Alarmstufe Rot für viele Affen

Es ist traurig, aber leider nicht zu vermeiden: Immer wieder muss sich hier in meinem Blog über Tierarten schreiben, die vom Aussterben bedroht sind. Das Thema wird bedauerlicherweise immer brisanter. Derzeit berät die Weltgemeinschaft UNO in Hyderabad (Indien) über den Erhalt der biologischen Vielfalt, und deshalb gibt es wieder einen aktuellen Anlass, auf das Thema einzugehen.

Die Weltnaturschutzunion IUCN gab auf der Konferenz bekannt, dass von 420 Affenarten auf der Welt 206 vom Aussterben bedroht sind. Also steht fast die Hälfte der Tiere, die als engste Verwandte des Menschen gelten, auf der Roten Liste. Gründe für die Bedrohung der Primaten sind die Zerstörung ihres Lebensraums, der illegale Handel mit den Tieren und die Jagd: Affenfleisch ist äußerst begehrt. Bei einigen Arten existiert nur noch eine sehr geringe Anzahl von Tieren. Dazu gehören auch die Goldkopflanguren aus Vietnam (siehe Foto), die Roloway-Meerkatzen aus Westafrika und die Roten Varis aus Madagaskar.

Apropos Madagaskar: Auf der vor Afrika liegenden Insel haben die Affen besonders schlechte Karten. Denn wegen der politischen Krise dort werden noch mehr Affen als bisher wegen ihres Fleisches bejagt, außerdem wird dort immer mehr tropischer Regenwald vernichtet. So wundert es einen nicht, wenn 25 der am stärksten bedrohten Affenarten auf Madagaskar leben. Aber auch in Vietnam, Indonesien und Brasilien sieht es für viele Primaten sehr schlecht aus.

Die IUCN mahnt in Hyderabad einen besseren Schutz der Affen an. Auch mit dem Hinweis auf menschliche Interessen: So spielen Affen etwa eine immer bedeutendere Rolle für den Tourismus der Länder, in denen sie vorkommen. Und sie sind unverzichtbar, wenn es um den Erhalt des Regenwaldes geht, weil sie Samen in den Wäldern verteilen und so ihren Beitrag zur Vielfalt des Regenwaldes leisten. Wenn Affen aussterben, zieht das also weitreichende Folgen nach sich, die sich auf den Menschen äußerst negativ auswirken werden. Das sollte niemand vergessen.