Diese Liste macht Angst

Immer wieder mal behandle ich hier in meinem Blog das Thema bedrohte Tierarten. Das sind höchst unerfreuliche Meldungen, aber leider kann man das Thema nicht ausblenden, wenn man heutzutage über Tiere schreibt.

Nun hat die IUCN, die International Union for the Conservation of Nature, zum ersten Mal eine Liste öffentlich gemacht, auf der die 100 am stärksten vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Erde zusammengestellt sind. Sie enthält Arten aus 48 Ländern, darunter das Java- und das Sumatra-Nashorn, das Zwergfaultier, das nur noch auf einer Insel vor Panama existiert, der Hainan-Gibbon in China, von dem es nicht einmal mehr 20 Exemplare gibt, die asiatische Saola-Antilope, die Baumratte in den Bergen Kolumbiens (hier auf einem Foto der Lizzie Noble Foundation/dapd zu sehen), dazu eine Reihe von Fröschen, Kröten, Reptilien, Fischen und Vögeln wie etwa die Indische Riesentrappe. Bei manchen Arten weiß man nicht einmal, wie viele Individuen von ihnen noch existieren.

Die 8000 Forscher der IUCN, die an der Liste mitgearbeitet haben, betonen, dass bei fast allen bedrohten Arten der Mensch daran Schuld hat, dass die Gefährdung ein so großes Ausmaß angenommen hat. Er zerstört wider besseres Wissen die Lebensräume der Tiere, indem er Wälder rodet, Flüsse staut, Feuchtgebiete trockenlegt. Einige Arten werden als Opfer des Klimawandels bezeichnet, zum Beispiel der Galapagos-Riffbarsch, der möglicherweise schon ausgestorben ist. Aber auch der Klimawandel ist ja auf den Menschen zurückzuführen.

Die Forscher sehen noch nicht ganz schwarz für alle Arten auf ihrer Liste. Aber sie warnen: Es müssen sofort gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um bestimmte Arten vor dem Aussterben zu retten. Das hat in der Vergangenheit ja schon einige Male funktioniert, etwa bei den Przewalski-Pferden oder auch beim Buckelwal.

Ob der Alarmruf der IUCN und anderer Organisationen von denen erhört wird, die in der Position sind, etwas gegen das Artensterben zu unternehmen? Man kann es nur hoffen. Für einige Arten, fürchte ich, dürfte es aber schon zu spät sein.