Die Kraniche fliegen nach Süden

Für dieses Wochenende rechnen Vogelschützer mit dem großen Abflug der Kraniche aus unseren Breiten in Richtung Süden. Denn die Vögel benötigen für den „Reiseantritt“ Frost und Kälte – und beides ist für das Wochenende vorhergesagt.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) will die Flugstrecken der Kraniche genauer erforschen. Diese Vögel fliegen zwar seit Jahrtausenden auf festgelegten Routen, doch mittlerweile haben Ornithologen eine leichte Abweichung nach Westen festgestellt. Dafür gibt es auch einen Grund: Geschätzte 70 000 bis 80 000 Tiere sammeln sich seit einigen Jahren auf einem großen Rastplatz in der Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen. Diese Kraniche ziehen auf einer weiter westlich gelegenen Strecke nach Südspanien als diejenigen, die sich im Havelland oder bei Rügen sammeln.

Am vergangenen Wochenende sind schon ungefähr 20 000 Kraniche über Hessen in Richtung Extremadura in Südspanien geflogen. Aber nun stehen wahre Massenflugtage mit 50 000 bis 70 000 Vögeln bevor. Sie fliegen in ihren typischen Keilformationen, wobei die erfahrenen Tiere die Anführer sind, denen Familien mit Eltern und Jungvögeln folgen. Damit sie sich nicht verlieren, stoßen die ausgewachsenen Kraniche trompetenartige Laute aus.