Mehr Tierschutz für Zuchtkaninchen

Tierschützer kritisieren zurecht immer wieder die Bedingungen, in denen Nutztiere in Mastbetrieben gehalten werden. Schweine und Geflügel sind dabei häufig in den Schlagzeilen zu finden. Um mehr Tierschutz bei Großbetrieben mit Mast- und Zuchtkaninchen hat sich bisher kaum jemand gekümmert.

Das soll nun anders werden. Erstmals sollen auch für solche Großbetriebe wesentlich strengere Haltungsbedingungen in Kraft treten. Das Bundesagrarministerium hat dafür neue Vorgaben erarbeitet, die den Bedürfnissen der Tiere mehr entgegenkommen. Diese Entwürfe sind jetzt an die Länder und die Verbände gegangen und sollen noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Es soll folgende Verbesserungen geben: Das typische Bewegungsverhalten der Kaninchen, also ihre hoppelnden Sprünge, muss bei der Unterbringung berücksichtigt werden. Um das zu gewährleisten, müssen die Ställe eine Mindestgröße aufweisen und der Boden muss in Zukunft mit rutschfestem, trittsicheren Unterlagen ausgestattet sein. Es muss außerdem trockene Liegefläche für die Nager geben, und die Betriebe haben dafür zu sorgen, dass den Kaninchen genügend Stroh, Heu und Material zum Nagen zur Verfügung steht. Zu berücksichtigen ist auch, dass die Tiere, die gern soziale Gruppen bilden, nicht isoliert gehalten werden. Natürliches Licht soll künftig ebenfalls Vorschrift sein, und die Zuchtbetriebe müssen garantieren, dass zweimal täglich jemand nach den Tieren sieht.

Diese Regelungen sollen nicht für Familien gelten, die sich ein Kaninchen als Haustier halten. Betroffen sind vielmehr größere gewerbliche Betriebe, die Kaninchen züchten. Davon gibt es in Deutschland immerhin 58.