Hunde aus dem Supermarkt?

Viel Wirbel gibt es derzeit um einen Tier-Supermarkt in Duisburg. Seit kurzem werden dort auch Hunde verkauft, der Welpe zu Preisen zwischen 799 und 899 Euro. Proteste von Tierschützern und eine Demo von Tierschutzaktivisten von PETA vor der Tür sorgte zwar für Medieninteresse, aber mehr auch nicht.

Hunde aus dem Laden – das gab es bisher in Deutschland noch nie. Üblicherweise geht man hierzulande zum Züchter, wenn man sich einen „Freund fürs Leben“ anschaffen will. Dort kann man sich darauf verlassen, dass mit dem Tier alles stimmt. Der Züchter wiederum verwickelt den Interessenten in ausführliche Gespräche, um sicherzustellen, dass das Hundebaby auch zu einem guten Halter kommt. Zweite Möglichkeit: Man holt sich einen Hund aus dem Tierheim – oft, weil man Mitleid hat mit den Vierbeinern, die dort eng auf eng untergebracht sind, Herrchen oder Frauchen verloren oder schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben. Auch im Tierheim legt man viel Wert darauf, den künftigen Hundebesitzer auf Herz und Nieren zu prüfen, damit das Tier nicht vom Regen in die Traufe gerät.

Der wichtigste deutsche Tierhändlerverband ZZF hat es sich zumindest auf die Fahnen geschrieben, Hunde nicht wie Waren im Laden zu präsentieren. Man will vermeiden, dass Leute beim Einkaufsbummel – womöglich zusammen mit ihren Kindern –  einen süßen Welpen entdecken, den sie dann unbedingt haben wollen, für den aber schnell das Interesse erlischt, sobald der Neuigkeitswert dahin ist – ähnlich wie bei einem alten Spielzeug. Außerdem glauben die Tierhändler, ein Kaufhaus sei nicht der richtige Ort für einen jungen Hund, an dem er aufwachsen sollte, die Umgebung könne ihm vielmehr in seiner Entwicklung schaden. – Allerdings muss man sagen, dass es auch unter Hundezüchtern schwarze Schafe gibt, bei denen längst nicht alles so läuft wie oben beschrieben.

Der Duisburger Tiersupermarkt-Betreiber ist nicht mehr Mitglied beim ZZF und hält die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, für falsch. So hat er zum Beispiel vorgeführt, wie gut die Hundebabys es bei ihm hätten: Er hält sie in 35 Quadratmeter großen Boxen (das ist doppel so viel wie die gesetzlich vorgeschriebene Fläche). Er beschäftige außerdem Tierärzte und habe ausreichend Personal, um die Welpen den ganzen Tag zu betreuen. Seine Kunden lasse er auch ausführlich über die Bedingungen befragen, in denen sie leben, um eine gute Haltung für die Tiere zu sichern. Der Händler garantiert den Käufern sogar das Recht, die Hunde innerhalb eines Monats zurückzubringen, wenn sie einen Fehlkauf getätigt haben – es gibt allerdings nur die Hälfte des Kaufpreises zurück.

Hunde aus dem Supermarkt – ja oder nein? Ihre/Eure Meinung dazu würde mich interessieren.

 

 

2 Kommentare in “Hunde aus dem Supermarkt?

  1. Tiere aus Handel muss nicht unbedingt sein. Diese Aktion hat in Duisburg für viel Wirbel gesorgt.

    Die Tierrechtler haben darauf hingewiesen, dass sie überhaupt keine Zucht wollen. Die Züchter, weil ihnen wahrscheinlich Konkurrenz entsteht. Tierheime, weil sie ihr Angebot in den vollen Tierheimen nicht loswerden.

    Jeder verfolgt seine eigenen Interessen. Ich hoffe, dass man auch mal an die Hunde gedacht hat. Solange aber Tiere unkontrolliert aus dem Ausland geholt werden und unsere Tierheime verstopfen und Vermehrer ihr Unwesen treiben, mag dies aber wohl eine Alternative sein.

  2. Toller Beitrag. Sicher nicht verkehrt, sich mit dem Thema genauer zu beschaeftigen. Ich werde bestimmt auch weitere Posts verfolgen.

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