Großer Tierschützer wird 90

Natur- und Umweltschutz – das war in den 1970er Jahren bei uns noch ein Fremdwort. Doch nicht für ihn: Horst Stern. Der berühmte TV-Journalist, Tierfilmer und Schriftsteller wird am Mittwoch, 24. Oktober, 90 Jahre alt.

Ich erinnere mich noch gut an seine Sendung „Sterns Stunde“, die in den 1970er Jahren in der ARD lief. Darin brachte er dem Publikum Haus- und Wildtiere auf neuartige Weise näher. Immer achtete er darauf, Tiere nicht zu vermenschlichen. Ähnlich wie bei Bernhard Grzimeks „Ein Platz für Tiere“ hing ich damals vor der Glotze und verpasste keine Folge der Serie.

Schon frühzeitig kritisierte Horst Stern scharf den gedankenlosen Eingriff des Menschen in die Natur und berichtete über die Zerstörung der Umwelt durch den Menschen. Er warnte früher als andere vor dem Waldsterben, prangerte beispielsweise den Ausbau des Main-Donau-Kanals an oder berichtete über Tiere in der Pharmaforschung.  Gerechtigkeit für Tiere und Umwelt hat er sich dabei stets auf die Fahnen geschrieben und damit – sowie mit seinen beeindruckenden Filmaufnahmen von Tieren – Millionen von Fernsehzuschauern begeistert. Weniger bekannt dürfte sein, dass er im Jahr 1975 einer der Mitbegründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) war – unter anderem zusammen mit Bernhard Grzimek. Übrigens war Stern nicht von Haus aus Journalist, sondern gelernter Bankkaufmann.

Aus der aktuellen Fernsehberichterstattung hat Stern sich Mitte der 1980er Jahre ausgeklinkt. Aber er arbeitet als Schriftsteller weiter, der Bücher wie „Jagdnovelle“ , „Kopfliebe“ oder „Das Gewicht einer Feder“ schrieb. Er lebt jetzt in Passau und hat sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen (deshalb stammt obiges dpa-Foto auch aus dem Jahr 1997). Auch alle Interview-Wünsche anlässlich seines 90. Geburtstags hat er abgelehnt.

 

 

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