Chinesische Pandas und der flämisch-wallonische Konflikt

Der in Belgien seit Jahrhunderten schwelende Zwist zwischen Flamen und Wallonen ist immer wieder Ursache für interessante Begebenheiten. Zwei chinesische Pandabären sorgen jetzt für neuen Zündstoff zwischen den Französisch sprechenden Wallonen und den Niederländisch parlierenden Flamen.
Was ist passiert? Die beiden Pandas wurden dem belgischen Ministerpräsidenten Elio Di Rupo auf seiner Chinareise vom dortigen Premierminister Li Keqiang als zehnjährige Leihgabe versprochen. Di Rupo betont, dass die Ankunft der Tiere eine Ehre für Belgien sei und ein Zeichen für die vertrauensvolle Atmosphäre zwischen China und Belgien. Der eher frankophone Di Rupo tendiert dazu, sie ab dem Frühjahr 2014 im Tierpark Pairi Daiza im Süden Belgiens – also in der Wallonie – einquartieren zu lassen. Daraufhin sollen – so die Nachrichtenagentur Belga – Verantwortliche im Zoo in Antwerpen mehr als sauer reagiert haben. Sie plädieren dafür, dass die Pandas bei ihnen in Flandern untergebracht werden. Der Antwerpener Zoo (dessen Website es in einer niederländischen und französischen Sprachversion gibt) beherbergt über 5000 Tiere und ist der älteste und berühmteste Tierpark des Landes. Gegründet wurde er 1843 und zählt jährlich etwa 1,3 Millionen Besucher.
Der Sprachenstreit zwischen den Wallonen und Flamen ist eine never-ending Story in Belgien und hat vor drei Jahren das Land sogar fast zum Auseinanderbrechen geführt. Damals gab es 541 Tage keine gewählte Regierung, bis der Sozialist Elio Di Rupo dann Chef einer Koalitionsregierung wurde.

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