Hoffnungsschimmer für Schweinswale

Auch wenn sich der Bestand der Schweinswale in der Ostsee noch nicht stabilisiert hat, gibt es doch eine positive Entwicklung: In diesem Jahr wurden in der Ostsee vor Mecklenburg-Vorpommern so viele Schweinswale beobachtet wie noch nie zuvor. Wissenschaftler des Bundesamtes für Naturschutz führen das darauf zurück, dass Bootsbesatzungen und Wassersportler diesen Tieren mehr Aufmerksamkeit als bisher widmen und ihre Sichtungen sofort dem Meeresmuseum in Stralsund (von dem auch dieses Foto stammt) oder an das Bundesamt für Naturschutz melden. Auch das ist schon ein Fortschritt, denn je aufgeschlossener Menschen bestimmten Tierarten gegenüber sind, desto eher sind sie auch bereit, für deren Schutz einzutreten.

Auch in Sachen Walforschung sind neue Projekte am Laufen. So gibt es jetzt eine länderübergreifende Überwachung der Ostsee-Schweinswale, an der sich außer Deutschland auch Schweden, Finnland, Estland, Polen und Lettland beteiligen. Sie haben vor ihren Küsten spezielle Messstellen verankert, die Schweinswale registrieren und entsprechende Daten speichern. Die akustischen Signale, die Schweinswale über ihre Echo-Ortung aussenden, wollen Forscher erfassen und auswerten, um mehr über die Wanderbewegungen und die Bestandsgrößen dieser Tiere in der Ostsee herauszufinden.

Exakte Zahlen über Schweinswalbestände in der Ostsee liegen nämlich bisher nicht vor. Es soll einmal über 20 000 von diesen Tieren, die auch als Kleine Tümmler bezeichnet werden, im Skagerrak, in der Dänischen Ostsee und in der Kieler Bucht gegeben haben. Diese Population ist bis zum Jahr 2005 auf knapp 11 000 Exemplare geschrumpft. Der Bestand der Schweinswale ist vor allem durch Stell- und Treibnetze gefährdet, außerdem finden die Kleinen Tümmler aufgrund der Überfischung immer weniger Nahrung. Auch der rege Schiffsverkehr und der Lärm unter Wasser, der beim Bau der Fundamente für Offshore-Windparks entsteht, bedrohen die Tiere.