Kampf gegen Straßenhunde

In Mexiko-Stadt sind die Behörden ratlos: Dort machen verwilderte Straßenhunde Riesenprobleme. In einem Park hat man in den letzten Tagen vier grausam zugerichtete Leichen gefunden, die angeblich von einer Hundemeute zerfleischt wurden. Wobei in dieser Frage die Meinungen auseinandergehen: Tierschützer bezweifeln, dass Hunde diese Taten angerichtet haben können, während es von tierärztlicher Seite heißt, Hunde wären sehr wohl dazu fähig – sie würden nämlich wie Löwen ihr Opfer in der Gruppe jagen.

Tatsache ist: In Mexiko Stadt leben 1,2 Millionen Hunde. Zehn Prozent davon sind herrenlos und verwildert und müssen selbst zusehen, wie sie an Futter herankommen, um zu überleben. Und ihre Zahl wird immer größer. Im vergangenen Jahr wurden rund 11 500 Hundebisse registriert; die Opfer waren zum Teil so schwer verletzt, dass sie plastische Operationen brauchten.

Unabhängig davon, ob die Hunde Menschen jetzt tatsächlich getötet haben, haben die Behörden eine Kampagne gestartet: Sie appellieren an Hundehalter, ihre Haustiere kastrieren bzw. sterilisieren zu lassen, um die Flut von Hundebabys, die nach einiger Zeit meist auf der Straße landen, einzudämmen. Die Aktion wurde nun verstärkt und auf arme Stadtteile ausgeweitet. Dort arbeiten Tierärzte zum Beispiel auf Fußballplätzen an mehreren Dutzend Operationstischen, um den Eingriff bei den Tieren vorzunehmen. Und Hunderte von Besitzern stehen stundenlang Schlange, bis ihr Tier drankommt. Die Operation wird in diesen Vierteln kostenlos durchgeführt, weil sie für die Hundehalter zu teuer wäre.

Die Gesundheitsbehörde will mit diesem Angebot nun von einem Armenviertel ins nächste gehen, um zu verhindern, dass sich die Hunde dort weiter unkontrolliert vermehren und dann ausgesetzt oder misshandelt werden. Das dürfte eine Mammutaufgabe werden, für die organisatorisch und finanziell ein Riesenaufwand nötig ist – hoffentlich keine Sisyphusarbeit!

1 Kommentar in “Kampf gegen Straßenhunde

  1. Erstklassiger Bericht über den massiven Besucherrückgang im Tiergarten und die Finanz- und Investitionsruine Delfinarium „Lagune“. Chapeau!

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