Forscher entdecken neue Affenart

Gott sei Dank! Nach der niederschmetternden Liste der 100 am stärksten bedrohten Arten gibt es heute eine ausgesprochen gute Nachricht: Forscher haben im Kongo eine neue Affenart entdeckt – erstmals wieder seit 28 Jahren in Afrika (Foto: Maurice Emetshu, Plos One/dpa) . Sie besitzen eine grau-blonde Mähne, ein blasses Gesicht, schwarzes und bernsteinfarbenes Fell, sind bis zu 65 Zentimeter groß und gehören zu den Meerkatzen: die bisher unbekannten Affen, denen man den wissenschaftlichen Namen Cercopithecus lomamiensis gegeben hat, weil man im Lomami-Becken auf die ersten Exemplare gestoßen ist.

Die Entdeckung ist auf einen Zufall zurückzuführen. Während einer Expedition im Kongo sahen die Biologen den ersten Affen dieser Art, ein junges Weibchen, im Haus eines Lehrers. Die Einheimischen nannten das Tier Lesula, ein Name, der den Forschern vorher noch nie untergekommen war. Der Lehrer hatte den Affen in seine Obhut genommen, nachdem die Mutter des Tieres im Wald getötet worden war.

Das Forscherteam übernahm den Affen und machte sich auf die Suche nach Artgenossen. Zuerst fanden sie noch einige in Gefangenschaft, dann das erste Exemplar in freier Wildbahn: in den immergrünen Feuchtwäldern im Osten des Kongo. Die Biologen trafen meist auf Gruppen von bis zu fünf Tieren, denen jeweils ein erwachsenes Männchen angehörte.

Weil die Affen den schon vorher bekannten Eulenkopf-Meerkatzen (Cercopithecus Hamlyni) ähnlich sehen, hat man die neu entdeckte Art genetisch untersucht, um zu überprüfen, ob es sich auch wirklich um eine andere Art handelt. Es stellte sich heraus, dass es eine Schwesterart der Eulenkopf-Meerkatze ist. Diese besitzt ein dunkleres Fell und ein dunkles Gesicht, außerdem einen weißen Strich auf der Nase.

Und nun gibt es bei der ganzen schönen Geschichte doch noch einen Haken: Kaum ist die neue Art entdeckt, gehört sie schon wieder zu den von Menschen bedrohten Arten: Sie ist wegen uneingeschränkter Jagd auf Buschfleisch gefährdet.