Biber auf dem Vormarsch

Sie lassen sich nicht mehr aufhalten: Nachdem sie in Deutschland schon einmal als ausgerottet galten, breiten sich Biber hierzulande immer weiter aus – sehr zur Freude von Naturschützern, die in vergangenen Jahrzehnten durch Auswilderungsprojekte den Grundstein für die Wiederansiedlung von Castor fiber (so sein wissenschaftlicher Name) gelegt haben.

Vor ein paar Jahren hatten die Biber bereits unsere Hauptstadt Berlin für sich entdeckt, jetzt machen sie sich in Deutschlands Finanzhauptstadt Frankfurt breit. Vertreter des Naturschutzbundes NABU haben Biber mitten im Stadtgebiet gesichtet. Fachleute gehen davon aus, dass die Biber in ganz Hessen mittlerweile die 300er-Marke geknackt haben. Und sie sind weiter an Flüssen und Bächen auf dem Vormarsch.

Dieser Trend gilt für ganz Deutschland. Nach Angaben der Umweltorganisation WWF gibt es insgesamt schon wieder 21 000 Biber in Deutschland: 6000 allein an der Elbe, wo die eigene Unterart der Elbebiber ansässig ist. Auch in Süddeutschland fühlen sich die Nager offenbar sehr wohl; hier sind mehrere Unterarten wieder ansässig geworden.

Während Naturschützer diese Entwicklung äußerst positiv beurteilen, weil mit ihr die Renaturierung der Gewässer vorankommt und mit dem Biber auch verschiedene Amphibien- und Vogelarten wieder bei uns heimisch werden, zeigen sich zum Beispiel Vertreter des hessischen Bauernverbands skeptisch: Sie befürchten, dass die Tiere durch ihren Dammbau Felder überfluten.

1 Kommentar in “Biber auf dem Vormarsch

  1. Hallo,

    Du schreibst zum Biber:

    „Nachdem sie in Deutschland schon einmal als ausgerottet galten,“

    .. das kenne ich aber anders:

    „In Sachen-Anhalt liegt im Bereich des Bisosphärenreservats Mittlere Elbe das Überlebensgebiet der autochthonen deutschen Biber. …
    Biber aus Sachsen-Anhalt wurden auch für Wiedereinbürgerungen in den Niederlanden, in Dänemark, in Belgien, in der Eifel, im Saarland, in Hessen und in NRW eingesetzt.“

    oder auch

    „Im Land Brandenburg überlebte nur im Bereich der Elbe und vermutlich auch der Schwarzen Elster ein kleiner Restbestand der bei uns heimischen Unterart Elbebiber.“

    Wollen sich da einige Biberaussetzer wichtig tun oder ist dies die „altbundesdeutsche“ Sichtweise?

    Die Bedenken der hessischen Bauern sind wohl nicht ganz unbegründet. In BBG hat ein Ökolandwirt 50ha Äcker wegen der Biber unter Wasser stehen. Der NABU klagt gegen den behördlich genehmigten Abschuss. In Bayern werden bereits wider hunderte Biber geschossen.

    Spannend ist auch das
    Positionspapier des NABU zum Biber in Brandenburg

    „Bei Gefahr für Leib und Leben (z.B. Baue unter Eisenbahnstrecken und Straßen – nicht Feldwegen-, Baue in Hochwasserschutzanlagen bei Hochwasser oder unmittelbar drohendem Hochwasser) sollte unmittelbar nach Erkennen der Gefahr sofort reagiert werden. Die Baue sollten aufgenommen und verfüllt werden.“

    Ist doch eine klare Ansage: Das auf Feldwege angewiesene Landvolk kann sich ruhig den Hals brechen…

    Max

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