Magnetfelder als Wegweiser

Eines der faszinierenden Phänomene in der Tierwelt waren für mich schon immer die großen Wanderungen der Lachse. Nun haben Forscher aus den USA und Kanada herausgefunden, wie sich Rotlachse auf dieser anstrengenden Reise orientieren: Das Magnetfeld ihrer Heimat weist ihnen den richtigen Weg (Foto: Nathan Putman/Current Biology).

Die Biologen haben die Routen der Rotlachse aus dem Fraser-Fluss in British Columbia über fast 60 Jahre ausgewertet. Diese Fische schlüpfen in diesem Fluss und machen sich im jugendlichen Alter auf, um den fast 2000 Kilometer entfernten Golf von Alaska zu erreichen. Nach zwei Jahren im Meer werden sie geschlechtsreif und kehren dann an ihren Geburtsort zurück, um zu laichen.

Bei der Rückkehr müssen sie um Vancouver Island herumschwimmen, eine Insel, die vor der Mündung des Fraser-Flusses im Meer liegt. Sie ist immerhin 450 Kilometer lang und 100 Kilometer breit, und die Lachse müssen die Wahl treffen, welche Route sie nehmen, um wieder in den Fluss zu gelangen: die nördliche durch die Königin-Charlotte-Straße oder die südliche durch die Straße von Juan de Fuca.

Die Pazifische Lachskommission hat die Wege der Lachse seit 1953 in ihren Jahresberichten aufgezeichnet. Jetzt haben die Wissenschaftler der Oregon State Universität das magnetische Feld an der Fraser-Mündung und an den beiden Übergängen der beiden Meeresstraßen zum Ozean hin für den Zeitraum seit 1953 bestimmt. Dabei fanden sie heraus, dass die Fische jeweils den Weg wählten, bei dem das Magnetfeld an der Meeresstraße ähnlich stark war wie das an der Flussmündung. So kamen sie sicher zu ihrem Ursprungsort zurück.