Ein neuer Coup von PETA

Von den Tierschutz-Aktivisten der Vereinigung PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) sind wir in Nürnberg ja schon einiges gewöhnt. Ich habe über verschiedene Aktionen und Vorwürfe der Organisation, vor allem solche gegen den Tiergarten Nürnberg, in meinem Blog schon öfter geschrieben, zum Beispiel hier.

Jetzt aber hat sich der US-amerikanische PETA-Verband etwas einfallen lassen, auf das ich in meinen kühnsten Träumen – oder soll ich lieber sagen: schlimmsten Albträumen? – nicht gekommen wäre:  PETA-Mitglieder haben bei einem Gericht in San Diego Klage im Namen von fünf Orcawalen eingereicht. Sie wollen allen Ernstes prüfen lassen, ob das in der amerikanischen Verfassung verankerte Verbot der Sklaverei auch für Meeressäugetiere gilt. Die Klage geht gegen „Seaworld“ und bezieht sich auf fünf Orcas, die nach Ansicht von PETA von dem Erlebnispark-Unternehmen wie Sklaven gehalten würden: Kritisiert wird die Haltung in zu kleinen Becken und die Tatsache, dass die Tiere täglich in den Freizeitparks in Shows auftreten müssten.

„Seaworld“ und dessen Anwälte argumentieren, die PETA-Klage sei bar jedes gesunden Menschenverstandes. Der Zusatz in der Verfassung der USA gegen die Sklaverei beziehe sich eindeutig nur auf Menschen, nicht auf Tiere. Nach Medienberichten soll der Richter ebenfalls dieser Meinung sein.

Typisch für PETA ist die Tatsache, dass die Organistion wieder einmal die Augen vor Dingen verschließt, die sie nicht wahrhaben will oder die nicht in ihr Feindbild von den bösen Zoos und Aquarien passt: „Seaworld“ hat zur gleichen Zeit, als die Klage vorwärts gebracht wurde, vier Seelöwen aufgepäppelt und wieder ins freie Meer entlassen. Aber PETA setzt nun mal auf öffentlichkeitswirksame Aktionen. Hauptsache ist es für die Tierrechtler, auf irgendeine Art und Weise groß in den Medien herauskommen, egal, wie die Dinge in Wirklichkeit stehen. Das kennen wir, wie gesagt, aus Nürnberg zur Genüge.

4 Kommentare in “Ein neuer Coup von PETA

    • @slides-only,
      danke für die Aufklärung! Aber von der ganzen Sache hat man bei uns in den Medien wenig gehört und gelesen, oder?

  1. Für PETA kann keine Aktion unsinnig genug sein. Je unsinniger, desto besser, desto bekannter, desto mehr Spenden.

    Selbst die Ablehnung vor Gericht schlachtet diese Tierrechtsorganisation als einen medialen Erfolg aus. Dies macht auch PETA Deutschland so. Der Bundesgerichtshof hat entschieden das kurze Filmsequenzen von Zirkus Krone gezeigt werden dürfen, dabei stellt aber das Gericht eindeutig fest, dass diese Sequenzen eindeutig rechtswidrig aufgenommen wurden. Dr. Haferbeck verschwieg natürlich die Rechtswidrigkeit. Die Pressekammer des Landgerichtes Hamburg stellte fest, dass den Mitarbeitern von PETA nachgesagt werden darf, dass sie auch vor Straftaten nicht zurückschrecken. Dr. Haferbeck ging dann mit dem Slogan in die Presse: „PETA verübt keine Straftaten“. Von den Mitarbeitern, ihn selbst eingeschlossen, war keine Rede mehr. So unterscheiden sich PETA Amerika und PETA Deutschland nicht.

  2. Ja genau, wenn man 4 Seelöwen aufpäppelt, darf man dafür wildgefangene Orcas ein Leben lang einsperren und zu Kunststücken zwingen. Sorry, aber das ist Ablasshandel-Mentalität aus dem Mittelalter. Ich finde das Ansinnen von peta ehrenwert und hätte mir gewünscht, dass die Orcas Recht bekommen. Genauso wünsche ich mir dass das Nürnberger Delfinarium mit Badewannen-Ambiente bald dichtmacht, weil es eine ebensolche Tierquälerei ist

Kommentarfunktion geschlossen.