"Wolfserwartungsland": bitte nicht!

Es gibt Wortschöpfungen, da könnte ich mir die Haare ausraufen – oder Schlimmeres. „Wolfserwartungsland“ ist ein solches Wort, das mir als Wolf natürlich besonders weh tut. Bayern soll angeblich Wolfserwartungsland sein. Das meldet jedenfalls die Online-Redaktion des Bayerischen Rundfunks auf einer Seite zur Sendung „Unkraut“. Ob den BR-Redakteuren das Wortungetüm selbst eingefallen ist, ob sie es nur von der ehemaligen bayerischen Wolfsbeauftragten Giulia Kriegel oder vom Landesamt für Umwelt übernommen haben, weiß ich nicht. Ich weiß nur: Das ist ein grauenhaftes Wort!!! Warum kann man nicht einfach sagen oder schreiben, dass es auch in Bayern wohl bald wieder Wölfe geben wird?

Seit Jahrhunderten wird bei uns vom „bösen Wolf“ geschrieben und gesprochen – eine üble Nachrede! Längst ist erwiesen, dass das nicht stimmt. Ich finde es deshalb wenig zweckdienlich, wenn sich die BR-Onliner in ihrem Beitrag über Wölfe zu der Aussage hinreißen lassen, „… sie wandern heimlich, unerkannt und meist bekommt der Mensch ihre Anwesenheit erst mit, wenn der Wolf ein Tier reißt“. Na toll! Vorurteile zu bestätigen, statt sie auszuräumen, sollte eigentlich die Aufgabe der Redakteure beim BR sein. – Sei´s drum!   Versöhnlich stimmt mich ein Satz weiter unten in dem Beitrag: „Wölfe sind extrem anpassungsfähig und intelligent“, heißt es da. Damit kann ich leben.