Es war eine Autoimmunerkrankung

Jetzt steht es fest, woran Seekuh Luna im Tiergarten Nürnberg gestorben ist. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen, das die Sektionen der Kadaver von Tiergartentieren vornimmt, hat „ein komplexes Krankheitsbild“ zum Tod von Luna geführt. Zu den schon von den Zootierärzten festgestellten Befunden einer leichten Anämie und einer auffälligen Hauttveränderung wurde eine autoimmune Dermatopathie (Hauterkrankung) festgestellt. Das heißt, das Immunsystem von Luna hat gegen körpereigenes Gewebe überreagiert. Das Gewebe wurde als ein zu bekämpfender Fremdkörper gesehen, mit der Folge schwerer Schäden des betroffenen Organs. Solche Phänomene kennen wir ja auch beim Menschen. Und Humanmediziner stehen dabei meist ebenso vor einem Rätsel wie Veterinäre.

Die Tierpathologen haben bei der Untersuchung von Luna außerdem in Kombination mit der Autoimmunerkrankung eine bakterielle und eine Pilzinfektion der Haut nachgewiesen. Die Haut konnte sich nicht mehr gegen Pilze und Bakterien schützen. Weil so viele verschiedene Faktoren bei der Manati-Dame zusammenkamen, starb sie schließlich an einem akuten Herz-Kreislauf-Versagen.

Ich habe mich noch einmal bei den Tierärzten am Schmausenbuck erkundigt, ob sich denn die drei übrigen Seekühe im Manatihaus bei Luna angesteckt haben könnten. Darauf weist bisher nichts hin, man hält eine Ansteckung auch für unwahrscheinlich. Denn es gebe überall Bakterien und Pilze, die aber bei einer gesunden Haut nicht gesundheitsschädigend sind.

1 Kommentar in “Es war eine Autoimmunerkrankung

  1. Danke, Frau Wolf, dass Sie bei den Tierärzten nachgefragt haben. Das Wort „Pilzinfektion“ löst ja auch bei einem Laien Alarmglocken aus. Aber ich bin mir sicher, dass sich das Pflegepersonal und die Ärzte gut um die Manati-Gruppe kümmern werden!

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