einer stoffwechselbedingten Knochenerkrankung litt.

Und jetzt geht also ein weiteres trauriges Kapitel für den Zoo der bayerischen Landeshauptstadt zu Ende. Alle hatten gehofft, ein speziell für das Unternehmen Lola gebildetes Team aus Human- und Tiermedizinern könnte das drei Monate alte Elefantenkalb wieder gesund machen. Die zierliche Lola – für die meiner Meinung nach Sissi der passendere Name gewesen wäre – litt seit einiger Zeit unter Kurzatmigkeit und schien immer müde und schlapp zu sein. Zuerst hatten die Tierärzte auf eine Erkältung getippt, aber auch Antibiotika halfen nicht. Nach einer ganzen Reihe von Untersuchungen, die das schwächelnde Elefantenbaby über sich ergehen lassen musste, stellte man die Ursache für seinen schlechten Zustand fest: Lola war mit einem schweren Herzfehler geboren worden.

Nun sollten ihr Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten aus der Human- und Tiermedizin im Münchner Klinikum Großhadern helfen. Doch sie verloren den Wettlauf gegen die Zeit: Eine Lungenembolie des Elefantenmädchens machte ihnen einen Strich durch die Rechnung.

Die allertraurigste Aufgabe mussten dann die Zoomitarbeiter erledigen: Sie haben die tote Lola in den Tierpark zurückgebracht, damit sich ihre Mutter und die anderen Tiere aus der Elefantenherde von ihr verabschieden konnten. Das ist bei dem ausgeprägten Sozialgefüge einer Elefantenherde ein wichtiges Ritual, das man den Dickhäutern auch in der Zoohaltung nicht nehmen darf.