Mancher Karpfen(esser) ist ganz schön verwegen!

Uns Franken ist der Karpfen ja am liebsten, wenn er auf dem Teller liegt, vorzugsweise gebacken. Allerdings müssen wir bis zum Beginn der nächsten Karpfensaison im September noch etwas warten – bekanntlich isst man Karpfen nur in den Monaten mit einem R im Namen. Das Thema Karpfen ist trotzdem aktuell. Denn Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei und Forscher der Berliner Humboldt-Universität haben sich mit den Fischen beschäftigt, und zwar in einer Studie über die Persönlichkeit von Karpfen. Kein Witz! Die Forscher haben herausgefunden, dass verschiedene Karpfenrassen unterschiedlich risikobereit sind: Gezüchtete Spiegelkarpfen zeichnen sich demnach durch Draufgängertum und Dreistigkeit aus, während die ursprüngliche Rasse der Schuppenkarpfen eher scheu und schüchtern ist. Dafür wurden die Karpfen bei identischen Versuchsreihen in Teichen und in Labortanks beobachtet. Bei der Futtersuche zeigten sich die verwegenen Spiegelkarpfen äußerst risikobereit, die ängstlichen Schuppenkarpfen dagegen wagten sich nur sehr zögerlich aus ihrem Versteck.

Tja, das ist ganz ähnlich wie bei den Menschen, die Karpfen verspeisen. Da gibt es ja durchaus auch gewisse Unterschiede in der Risikobereitschaft: Manche bestellen mutig einen extrascharfen Pfefferkarpfen, andere sind vorsichtig und lassen den Pfeffer lieber ganz weg. Solche „Studien“ habe ich selbst schon in meiner bevorzugten Karpfenwirtschaft betrieben. Und die werde ich im September, gleich bei meinem ersten Karpfen der Saison, auf jeden Fall fortsetzen. Die ganz verwegenen Karpfenesser, die darauf bestehen, auch das Ingreisch (für Nicht-Franken: die Eingeweide; in diesem Fall Rogen und Samenzellen) serviert zu bekommen, werde ich wohl in die Kategorie der Draufgänger einordnen. Zu dieser Spezies gehöre ich übrigens selber auch.

 

6 Kommentare in “Mancher Karpfen(esser) ist ganz schön verwegen!

    • @Kristine,
      wie meinen Sie/meinst Du das bitte? Was genau soll denn in dem Blog nicht mehr gepflegt werden, und worauf bezieht sich das „Schade“?

  1. Hallo Uwo,

    wenn man einen Artikel von Karpfen handelt schreibt wäre doch auch ein Bild eines Karpfen angebracht. Oder?

    Das den Foto ist ein Graskarpfen, ein Amour das sind Pflanzenfresser.
    Gut von unseren Karpfen zu unterscheiden: am Schuppenmuster, der Augenstellung und der Maul und Lippenform. Auch haben Karpfen Barteln.

    Übrigens zu Karpfen und Franken fällt mir noch was ein: Was machen denn die Versuche des LBV zur Kormoranabwehr, die hatten doch 2010 versprochen neue Verfahren zu testen?
    Da Du ja zum Thema auch geschrieben das Fischteiche durch „durch weitmaschige Drahtnetze“ geschützt werden sollen. Wir haben schon 2013 da hätte man doch erste Ergebnisse haben können?

    Grüße
    Max

    • @Max,
      ich bin erst heute Nacht aus dem Urlaub zurückgekommen und konnte deshalb nicht vorher antworten. Ehrlich gesagt, verstehe ich aber nicht ganz, was jetzt das Problem ist. Es gibt doch ein Foto mit einem Karpfen in meinem Beitrag, das schribst Du ja selbst. Ist es nicht völlig egal, um welche Art es sich dabei handelt? (Schließlich steht ja keine Bildunterschrift drunter.)
      Hoffentlich liest Du meine Antwort überhaupt noch, nachdem sie ja einige Tage zeitverzögert kommt.
      Grüße zurück,
      uwo

  2. Hallo Uwo,

    würdest Du denn einen Artikel über Wölfe mit einen Bernhardiner bebildern?

    Die beiden wären noch näher verwand als Karpfen (Cyprinus carpio) und Amur (Ctenopharyngodon idella). Letzterer ist bei Dir auf der Abbildung.
    Die umgangssprachliche Bezeichnung Gras“KARPFEN“ ist etwas irreführend, er wird oftmals auch als GrasFISCH bezeichnet.

    Max

    • @Max Fischer,
      ich würde die Diskussion gern beenden, sonst komme ich gar nicht mehr dazu, einen neuen Blogbeitrag zu schreiben.
      Deshalb nur kurz: Das hier ist ein Blog über Tiere im allgemeinen und Tiere im Tiergarten Nürnberg, kein Fisch- oder Karpfen-Spezialblog.
      Ich hoffe, Du verstehst, dass ich nicht weiter auf diesem Thema herumreiten kann.
      Tierische Grüße,
      uwo

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