Schuhe für Polizeihunde

Verglichen mit dem, was da in Mexiko abgeht, haben Hunde bei uns allenfalls Luxusprobleme. Manche Herrchen und Frauchen stecken ihre heißgeliebten Vierbeiner in Hundemode, die Designer wie etwa Harald Glööckler entwerfen. Und die Beamten im Bereich der Bundespolizeidirektion Hannover (dazu gehören neben Niedersachsen auch Hamburg und Bremen) ziehen ihren Polizeihunden neuerdings Schuhe über.

Das ist kein Witz, sondern hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Aus Kautschuk bestehen die Spezialschuhe, die eine schwarz genoppte Neoprensohle besitzen. Die Überzieher müssen die Tiere nicht bei jedem Einsatz tragen, aber immer dann, wenn für die empfindlichen Fußballen der Hunde Verletzungsgefahr besteht. Also zum Beispiel im Bremer Weserstadion, wo die Hunde oft mit Glasscherben in Berührung kommen, bei Demonstrationen, auf dem „Freimarkt“, dem großen Volksfest in Bremen, oder an anderen Einsatzorten, wo sich die Hunde an scharfkantigen Gegenständen verletzen könnten. Auch jetzt im Winter, auf mit Salz gestreuten Straßen und Gehwegen, machen die Schuhe Sinn, denn dort ziehen sich die Hunde leicht wunde Stellen an der Unterseite der Pfoten zu. Praktisch sind die Schuhe außerdem, wenn die Vierbeiner über engmaschige Bodenroste laufen müssen: Da bleiben die Tiere nämlich ohne Schuhe leicht mit den Krallen hängen.

Bis das richtige Schuhmodell für die Polizeischnüffler gefunden war, hat es eine ganze Zeit gedauert. Schließlich wurden acht verschiedene Modelle getestet. Man hat sich für eines entschieden, das griffig und gut zu reinigen ist und sich gut an die Ballen und Krallen anpasst. Einfach abstreifen lassen sich die Schuhe auch nicht, denn sie besitzen sowohl einen Klett- als auch einen Reißverschluss. Nur eines können die Polizisten nicht ausschließen: Dass ihre Hunde die Schuhe zerkauen, wenn sie sich gerade mal langweilen. Die Hundeführer dürfen ihre Vierbeiner deshalb nicht zu lange aus den Augen lassen.