Sex mit tödlichem Ausgang

Normalerweise dient Sex im Tierreich ja der Fortpflanzung. Bei Stubenfliegen allerdings kann er zum Gegenteil führen und tödlich enden: Stubenfliegen bei der Kopulation werden besonders leicht zum Opfer von hungrigen Fledermäusen.

Das haben Biologen herausgefunden, die vier Jahre lang das Verhalten von Fliegen und Fledermäusen in einem Stall beobachtet und gefilmt haben. Beim Sex geben die Fliegen ein typisches Summen ab – wahrscheinlich entsteht es durch das Flügelschlagen des Männchens. Das wird ihnen schließlich zum Verhängnis. Denn es macht an der Wand sitzende Fliegen für das Ortungssystem der Fledermäuse überhaupt erst „sichtbar“. Es verrät den Fledermäusen die genaue Position der Fliegen, und die Fledermäuse stürzen sich natürlich gleich auf beide Partner, um sie sich schmecken zu lassen. (Das Foto von Stefan Greif/Max-Planck-Institut für Ornithologie zeigt zwei Fransenfledermäuse.)

Bei den Experimenten der Wissenschaftler kam es bei fast 25 Prozent der Fliegenpaarungen zu einem tödlichen Ausgang. Die Forscher gehen davon aus, dass die Fledermäuse die Fliegen auch im Freien mit dieser bewährten Methode aufspüren und verspeisen. Dabei dürfte ihnen zupass kommen, dass Tiere bei der Kopulation weniger aufmerksam sind als sonst und auch deshalb zu einer leichten Beute für die Jäger werden. – Tja, die Natur kann ganz schön grausam sein!