Säugetiere können mit Klimawandel nicht mithalten

Auch das noch: Eine neue Studie von amerikanischen Wissenschaftlern sagt vielen Säugetierarten eine Niederlage im Wettlauf mit dem Klimawandel voraus. Die US-Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass jede zehnte Art mit der Verlagerung der Lebensräume durch die Erderwärmung nicht Schritt halten können wird.

Diese zehn Prozent sollen allerdings nur den Durchschnittswert bilden. Laut der Studie könnten in einzelnen Gebieten fast 40 Prozent der Säugetiere betroffen sein. Ganz düster sieht es für Menschenaffen aus, außerdem für kleinere insektenfressende Tiere und Tiere in den Tropen. Die Forscher sind der Meinung, dass bisherige Szenarien nicht darauf eingegangen seien, wie schnell Tiere auf die Verlagerung von Lebensräumen reagieren und in neue umziehen können. Hier einige Zahlen aus der Studie: Aufgrund der Erderwärmung verlagern sich Klimazonen schon jetzt um sechs Kilometer jährlich in Richtung der Pole. In den Gebirgen wandern die Lebensräume innerhalb von zehn Jahren um sechs Meter weiter in die Höhe. Viele Säugetierarten könnten da nicht mithalten, sagen die Wissenschaftler. Gerade im Amazonasgebiet klaffen die Zahlen besonders weit auseinander: Dort verschieben sich die Lebensräume sogar um acht Kilometer im Jahr, die Säugetierarten könnten ihre Verbreitungsgebiete aber nur um einen Kilometer verlagern.

Bei den Menschenaffen verschärft sich die Situation: Sie sind sowieso schon bedroht, können das Tempo bei der Veränderung der Lebensräume bei weitem nicht schaffen, und dann spielt ihnen der Mensch auch noch übel mit und schafft durch Siedlungen, Straßen und den Ausbau der Agrarflächen unüberwindbare Hindernisse, die es den Primaten unmöglich machen, in neue, für sie geeignete Gebiete auszuweichen.