Katzencafé in Wien

Eine Modeerscheinung, die aus Japan kommt, hat nun in Wien Einzug gehalten: Dort wurde Anfang Mai in der Blumenstockgasse, ganz in der Nähe des Stephansdoms, ein Katzencafé eröffnet. Von einer Japanerin, die diese Idee schon länger hatte. Aber es hat länger als ein Jahr gedauert, bis die Frau die Genehmigung bekam. Vorher musste sie unter anderem mit dem Gewerbeamt, der Tierschutzbehörde, dem Tierheim und der Wirtschaftskammer verhandeln. Fünf Katzen gibt es nun in dem Café: zwei Kater der Rasse Maine Coon und drei europäische Hauskatzen. Sie sollen für eine entspannte Atmosphäre sorgen und eine beruhigende Wirkung auf die Gäste haben. Man darf sie streicheln oder auf den Schoß nehmen – wenn sie denn mitspielen. Auf der Karte werden die Katzen mit ihrem Namen vorgestellt und charakterlich beschrieben. Über Sonia heißt es da beispielsweise, dass sie durchaus auch mal zubeißt, wenn ihr etwas nicht passt. Für diesen Fall hat die Cafébesitzerin immer Pflaster und Desinfektionsmittel vorrätig. Und damit sich die Tiere zwischendurch austoben oder vor zu viel Zuwendung der Gäste auch mal zurückziehen können, steht ein Birkenstamm als Kletterbaum in dem Café.

Füttern soll man die Katzen übrigens nicht. Aber auf der Speisekarte werden auch kaum Dinge angeboten, die Katzen wirklich gern fressen: Reisbällchen, Tofutaschen oder Eis gehören nicht unbedingt zu ihren Lieblingsspeisen. Ebensowenig wie japanischer Tee, Kuchen oder Kaffeespezialitäten wie Melange und Einspänner. Ob sich die Katzencafé-Idee in Wien durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Offenbar sind aber ältere Damen sehr angetan davon – und Touristen haben ein neues Fotomotiv gefunden.