Stierkampf in Frankreich weiter erlaubt

Mit Spannung wurde darauf gewartet, nun hat der Verfassungsrat in Frankreich seinen Beschluss gefasst: Im Süden Frankreichs dürfen auch weiterhin Stierkämpfe abgehalten werden – sie verstoßen nicht gegen die französische Verfassung. Ein harter Schlag für alle Tierschützer!

Die eigentlich spanische Corrida, also der Stierkampf, an dessen Ende der Stier mit einem Degenstoß getötet wird, hat sich längst auch in Südfrankreich einen festen Platz erobert. In Städten wie Nimes oder Arles zieht er scharenweise Touristen an und spielt deshalb natürlich eine wichtige wirtschaftliche Rolle.

In Frankreich tobt aber auch seit Jahren ein Streit zwischen den Anhängern des Stierkampfs und den Gegnern. Die Befürworter argumentieren, die Kämpfe gehörten zum Gemeinwohl der Region und seien Ausdruck eines kulturellen, sozialen und regionalen Pluralismus. Dagegen empören sich Tierschützer über die Grausamkeit und Brutalität des Spektakels. Vor allem die Schauspielerin Brigitte Bardot ist seit Jahren als Kämpferin gegen den Stierkampf bekannt. Zusammen mit  ihren Leinwand-Kollegen Jean-Paul Belmondo und Alain Delon hat sie einen Aufruf verfasst, in dem es heißt: „Es ist Fakt, dass der spanische Stierkampf nicht Teil der französischen Kultur ist.“

Übrigens ist in Frankreich jeder „Akt der Grausamkeit“ gegen Tiere verboten. Bei einem Verstoß drohen bis zu zwei Jahre Gefängnis und Geldstrafen bis zu 30 000 Euro. Bisher gab es jedoch Ausnahmen bei Stier- und Hahnenkämpfen in Gegenden, wo sie als örtliche Tradition gelten. Diese Ausnahmeklausel hat der Verfassungsrat nun als verfassungsgemäß erklärt.
In Spanien selbst ist der Stierkampf in der Region Katalonien verboten, und zwar seit 2010 – darüber habe ich hier schon gechrieben.