Delfine mögen Gleichgesinnte am liebsten

Amerikanische Biologen haben interessante Neuigkeiten im Verhalten von Delfinen herausgefunden: Ähnlich wie Menschen tun sich auch die Meeressäuger am liebsten mit „Gleichgesinnten“ zusammen. Zu diesem Ergebnis sind sie bei Forschungen in der Shark Bay vor der australischen Westküste gekommen. In dieser Bucht leben einige Delfine, die eine besondere Fähigkeit erlernt haben: Sie nehmen einen Schwamm ins Maul und gehen damit auf die Jagd. Mit dem Schwamm wühlen sie im Meeresgrund herum und wirbeln so kleinere Meerestiere auf, die sie sich dann schmecken lassen. Tiere, die diese Taktik beherrschen, nehmen am liebsten mit Artgenossen Kontakt auf, die das ebenfalls tun. Sie betrachten das Jagen mit dem Schwamm offenbar als gemeinsames Interesse. Bisher wurde noch nie zuvor bei Tieren beobachtet, dass sich durch erlerntes Verhalten in der Gemeinschaft Untergruppen herausbilden.

Die Fähigkeit zur Schwammjagd bringen Delfinmütter in der Shark Bay ihren Jungen bei – gleichaltrige Tiere lernen dieses Verhalten also nicht voneinander, es wird vielmehr von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Erstaunlich ist dabei, dass von Tausenden von Delfinen in der Bucht nur ganz wenige die Schwammtechnik beherrschen. Auch das ist laut den Wissenschaftlern etwas Besonderes. Denn wenn andere Tiere Werkzeuge verwenden, dann tun es immer alle Tiere der betreffenden Gruppe oder zumindest alle Männchen oder alle Weibchen.

Die „Schwammjäger“ unter den beobachteten Delfinen bilden untereinander so etwas wie soziale Netze und haben zu deren Mitgliedern engere Kontakte als zu anderen Delfinen. Dabei gehen sie aber nie gemeinsam auf Schwammjagd, sondern immer einzeln.