Der Sonnenröschen-Bläuling hat Glück

Der Klimawandel macht allen möglichen Tierarten große Probleme, manche Arten gefährdet er ganz besonders. Darüber habe ich immer wieder geschrieben, zuletzt hier. Da erreicht uns eine gute Nachricht aus Großbritannien: Ein Schmetterling, der auf den schönen Namen Kleiner Sonnenröschen-Bläuling hört und noch in den 1980er Jahren als gefährdet galt, profitiert offenbar vom Klimawandel.

Wie das? Laut britischen Forschern kann sich der Bläuling dank der immer wärmeren Sommer deutlich weiter nach Norden ausbreiten. Bisher brauchte er zur Eiablage das Gelbe Sonnenröschen als Wirtspflanze: Diese Pflanze wächst fast nur an sonnigen Südhängen und bot den Schmetterlingseiern die besten Voraussetzungen zur Entwicklung. Dank der wärmeren Sommer der letzten Jahre ist der Kleine Sonnenröschen-Bläuling aber nicht mehr auf das Gelbe Sonnenröschen angewiesen; wenn er seine Eier auf anderen Pflanzen ablegt, klappt es mit der Nachkommenschaft genauso gut.

Die Schmetterlinge kommen nun schon 80 Kilometer weiter nördlich als noch in den 1990er Jahren vor. Laut Wissenschaftlern der Universität von York reagiert diese eigentlich sesshafte Art damit außergewöhnlich schnell auf den Klimawandel. Mittlerweile suchen sich die Bläulinge meist Storchschnabelgewächse aus, um ihre Eier abzulegen. Diese Gewächse sind wesentlich weiter verbreitet als das Gelbe Sonnenröschen. Die Schmetterlinge haben deshalb bessere Bedingungen, sich fortzupflanzen.

Stellt sich nur noch die Frage, ob der Schmetterling bald umbenannt werden muss, wenn er mit dem Sonnenröschen gar nichts mehr am Hut hat. Vielleicht heißt er bald Kleiner Storchschnabel-Bläuling? Klingt aber längst nicht so poetisch.