Die Rückkehr der Wildkatze

Leider kommt man in einem Tier-Blog nicht umhin, immer wieder über bedrohte Tierarten zu schreiben. Umso mehr bin ich froh, bei diesem Thema einmal auf eine positive Nachricht zu stoßen: Die Wildkatze breitet sich in Deutschland wieder aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein genetisches Monitoring-Projekt des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Bundesamts für Naturschutz, das auf mehrere Jahre angelegt ist. Genetischen Analysen zufolge gibt es im Odenwald und im Kottenforst bei Bonn wieder mehrere Individuen dieser Katzenart – also in Wäldern, in denen sie vor kurzer Zeit gar nicht mehr vorkam.

Wildkatzen haben hierzulande vor allem ein Problem: Die Zerstückelung der Landschaft durch Straßen- und Siedlungsbau sowie durch intensive Landwirtschaft führte dazu, dass sich die Tiere in isolierte Waldgebiete zurückziehen mussten. Dadurch ist der Genaustausch zwischen den einzelnen Wildkatzen-Populationen äußerst schwierig. Somit besteht die Gefahr der Inzucht, was wiederum den Fortbestand der Art gefährdet.

Der BUND bemüht sich seit Jahren, die Waldgebiete durch sogenannte grüne Korridore miteinander zu verbinden. Nun zeichnen sich die ersten Erfolge ab, die durch das Monitoring-Projekt erfasst werden. Die genetischen Untersuchungen durch Auswertung von Haarproben sollen noch drei bis vier Jahre weitergehen, auch um neue Erkenntnisse über das Wanderverhalten und die Verwandtschaftsverhältnisse der Tiere zu gewinnen.