Was kommt wohl nach den Bibern?

Wer unter meinen Lesern aus der Region Nürnberg ist und öfter mal in den Tiergarten geht, hat sich vielleicht schon mal drüber geärgert: Im „Aquapark“ des Zoos gibt es eine Biber-Otter-Anlage. Während man den Ottern wunderbar bei ihren Streifzügen unter Wasser durch die große Panoramascheibe zuschauen oder ihre Fütterung mitverfolgen kann, schaut man bei den Bibern meist in die Röhre. Die lassen sich nämlich – da es sich um nachtaktive Tiere handelt – tagsüber so gut wie nie blicken. Schaute man in die Röhre, müsste es eigentlich heißen. Denn mittlerweile gibt es keine Biber mehr im Tiergarten, und zwar schon seit Ende Januar. Die beiden Exemplare wurden an den Tierpark von Äthäri abgegeben. Äthari – das liegt so ziemlich in der Mitte von Finnland.

Nun sind Kolbenenten in die Biber-Anlage eingezogen, außerdem schwimmen Karpfen und ein paar andere Fische im Wasserbecken, und Ziesel huschen durchs Gebüsch auf dem Landteil der Anlage. Dass die Biber – übrigens nach den Wasserschweinen die zweitgrößten lebenden Nagetiere der Welt – den Zoo am Schmausenbuck verlassen mussten, liegt zum einen genau an dem von mir oben geschilderten Problem: Eine ganze Reihe von Zoobesuchern hat sich beschwert, dass man die Tiere praktisch nie sieht. Der andere Grund ist folgender: Die Biber-Anlage wurde zu einer Zeit geplant, als Biber noch als etwas Besonderes galten. Schließlich waren sie  in weiten Teilen Europas schon einmal ausgestorben. In Bayern wurden sie erst in den 1960er Jahren in Kooperation von Bund Naturschutz, Zoologischer Gesellschaft Frankfurt und bayerischem Landwirtschaftsministerium wieder in freier Natur angesiedelt. Also waren sie eine Tierart, auf die der Tiergarten, der Biber seit 2001 hielt, gern aufmerksam gemacht hat.

Inzwischen leben wieder so viele Biber in freier Wildbahn, dass es manchen Menschen fast schon zu viel wird. Darüber habe ich ja auch hier im Blog schon mehrfach geschrieben. Die Nager fällen Bäume und stauen durch ihre Dämme Wasserläufe auf, so dass es zu Überschwemmungen kommen kann. In Bayern gibt es heute wieder rund 15 000 Biber – und damit bereits eine latente Überpopulation; pro Jahr werden deshalb etwa 1000 Tiere abgeschossen.

Im Tiergarten Nürnberg soll es künftig nicht bei den Kolbenenten in der ehemaligen Biber-Anlage bleiben. Die Zooleitung plant etwas anderes – was, verrät sie allerdings noch nicht. Da müssen wir wohl abwarten, bis die neue Tierart Einzug hält!