Ein sprechender Elefant

So, es ist mal wieder höchste Zeit für eine von diesen unglaublichen Tiergeschichten. Eine, bei der man kurz stutzt und sich überlegt, ob das überhaupt sein kann. Eine, die trotzdem wahr ist. Beim Suchen nach einer solchen Geschichte bin ich auf die folgende gestoßen. Sie handelt von einem Elefanten namens Koshik, der in einem Zoo in Südkorea lebt. Genauer gesagt, im Everland-Zoo in Yongin, südlich der Hauptstadt Seoul gelegen. 22 Jahre ist der Elefantenbulle alt, und das Besondere an ihm ist: Er kann sprechen.

Weil Journalisten von Natur aus skeptisch sind und nicht gleich alles glauben, was man ihnen erzählt, hat man extra eine Journalistenschar eingeladen, um ihr den sprechenden Elefanten zu präsentieren. Und tatsächlich: Koshik kann auf Koreanisch ein paar Worte sagen: zum Beispiel „choah“ (gut), „nuo“ (leg dich hin), aber auch „annyong“ (hallo) oder „aniya“ (nein).

Wie macht er das? Das ist gar nicht so einfach, denn Elefanten besitzen im Gegensatz zu Menschen keine Oberlippe, die zum Erzeugen von Lauten notwendig ist; der obere Teil ihres Mauls ist mit dem Rüssel zusammengewachsen. Koshik aber ist ein schlaues Tier, das einen Trick anwendet: Er rollt den Rüssel ein, steckt ihn ins Maul und berührt mit der Rüsselspitze seine Zunge oder den Gaumen und kann auf diese Art und Weise Laute bilden.

Dabei ahmt er – die Vokabeln, die Koshik beherrscht, lassen es erahnen – seinen Pfleger nach, der ihn schon seit 19 Jahren betreut. Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern, darunter auch Forscher aus Jena und Wien, haben die außergewöhnliche Fähigkeit von Koshik untersucht. Sie sind der Meinung, der Elefant spricht, um die Beziehung zu seinem Pfleger zu vertiefen. Ob der Elefant die menschliche Sprache wirklich verstehen kann, das wissen die Forscher allerdings auch nicht.