Werden Elche zum Problem?

Der Elch entdeckt Deutschland für sich: Einige dieser Tiere kommen aus Polen und Tschechien zu uns und siedeln sich in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder auch in Sachsen und Bayern an.

Doch diese Zuwanderung ist mit Problemen verbunden. Zum einen verursachen die großen Säugetiere immer wieder Verkehrsunfälle, zum anderen richten sie auch Schäden auf Feldern und im Wald an. In Bayern, wo in den letzten drei Jahren 22 Elche gesichtet wurden, gibt es deshalb schon einen „Elch-Managementplan“, in Brandenburg wird derzeit an einem solchen gestrickt.

Wenn Elche eine Straße queren und ein Auto sehen, bleiben sie stehen und laufen nicht wie unser heimisches Rehwild weg. Und weil die Tiere immerhin bis zu 800 Kilo schwer werden, gehen Unfälle meist nicht glimpflich aus. In den Managementplan sollen Naturschützer, aber auch Bauern, Waldbesitzer und Jäger einbezogen werden, um das Problem von möglichst vielen Seiten aus anzugehen. Elche unterliegen in Deutschland einer ganzjährigen Schonzeit, sie dürfen also nicht geschossen werden. In der DDR war das noch erlaubt.

Weil man über die Entwicklung des Elchvorkommens bei uns derzeit zu wenig weiß, sollen Elche künftig in den Jagdrevieren durch Monitoring besser erfasst werden. Man erhofft sich auch Aufschluss darüber, ob die Elche nur eine bestimmte Zeit hier bleiben und dann wieder in ihre angestammten Gebiete zurückkehren. Die Jäger fordern zum Schutz von jungen Bäumen höhere Wildzäune. Außerdem will man Strategien erarbeiten, wie die Gefahr durch Elche im Straßenverkehr verringert werden kann. Insgesamt steht man noch am Anfang bei der Beantwortung der Frage, wie man mit den Elchen bei uns richtig umgeht.