Vogelfreunde können helfen

Im Sommer vergangenen Jahres erwischte es die Amseln, heuer sterben reihenweise Grünfinken. Der Naturschutzbund Nabu meldet seit Juli vor allem aus Südbayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und dem Raum Berlin auffallend viele tote oder kranke Exemplare dieser Singvögel, die zu den Sperlingen gehören. Sie sind höchstwahrscheinlich Opfer einer Infektionskrankheit, die durch Trichomonaden ausgelöst wird. Bei dem Erreger handelt es sich um einen Einzeller namens Trichomonas gallinae. Die Vögel können sich sowohl durch Kontakt untereinander anstecken als auch durch Trinkwasser an Futterstellen. Denn wenn sich das Wasser im Sommer erwärmt, fühlen sich die Erreger darin pudelwohl.

Das Grünfinken-Sterben 2013 und das Amsel-Sterben 2012 haben also nichts miteinander zu tun, denn bei den Amseln war das Usutu-Virus schuld, das durch Stechmücken übertragen wird. Die Mitarbeiter des Nabu haben 2009 zum ersten Mal das Auftreten der Trichomonaden-Infektion bei den Grünfinken beobachtet; damals starben zwischen 70 000 und 80 000 der Tiere. Derzeit gibt es in Deutschland ungefähr zwei Millionen Grünfinken-Brutpaare; sie gelten auf der Roten Liste bedrohter Tierarten als „nicht gefährdet“. Grünlinge trifft man vor allem in Feldgehölzen, an Waldrändern, auf Weideflächen mit Büschen, in Gärten und Parks an, durchaus häufig auch in der Stadt.

Tierfreunde können mithelfen, das Infektionsrisiko für die Grünfinken zu minimieren: Bis zum Winter sollte man die Vögel nicht füttern. Auch Vogeltränken entfernt man am besten, zumindest dann, wenn dort mehr als ein kranker oder toter Grünfink aufgetaucht ist. Der Nabu bittet außerdem, kranke oder tote Tiere zu melden, und zwar hier im Internet. Ich sage schon mal: Vielen Dank an alle, die den Nabu auf diese Art und Weise unterstützen!

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