Die Nürnberger Kelly-Family

Angeblich sollen wir ja jetzt die Eisheiligen überstanden haben, und es wird endlich wieder wärmer. Wie wäre es da mit einem Ausflug in den Nürnberger Tiergarten? Dort gibt es jetzt eine neue Attraktion: Nachwuchs bei den Geparden.

Kelly, die Gepardendame, die aus Irland nach Franken kam, hat dem Zoo am Schmausenbuck Babys gleich im Fünferpack geschenkt: drei Jungs und zwei Mädels. Sie hören auf die schönen, afrikanisch klingenden, Namen Thabo, Kalungu, Kigali (das sind die Männchen) und Kiara und Kya (die Weibchen). Geboren wurden sie schon am 21. März, aber erst jetzt können Tiergartenbesucher sie auch sehen. Denn bisher waren sie in einem Gehege hinter den Kulissen untergebracht, damit sie bei der Aufzucht nicht gestört wurden. Inzwischen hat der Tierarzt die Kleinen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft und sie entwurmt.

Gepardenmutter Kelly ist knapp sechs Jahre alt, und der Vater der Jungen ist Turbo, der im September zwölf wird. (Turbo ist übrigens der, der im Januar aus dem Gehege ausgebrochen war, weil er ein Pony jagen wollte. Ich habe hier darüber geschrieben.) Kelly und Turbo sind jetzt zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren Eltern geworden. Die Tiergartenmitarbeiter führen das auf ihr erfolgreiches Zuchtkonzept zurück: Sie halten Kelly und Turbo in Gehegen, die räumlich voneinander getrennt sind und in denen sich die beiden nicht sehen können. Das soll dazu dienen, dass die Partner ihr Interesse füreinander aufrecht erhalten. Man lässt die zwei nur dann zusammen, wenn Kelly rollig wird.  – Scheint ganz gut  zu funktionieren.

Noch sind die Kleinen sehr drollig, mit ihrem langen Fell am Nacken und auf dem Rücken, das sie verlieren, wenn sie größer werden. Obwohl sie bisher nur Milchzähne haben, beginnen sie schon, feste Nahrung zu sich zu nehmen und knabbern ein bisschen am Fleisch herum, das ihnen serviert wird. Der Gepardennachwuchs wird eineinhalb bis zwei Jahre in Nürnberg bei der Mutter bleiben, dann muss er in einen anderen Zoo umziehen. Denn in diesem Alter fangen die Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Kind an, und da gehen sie dann auch in der Natur getrennte Wege. Die letzten Jungen von Kelly – das waren vier Jungs – sind an die Zoos von Prag und Köln abgegeben worden. Dort leben sie in reinen Männergruppen.