Jetzt auch noch die Piraten!

Die Grünen haben es vorgemacht – nun fordern auch die Piraten ein Haltungsverbot für Delfine, und zwar in den Zoos von Nordrhein-Westfalen. Einen entsprechenden Antrag will die Landtagsfraktion der Piraten nächste Woche im Landtag einbringen. Die Partei will auch prüfen lassen, ob Delfine ausgewildert werden können.

Da frage ich mich schon: Hat man bei den Piraten in Nordrhein-Westfalen eigentlich nichts vom Vorstoß der Grünen – und zwar deren Fraktion im Bundestag! – mitbekommen? Wollen diese Landtagspolitiker jetzt das Rad neu erfinden? Wissen sie überhaupt, dass in Nordrhein-Westfalen nur in Duisburg noch Delfine gehalten werden und deutschlandweit außer in Duisburg nur noch in Nürnberg (siehe Foto)? Oder stellen sie diesen Antrag einfach mal so, weil es halt populistisch ist und sie damit ein paar Tierrechtler auf ihre Seite bringen wollen, die bekanntlich seit Jahren gegen Delfinarien kämpfen? Vielleicht ist auch jemand von Peta Mitglied bei den Piraten in Nordrhein-Westfalen?

Eine solche Ahnungslosigkeit von Politikern finde ich wirklich beängstigend. Schon der Vorstoß der Grünen im Frühsommer zeugte für mich von Unwissenheit. Ich erinnere mich außerdem gut an den Redaktionsbesuch von Jürgen Trittin bei der NZ, kurz vor der Bundestagswahl. Als ich ihn fragte, ob er überhaupt schon eines der Delfinarien in deutschen Zoos selbst gesehen habe, musst er verneinen. Für einen Besuch der Delfinlagune in Nürnberg hatte er natürlich auch keine Zeit gehabt, den Duisburger Zoo kannte er ebenfalls nicht. Trotzdem für das Verbot zu stimmen, damit hatte Trittin offenbar keine Probleme gehabt. Dafür erzählte er, er gehe mit seinen Enkeln gerne in Zoos, und er sei überzeugt, die Pfleger würden sich viel Mühe geben, auch bei der Delfinhaltung. – Da konnte sich jeder Wähler heraussuchen, was ihm gefiel.

Würde man bei den Piraten in Nordrhein-Westfalen nachhaken, kämen wahrscheinlich ähnlich unsägliche Antworten. Kein Wunder, wenn Politiker als immer unglaubwürdiger gelten! Sie geben tatsächlich ihr Bestes dafür.

 

101 Kommentare in “Jetzt auch noch die Piraten!

  1. „Interessant“ auch die Forderung der Piraten, die Delfine müssten „in größere Gruppen zusammengelegt werden, um eine Vereinsamung der Tiere zu vermeiden“.

    Wie soll das denn gehen? Außerdem sind die Gruppen in Duisburg und Nürnberg doch schon stattlich: Nürnberg: acht Große Tümmler, Duisburg: neun Große Tümmler … Von Vereinsamung kann da doch wohl keine Rede sein.

    • @Susanne, sie haben etwas vergessen zu erwähnen. Die Piraten schreiben zur Zusammenlegung ausführlich: „Sollte KEINE Auswilderung möglich sein sind die betroffenen Tiere NACHT BESTEN MÖGLICHKEITEN in größeren Gruppen zusammen zu legen um eine Vereinsamung der Tiere zu vermeiden…“ Für sie nocheinmal übersetzt. Wenn „nach besten Möglichkeiten“ es also möglich ist, sollte die Verbände vergrößert werden. Da ja die Anzahl der Individuen in den nächsten Jahren schrumpfen wird, werden acht und neun Delfine auch nicht mehr so konstant bleiben.

      • @Frank Albrecht, danke, ich brauche keine Übersetzungshilfe …
        Ich verstehe nicht, warum die Piraten die Option Auswilderung überhaupt in Erwägung ziehen, nachdem die in Deutschland gehaltenen Delfine entweder schon sehr alt sind (Moby) oder zum größten Teil in Delfinarien geboren wurden. Eine Auswilderung ist also keinesfalls möglich.
        Warum soll die Anzahl der Individuen in den nächsten Jahren schrumpfen? Die Nachzucht von Großen Tümmlern in Europa ist sehr erfolgreich. Alleine in Duisburg sind von neun Delfinen sieben in menschlicher Obhut geboren …

        • @Susanne, sie benötigen leider immer wieder eine „Übersetzungshilfe“, denn da steht im Antrag: „die Möglichkeit der Auswilderung zu ermitteln“. Heisst nicht automatisch: „Los, auswildern!“ Und ihr Bild von „erfolgreicher Nachzucht“ ist ebenso einseitig, wenn man die verstorbenen Delfine von Duisburg nicht mit einbezieht. Und sie ignorieren, wie sich die Nachzuchten ergeben (Wildfang, F1-Generation oder F2-Generation usw.). Und sie plappern das nach, was Zoos ihnen vorgeben. Oder haben sie das europäische Zuchtbuch vor sich und ausgewertet?

  2. Man kann die Forderung für ein Ende aller Delfin-Gefangenschaften nicht oft genug fordern und erneuern. Da spielt es also keine Rolle, wann und wer die Forderung aufstellt. Und auch völlig unwichtig ob man der erste, der dritte oder der hundertste Fordernde ist. Dies zu kritisieren ist so was von absurd. Man stelle sich vor, jemand hätte Mandela kritisiert, weil sich nicht schon vor M. L. King gegen Rassismus bekannt hat. Und auch ihre Kritik an Trittin finde ich fraglich. Muss man etwas Negatives erst real gesehen und miterlebt haben um sich eine Kritik erlauben zu dürfen? Wäre so, als wenn keiner Kriege verurteilen dürfe, nur weil er keinen live miterlebt hat.

  3. Die Vergleiche von Frank Albrecht sind, wie üblich, einmal wieder unterirdisch und vollkommen unpassend. Das die Piraten etwas nicht mitbekommen haben kann durchaus sein. Das ist wahrscheinlich auch ein Grund warum sie wieder in der Versenkung verschwinden werden. Ich frage mich nur, wer die angestachelt hat. Vielleicht gehen Grüne, Piraten und Tierrechtler jetzt eine Koalition der Splittergruppen ein?

    • @Mandred – Sind sie auch in der Lage zu begründen, warum meine Vergleiche „unterirdisch und vollkommen unpassend“ sind. Ganz offensichtlich haben sie diese inhaltlich nicht verstanden. Und ist nicht genau die Rolle der Politik, die Interessen der Menschen im Land zu vertreten. Wenn sie diese Form der Demokratie als „Anstacheln“ bezeichnen, brauch ich mich bei ihnen über nichts mehr zu wundern. Und die FDP ist auch so etwas von weg! Lag ihr „verschwinden in der Versenkung“ daran, dass sie die Gefangenschaftshaltung von Delfinen befürworteten? So kehrt sich ihre Argumentation um. Wahnsinn, was!?

      • @Frank Albrecht,
        Nein, das verschwinden der FDP hat nichts mit den Zoos und den Zirkussen zu tun. Bei den Grünen sieht das schon anders aus. Hier sehe ich schon einen Zusammenhang, z.B. die Diskussion des „Veggie-Days“. Kennt man die Struktur der Piraten-Partei, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass hier Lobby-Arbeit betrieben worden, also anstacheln von außen. Sie wollen doch nicht etwas die Arbeit von Mandela mit der Arbeit der Tierrechtler vergleichen? Das sehe ich als Herabwürdigung der Lebensleistung von Mandela.

        Als nächstes kommen bestimmt wieder die Beispiele von „Menschenshows“ in Zoos, Sklavenhaltung und der KZ-Vergleich.

        • @Mandred, wenn das FDP-Verschwinden nichts mit Zoos zu tun hat, warum soll also das mögliche Piraten-Verschwinden mit diesem Antrag zu tun haben. Sie belegen die Absurdität ihrer Äußerung schön selbst. Und die Kritik am Grünen-„Vegge-Days“ kam größtenteils von der FDP. Und wer sitzt jetzt noch im Bundestag? Mmmmhhh! Am Volk vorbei? Basisdemokratie ist übrigens das Markenzeichen der Piraten. Nicht verstanden? Schauen Sie sich nur den Antrag an. Und ich habe den Einsatz für Tierrechte nicht mit Mandelas Kampf gegen Rassismus verglichen. Ich habe Mandel und M.L.King verglichen! Können Sie nicht lesen. Es ging um die von der Nürnberger Zeitung kritisierte Reihenfolge der Kritik an der Delfinhaltung. Und selbst wenn ich Tierrechte mit Mandelas Kampf um Menschenrechte verglichen hätte, bestehen schon Paralele zwischen der Arbeit von Tier- und Menschenrechtlern. Sie sollten sich mit beiden Forderungen endlich einmal ernsthaft befassen.

        • @Frank Albrecht
          Dieser Antrag hat nichts mit dem Verschwinden der Piraten zur jetzigen Zeit zu tun. Kann er gar nicht, der Antrag ist ja noch nicht einmal in der Öffentlichkeit bekannt. Also drehen sie einem das Wort nicht im Mund herum. Das die FDP der größte Kritiker wage ich noch zu bezweifeln. Der Aufschrei ging durch die Medien in die Öffentlichkeit. Klar sitzen die Grünen noch im Bundestag, aber mit zehn Prozent weniger. Also ist meine Argumentation nicht absurd. Das sie dies so bezeichnen ist ein Markenzeichen ihrer Diskussion. Mag sein, dass ich nur ein Zoo-Verblödeter bin. Macht nichts, ich bewege mich damit mit der Mehrheit der Bevölkerung.

    • @Silvio Herget,

      Dieser Antrag ist doch wieder von den Grünen und von den Facebookseiten der Delfingegner abgeschrieben und ohne das neue Erkenntnisse verarbeitet wurden. Ich erinnere an die Anhörung des Deutschen Bundestages.

      Das ist Populismus. Ich kann verstehen, dass diese „Partei“ in der Versenkung verschwindet. Der Bürger hat schnell gelernt welche Luftblase dahintersteckt.

  4. Liebe Fr. Wolf,

    daß es diese Art von Definhaltung „nur“ noch in Duisburg und Nürnberg gibt, sollte Ihnen vielleicht zu denken geben!
    Einen gewissen A. Hitler gab es auch nur einmal, hätte die Welt Ihn deshalb gewähren lassen sollen?
    Ich werde auch nächstes Jahr wieder in der Nürnberger Fußgängerzone gegen diese Tierquälerei demonstrieren!

    Ich sehe in diesem Artikel eine reine Meinungsäußerung Ihrerseits! Keine fundierten Aussagen!

    @Frank: Typen wie Manfred kann man nicht überzeugen! Zu beratungsresistent!

    MfG

    • @Olli,
      ein Blogbeitrag ist kein Artikel, sondern ein subjektiver Beitrag und damit selbstverständlich eine Meinungsäußerung.
      Vor Hitler müssen Sie ja ziemlich viel Respekt haben, wenn sie „Ihn“ groß schreiben. Oder war das – ich hoffe es! – nur ein Tippfehler?

      • @uwo,
        War nicht so ganz das richtige Beispiel, seh ich ein. Mir ging es dabei darum, daß man über die Häufigkeit nichts festmachen kann! Zum Thema Respekt – ich habe Respekt vor jeder Art des Lebens, schließt also Respekt dieser Person gegenüber aus! Zu dessen Zeit hätte ich aber sicherlich Angst vor ihm gehabt! Also, bitte vergebt mir diesen „Vergleich“! Sorry!

  5. Leider arbeiten die Delfinhaltungsgegner mit zahlreichen falschen Behauptungen, z.B. werfen sie schon einmal sämtliche Tümmlerarten in einen Topf. Dabei ist inzwischen genetisch nachgewiesen, dass es sich bei den in Delfinarien gehaltenen Tümmlern um ortstreue Nordwestatlantische Küstentümmler handelt, die sich bereits vor ca. einer halben Mio. Jahren von den Tümmlern im offenen Meer abgespalten haben und nur Flachwasserzonen in Flüssen, Flussmündungen und Küstenstreifen bis max. 34 m Tiefe bewohnen. Die Gesamtpopulation dieser Art besteht nur aus etwa 40.000 Tieren und der Bestand nimmt so rasant ab, dass sie evtl. schon in 30 Jahren in der Natur ausgestorben sein werden. Ein Haltungsverbot würde das Aussterben nur fördern. Außerdem haben eine Menge Delfinforscher, die Delfine weltweit untersuchen bisher keine Unterschiede im Sozialverhalten zwischen Delfinarien- und Wildtieren entdeckt, noch irgendein Fehlverhalten entdeckt. Die Zahl der Geburten ist auch doppelt so hoch wie die Zahl der Todesfälle und die Lebenserwartung inzwischen 5-15 Jahre höher als in der Wildnis.

      • @Jürgen Ortmüller (WDSF),
        Bei dem Thema Geburten/Todesfälle beziehe ich mich auf die Delfinarien in Mittel- und Westeuropa, trifft aber auf Nordamerika auch zu. Mit den Delfinarien in Osteuropa und in Asien hab ich mich noch nicht näher beschäftigt, da in Osteuropa der Schwarzmeer-Tümmler (Tursiops ponticus) und in Asien die Küstenarten Tursiops aduncus und Tursiops gillii gehalten werden.
        Die Unterschiede zwischen der Küsten- und der Offenmeerart vor der amerikanischen Küste wurden bereits morphologisch, ökologisch, genetisch und verhaltensbiologisch in den Arbeiten Torres, L. G. (2003). Improving management of overlapping bottlenose dolphin ecotypes through spatial analysis and genetics. Marine Mammal Science 19 (3): 502-514. und Mead, J. G. & Potter, C. W. (1995). Recognizing two populations of the bottlenose dolphin (Tursiops truncatus) on the Atlantic coast of North America: morphologic and ecologic considerations. IBI Reports 5: 31-44.herausgearbeitet. Mead & Potter haben auch bereits mehrere wissenschaftliche Namen für die Küstenart ins Spiel gebracht, wobei es wahrscheinlich auf Tursiops erebennus hinausläuft. Ganz aktuelle genetische Daten in der Arbeit Moura et al. (2013). Recent diversification of a marine genus (Tursiops spp.) tracks habitat preference and environmental change. Systematic Biology 62 (6): 865-877. haben die Entwicklungsgeschickte der Gattung Tursiops genetisch beleuchtet und die Abspaltung der Küstenart an der amerikanischen Atlantikküste von den Offenmeerarten auf 486.000 Jahre datiert.

      • @Jürgen Ortmüller (WDSF), Noch eine Ergänzung. Ich finde ja durchaus, dass man noch einiges in der Haltung verbessern sollte. Vor allem ist es doch noch stark eine „Badezimmerhaltung“. Mangroven, Sand, Riffe, in denen sich auch etwas verstecken lässt, dass die Tiere dann Suchen können, also mehr natürliche Beschäftigungsmethoden. Und langfristig wäre, wie es bei der Elefantenhaltung gerade läuft, eine Flächenaufstockung auf mehr als 5.000 Quadratmeter schon erstrebenswert. Wir werden aber in diesem Jahrhundert die meisten Wal- und Delfinarten verlieren, weil sich der Großteil (vor allem aus Geldgründen) wirklich nicht vernünftig halten lässt. Und da sollten wir doch wenigstens die Arten, die sich relativ gut halten lassen der Nachwelt erhalten und nicht auch noch hinterherwerfen.

  6. @ Jürgen Ortmüller
    Die Antwort müssten Sie doch liefern! Das erwarte ich einfach von einer der weltweit aktivsten Organisationen zum Schutz von Meeressäugetieren mit Vor-Ort-Protestaktionen und juristischen Interventionen gegen katastrophale Haltungen in Delfinarien und Tierquälerei.

  7. Es ist noch immer so, dass die Halter von Delfinen bestätigen müssen, dass deren Haltung artgerecht ist. Bisher warte ich auf den vollständigen Einblick in ALLE Unterlagen, auch in die Zuchtbücher. Die Bringschuld liegt eindeutig beim Nürnberger Tiergarten. Es gibt genügend deutliche und bislang nicht widerlegte Hinweise auf die nicht artgerechte Haltung.

  8. Übrigens: Es waren schon etliche MdBs der Grünen im Tiergarten und haben sich mit der Lagune befasst. Kleiner Auszug: Agnes Krumwiede, Anton Hofreiter, Beate Walter-Rosenheimer, Undine Kurth. Es ist nicht so, dass man bei einem Sachverhalte, der zudem dann auch noch abgestimmt wird, alle MdBs durch eine Einrichtung schleust. Würde man das tun, gäbe es den Aufschrei, dass das dem Steuerzahler viel zu teuer käme. Von daher ist der Verweis auf Jürgen Trittin unnötig.

  9. So viel ich weiß, ist von Kathleen Dudzinski eine Vergleichsstudie zwischen wild lebenden Tümmlern und den Tümmlern in Duisburg in Arbeit. Und in Nürnberg läuft ja derzeit eine Doktorarbeit über deren Cortisolspiegel (Stresshormone). Nürnberg hatte bisher, das muss man feststellen, kein Glück bei der Zucht. Da wäre zu überlegen, ob sie nicht eine reine Junggesellengruppe halten sollten, falls sie das Zuchtproblem in den nächsten Jahren nicht auf die Reihe bekommen. Ich kann demnächst, wenn ich etwas Luft habe, gerne mal die europaweiten Nachzuchten und Todesfälle zusammentragen.

    • @Stefan Hintsche, Soweit ich weiß, stammen die Wildfänge in europäischen Delfinarien aus unterschiedlichen Regionen mit unterschiedlichen Küstengebieten, was z.B. die Wassertiefe angeht. Auch zum Bewegungsverhalten der „Küstendelfine“ gibt es unterschiedliche Erkenntnisse, manche halten sich nur in Buchten auf, manche verlassen sie auch. Ist von jedem Tier bekannt, aus welcher Population es genau stammt? Dass ein Haltungsverbot das Aussterben bedrohter Arten fördern soll, leuchtet mir nicht ein. Auswilderungsprojekte gibt es nicht und wurden seitens der Delfinarien auch immer als nicht sinnvoll abgelehnt. Ein paar „Museumsstücke“ können die Arten doch nicht retten. Ich bin mir sicher, dass die Studien das gewünschte Ergebnis „Delfinhaltung ist o.k.“ erbringen werden, auch wenn z.B. die Aufzeichnungen des Tiergarten selbst auf erhebliche Probleme schließen lassen. Wirklich platt bin ich angesichts Ihrer Aussagen, bei Delfinhaltungen sei eine Flächenaufstockung auf über 5000 Quadratmeter erstrebenswert und in Nürnberg solle wegen mangelnden „Glücks“ bei der Delfinzucht evt. eine reine Junggesellengruppe in Erwägung ziehen. Obwohl Sie es sicherlich nicht beabsichtigen, haben Sie damit doch manche Argumente der Kritiker bestätigt. Die gerade mal 2,5 Jahre alte DelfinLagune ist falsch konzipiert, viel zu klein und kann keine artgerechte Haltung bieten – das ist eine reine Junggesellengruppe ja nicht. Eine Aufstellung der europaweiten Nachzuchten und Todesfälle wäre sicherlich gut, aber nur dann aussagekräftig und transparent, wenn die Delfinarien Ihnen das bisher unter Verschluss gehaltene Zuchtbuch zur Verfügung stellen. Ich bin sehr gespannt, ob Ihnen das gelingt.

      • @Cornelia Schamicke, Die meisten stammen aus der Sarasota-Bucht in Florida und die anderen aus anderen Bereichen Floridas, dem Küstenstreifen am Golf von Mexiko, Einzelexemplare auch aus Kuba, Torres hat über 60 Populationen der Küstentümmler in Amerika untersucht und kein Exemplar ist in einen Abschnitt geschwommen, der tiefer als 34 m war. Einige Gruppen wechseln zwischen Sommer- und Winterhabitat, wobei die nur einige Kilometer auseinanderliegen und die Tiere immer entlang der Küste schwimmen. Zur Größe: wenn die jetzige Beckengröße für ein natürliches Verhalten ausreicht, heißt das doch nicht, dass man in der Zukunft nicht noch weitergehen kann. Ich denke da nicht rein an die Delfine, sondern an eine Gemeinschaftshaltung mit anderen Tierarten, also zunehmende Nachbildung des natürlichen Ökosystems (das ist mein persönlicher Anspruch, von der Erhaltung einzelner Arten zur Nachbildung von Teilbereichen der Ökosystem zu kommen) und an eine Bestandsaufstockung. Für eine genetische Reserve liegt das Optimum bei 1.000 Tieren, in Nordamerika und Europa werden etwa 700 gehalten, d.h. es wäre gut, wenn man die Kapazität durch Zucht noch ein wenig erhöhen könnte, was derzeit aber nicht geht, da der Platz dafür nicht vorhanden ist. Daher bekommt ja fast ein Drittel der Weibchen derzeit die Pille. Ich gehe in Nürnberg davon aus, dass die Zuchtprobleme nicht haltungsbedingt sind, sondern eher genetischer Natur (das muss noch geklärt werden) und da finde ich es sinnvoll Tiere, die gesundheitlich nicht in der Lage sind, Nachwuchs zu bekommen, in einer Extragruppe zu halten, denn obwohl Männchen auch gelegentlich einzeln leben, wäre ein soziales Gefüge für sie besseer und da sind Junggesellengruppen ideal. Die gibt es in der Natur ja auch. Es ist richtig, dass die aktuell gehaltenen Tiere nicht ausgewildert werden können. Das ginge nur schrittweise über 1-2 Generationen hinweg und wäre sehr aufwendig und teuer. Aber, wenn es keine mehr in der Natur gibt, sind die Leute vielleicht auch gewillt, Geld in ein Auswilderungsprojekt zu investieren. Außerdem können evtl. eng verwandte Arten durch eine Leihmutterschaft gerettet werden, wie es Neuseeland damals beim Mesopotamischen Damhirsch gemacht hat. Das mit den Nachzuchten und der Herkunft ist machbar, aber viel Arbeit.

        • @Stefan Hintsche, Hier ein Beispiel von Dr.Karsten Brensing/WDC in seiner Gegenrede zu einem Interview mit Dr. von Fersen: „In einer 2006 veröffentlichten Studie wurden verschiedene gestrandete Delfine mit Satellitensendern ausgerüstet und wieder frei gelassen. Der „Gulliver“ getaufte Delfin strandete vor St. Augustine und wurde ca. 200km südlich in Cape Canaveral FL wieder ausgesetzt, dann schwamm er gegen die Strömung nach Süden durch die gesamte Karibik bis nach Virgin Islands. Diese Reise führte ihn durch 5000m tiefes Wasser und dauerte 47 Tage. Dabei legte er ca. 90km pro Tag zurück. Weder dieses Beispiel noch diese Studie ist ein Einzelfall. Der Flachwasserbereich im Golf von Mexiko, auf den hier (Anm: von Dr. von Fersen) angespielt wird , ist nicht 4 sondern ca. 40m tief und ist in der Tat die Heimat einer recht ortstreuen und gut untersuchten Delfinpopulation, die auch oft in 4 Meter tiefem Wasser beobachtet wird. Einer der Forscher aus diesem Gebiet hat aber auch andere Delfine der gleichen Art erforscht und beobachtet, dass die über 450m tief tauchen.“
          Ihr Anspruch, Herr Hintsche, in allen Ehren(ehrlich gemeint, keine Ironie!), aber diesen Aufwand, den Sie da betreiben wollen, kann niemand bezahlen und er kann keine zerstörte Natur retten. Es muss politisch darum gerungen werden, natürliche Habitate zu erhalten und zu schützen und dahin sollte das Geld primär gehen. Wenn die Zoos ernsthaft dazu beitragen wollen, wären aus meiner Sicht viel stärkere Anstrengungen bei Aufklärung und Bildung sinnvoll, statt Unsummen in Tierhaltungen zu stecken, die selbst mit großem Aufwand nicht funktionieren. Bei einer aktuellen Umfrage unter Tiergartenbeschern haben 90% angegeben, dass es ihnen um Freizeitgestaltung geht und nur 10% kommen aus biologischem Interesse. Da ist man mit dem selbst gesteckten Bildungsauftrag nicht sehr weit gekommen.

  10. Ich gebe Ihnen Recht, dass Bildung ein wichtiger Bereich für die Zoos ist und die Stärke liegt auch im Kontakt mit den Tieren auf Probleme und Schutzprojekte aufmerksam zu machen (daher sind die Zoos ja auch der drittgrößte Geldgeber für Schutzprojekte und Schutzgebiete weltweit). Wie Sie auch richtig festgestellt haben, gehen die Leute hauptsächlich in den Zoo, um einfach Tiere zu sehen und nicht um sich zu bilden. Aber wenn man die Leute danach frägt, ob sie etwas gelernt haben (genaue Zahl müsste ich jetzt nachschauen), geben die meisten an etwas gelernt zu haben. Man muss die Informationen gut verpackt weitergeben. Ich arbeite im Naturschutz, erstelle z.B. Pflegepläne für Naturschutzgebiete oder spezielle Arten und in Deutschland ist es leider so, dass alles nur noch durch menschliche Pflege zu erhalten ist, weil die Gebiete zu klein sind oder Tierarten, die für einen Erhalt sorgen würden (z.B. große Weidetiere oder Raubtiere) ausgestorben sind. Leider wird das in wenigen Jahrzehnten weltweit der Fall sein, da wir auf 10 Mrd. Menschen zusteuern, die alle so leben wollen wie wir. Daher halte ich es schon für sinnvoll vor allem ökosystemrelevante Arten zu erhalten und später wieder auszuwildern. Es gibt ja auch inzwischen jährlich etwa 50 erfolgreiche Auswilderungsprojekte pro Jahr. Durch den Ressourcenverbrauch, fürchte ich, werden viele Schutzgebiete leider nicht zu halten sein. Das andere Thema ist die Forschung, je mehr ich über eine Art weiß, desto mehr kann ich bei Eingriffen in die Natur auf sie Rücksicht nehmen und der Mensch wird leider immer eingreifen. Viele Aspekte kann ich nun einmal in der Haltung besser untersuchen, z.B. wie wirkt sich die Temperatur (Abwärme durch ein Kraftwerk) auf das Reproduktionsverhalten aus. Die Zoos sind ja zur Forschung verpflichtet und leisten da einen wichtigen Beitrag, wobei aber das Potenzial bisher noch längst nicht susgeschöpft wird. Auch bei Delfinen lässt sich z.B. die Immunologie oder die Physiologie besser im Zoo untersuchen (wir kämpfen ja mit einer massiven Zunahme an Krankheiten bei Meeressäugern, die früher eher für Landtiere typisch waren). Bei Ihrem Beispiel von Herrn Brensing sehe ich das Problem, dass in den Gewässern eben auch Hochseetümmler vorkommen, die auch mal in Küstennähe kommen bzw. stranden und in vielen Untersuchungen werden sie immer noch nicht von den Küstentümmlern unterschieden (sehen ja auch extrem ähnlich aus). Ich werde aber im Frühjahr eh mit Herrn Brensing telefonieren. In der Haltung wäre es aufgefallen, wenn Hochseetümmler darunter wären, da bei Erhaltungszuchten heutzutage genetische Proben von allen teilnehmenden Tieren genommen werden, um von einem Softwareprogramm die geeigneten Paarungspartner berechnen zu lassen und Inzucht zu vermeiden. Ich hatte nämlich schon einmal wegen genetischen Zuchtbarrieren nachgefragt. Letztlich liegen die meisten der Leute hier nicht weit auseinander und haben bezogen auf die Tiere gute Absichten. Bei den Strategien liegen halt die Meinungen ein wenig auseinander. Schönen Abend!

    • Noch eine kurze Erklärung, warum ich bezweifel, dass es sich bei dem von Karsten Brensing angeführten Delfin um einen Küstentümmler handelte. Ich kann durch genetische Untersuchungen feststellen, welche Populationen sich durch Fortpflanzung genetisch austauschen. Ein Austausch zwischen Populationen über so große Entfernungen wäre durch einen genetischen Fingerabdruck sichtbar. Da gibt’s aber bisher keinen Hinweis.

    • @Stefan Hintsche, könnten sie mir die unabhängige Quelle nennen, wo hervorgeht, das Zoos der „drittgrößte Geldgeber für Schutzprojekte und Schutzgebiete weltweit“ ist? Und auch ihre Zahl zur Bildung („etwas gelernt“) würde mich interessieren. Ebenso bitte ich um Linkangabe wo steht, dass es „jährlich etwa 50 erfolgreiche Auswilderungsprojekte pro Jahr“ gibt.
      Vielen dank im Voraus!

      • @Frank Albrecht, Das die Zoos der drittgrößte Geldgeber für Schutzprojekte weltweit sind, stand in den letzten Monaten in mehreren Zeitschriften z.B. in der Ausgabe 9/2013 von Natur (ehemals Natur & Kosmos), in Öko-Test wurd’s glaub ich auch erwähnt. Die vier größeren bayerischen Zoos unterstützen derzeit folgende Projekte Rhino Fund Uganda, Stiftung Artenschutz (diverse Projekte weltweit), WAPCA (Primaten in Westafrika), Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg, Sphenisco (Pinguine in Südamerika), IAGNBI (Ibisse), Rettet den Drill (Primaten in Zentralafrika), Verein für vom Aussterben bedrohte Haustierrassen, Zoologische Gesellschaft Frankfurt (diverse Projekte z.B. Orang-Utan), Yaqu Pacha (Meeressäuger in Südamerika), ZGAP (diverse Projekte weltweit), sowie zahlreiche weitere Projekte indirekt über die Zooverbände (z.B. Orang-Utans in Sumatra, Cao-Vit-Schopfgibbon in China, Menschenaffen in der DR Kongo). Der aktivste Zoo ist, meines Wissens nach, der Zoo in Denver: 2011 70 Projekte in 20 Ländern, seit 1994 schon 550. Auch viel Feldforschung wird von den Zoos finanziert, z.B. Delfinforschung in Südamerika durch den Tiergarten Nürnberg, Forschung am Schneeleoparden durch den Zoo Magdeburg, Sumatra-Nashorn durch den Zoo Leipzig, Schleiereule durch den Zoo Dortmund, Delfinforschung in der Sarasota-Bucht durch die Disney-Company, die im Epcot-Center und Animal Kingdom auch Tiere hält, usw.
        Die Zahl der Auswilderungsprojekte hab ich von der IUCN, wobei der aber viele Kleinprojekte auch nicht gemeldet werden. Viele der Projekte sind auf den Internetseiten der IUCN bereits veröffentlicht. Allein der Zoo in München war schon an mehr als 25 Auswilderungsprojekten beteiligt und das ist nur einer von vielen Tausend Zoos weltweit.
        Die Umfrage zum Thema Bildung rauszusuchen, schaff ich heute zeitlich nicht mehr, reiche ich aber demnächst nach.
        Meine persönliche Meinung: Es muss vieles noch besser werden. Die Zoos in Deutschland, finde ich, sind leider noch nicht sehr gut in der Kommunikation, auch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten läuft noch nicht überall so rund. Da sind viele amerikanische Zoos schon wesentlich besser. Schließlich müssen wir, um unser eigenes Überleben zu ermöglichen, das was in einigen Jahrzehnten noch an Ökosystemen vorhanden sein wird, alles selbst am Laufen halten, und dazu müssen wir die Tiere und einzelnen Bausteine der Ökosysteme möglichst gut kennen. Folglich sollte hier wesentlich mehr Geld in die Forschung fließen. Das fände ich sehr wichtig, aber leider wird hauptsächlich immer noch so getan, als ob mit Ermahnungen die Naturzerstörung bald gestoppt werden kann und dann alles wieder gut wird. Da ist jedoch aufgrund des Bevölkerungswachstums nicht wirklich was zu stoppen. Wir müssen stattdessen ernsthafte Überlebensstrategien entwickeln, sowohl für uns als auch für möglichst viele Arten unserer Mitgeschöpfe.

        • @Stefan Hintsche – Leider schreiben Sie von Frau Mertes (Autorin des „Natur“-Artikels) nur ab und Frau Mertes schreibt brav die Vorgaben der Zoos ab. Denn wie die Zoos auf diesen Platz 3 gelangten, man findet nirgendwo nachvollziehbare und nachprüfbare Zahlen, ist ein Rätsel. Bitte übersenden sie mir doch bitte auch den Link zu den 50 Auswilderungsprojekten im Jahr. Ich habe auf IUCN-Seite hierzu nichts gefunden, das bestätigt, dass alle Auswilderungsprojekte von Zoos durchgeführt werden.

        • @Rüdiger Hengl
          Wenn jemand etwas behauptet, dann sollte sie/er schon in der Lage sein, das auch mit Fakten zu belegen. Ich halte dieses Hinterfragen für mehr als nur legitim und warte gespannt auf die Belege. Jedenfalls schockiert es mich schon, wenn einfach nur fortwährend voneinander abgeschrieben wird. Bei diesem Thema gehören endlich mal alle Fakten auf den Tisch, und das wird leider sehr gekonnt umschifft.

        • @Rüdiger Hengl, Natürlich habe ich recherchiert (und das seit Jahren). Ich hätte sie ja nicht gefragt, woher sie die Zahl (50 Auswilderungsprojekte) haben. Im Detail liegt aber die Antwort. Sie erzeugen das Bild, dass Zoos pro Jahr 50 Auswilderungsprojekte durchführen. Ich bat sie um einen beweis für die Zahl. Jetzt weigern sie sich und weichen aus. Sie machen sich damit unglaubwürdig.

      • @Ralph Hofmann,
        Gilt Ihre Aussage auch für die sogenannten „Tierschutzorganisationen“? Ich kenne da mindestens eine,nein, es sind sogar zwei, die Ihre Aussagen nicht mit Fakten belegen können.

        • @Rüdiger Hengl
          Warum lenken Sie durch eine derartige Fragestellung vom Problem ab? Warum verfolgen Sie damit den üblichen Weg der Diskreditierung? Und so ganz nebenbei: Von sogenannten „Profis“, die Forderungen aufstellen, erwarte ich mir eine ganze Menge mehr an fundierten Belegen, als von Ehrenamtlichen. Die Tierschutzorganisationen, die ich kenne, haben – trotz Ehrenamtlichkeit – ihre Behauptungen gut untermauert. Von den „Profis“ kann ich das leider nicht feststellen, was übrigens bei öffentlichen Veranstaltungen bis hin zur Bundestagsanhörung überdeutlich wurde. Also, zurück zur Ausgangslage: Wo sind bitte die belastbaren Fakten der „Profis“? Oder schreiben die weiterhin nur ab?

      • @Frank Albrecht, Es ist natürlich Ihre Sache die Zahlen der Zoos bezüglich der Schutzprojekte/-gebiete anzuzweifeln, aber wenn ich mir die Geschäftsberichte des Münchener Tierparks von 2005-2012
        anschaue, sind dort im Durchschnitt 124.309 Euro für Natur- und Artenschutzprojekte ausgewiesen (ist alles im Internet zu finden). Ich weiß auch, dass der Züricher Zoo jedes Jahr allein mehr als 100.000 Dollar für den Erhalt des Masoala-Nationalparks in Madagaskar überweist. Wenn ich mir jetzt anschaue, dass es allein in Deutschland mehr als 860 zoologische Einrichtungen gibt und zu den Projekten der einzelnen Zoos noch die der ganzen Zooverbände (WAZA, EAZA, AZA, ALPZA etc.) hinzukommen, klingen doch die angegebenen 350 Mio. Dollar pro Jahr nun wirklich nicht unrealistisch. Hinzu kommen übrigens noch die Naturschutzprojekte auf dem Zoogelände, die dabei erst gar nicht erfasst werden. So hat der Münchener Tierpark beispielsweise mehr als 300 Kästen für einheimische Vögel und Fledermäuse aufgehängt, Insektenhotels und Tümpel für einheimische Amphibien angelegt und mit dem LBV zusammen eine Brutwand für Eisvögel gebaut. Persönlich werde ich jetzt nicht von allen Zoos die Beiträge recherchieren, sorry, aber ich arbeite 60-70 Stunden die Woche im Naturschutz und habe daher nicht die Zeit dazu. Zu den Auswilderungsprojekten, die Zahl hab ich auf Anfrage bei der IUCN genannt bekommen, aber ich hab mir jetzt mal die Mühe gemacht und Ihnen ein paar Links rausgesucht (sind aber auch immer ein paar Pflanzen dabei): 2010 wurden 72 veröffentlicht https://portals.iucn.org/library/efiles/edocs/2010-076.pdf, 2011 wurden 50 veröffentlicht https://portals.iucn.org/library/efiles/edocs/2011-073.pdf. In absehbarer Zeit plane ich selbst eine Zusammenstellung möglichst aller Auswilderungsprojekte auf meiner Webseite http://www.sthco.de/Phylogenetik, wird aber noch dauern. Die IUCN ist übrigens auch nicht wirklich zoo-unabhängig, da sie zu einem Teil auch durch die Mitgliedsbeiträge der Zoos finanziert wird. Ich bin Mitglied in mehr als zehn zoologischen Forschungs- und Artenschutzorganisationen und kann Ihnen sagen, dass der Arten- und Naturschutz allgemein sehr stark mit „Zooleuten“ besetzt ist. Liegt einfach daran, dass außer Geld auch Organisation, Personal und Know-How zu großen Teilen von den Zoos geliefert werden. Das Wissen in Wildtiermedizin, Lebensraumoptimierung und Populationsmanagement stammt eben hauptsächlich aus der Tierhaltung. Ist einfach auch ein Finanzierungsproblem in der Forschung. Geld gibt’s hauptsächlich für alles, was den Menschen betrifft und für alles andere wird’s schwierig an Forschungsgelder zu kommen. Deshalb haben wir in Zoologie und Botanik bei der wissenschaftlichen Arbeit so einen hohen Anteil an Hobby-Wissenschaftlern (ob im Feld oder Privathaltung), weil deren Arbeit nix kostet und an Zoos und Aquarien (die sind ja praktischerweise zu Forschung verpflichtet, bekommen aber in der Regel keine Forschungsgelder). Bei Säugern und Vögeln gibt es immerhin noch einiges an Feldforschung, aber bei den anderen Gruppen wird’s dann schon finster. Da stammen fast alle Erkenntnisse aus Aquaristik und Terraristik (Zoo & Privathaltung), sieht man mal von ein paar Modelltierarten ab.

        • @Stefan Hintsche – Na jetzt kommen wir endlich zu Inhalten. Nehmen wir die von ihnen genannten IUCN-Berichte für 2010 (72) und 2011 (50). Nennen sie uns doch bitte jetzt die Anzahl der Auswilderungsprojekte, bei denen auch ein Zoo beteiligt war!

      • @Frank Albrecht,

        Sie schreiben
        „Ich hätte sie ja nicht gefragt, woher sie die Zahl (50 Auswilderungsprojekte) haben. Im Detail liegt aber die Antwort. Sie erzeugen das Bild, dass Zoos pro Jahr 50 Auswilderungsprojekte durchführen. Ich bat sie um einen beweis für die Zahl. Jetzt weigern sie sich und weichen aus. Sie machen sich damit unglaubwürdig.“

        ICH habe niemals etwas von 50 Auswilderungsprojekten geschrieben. Offenbar lesen Sie meine Posts nicht richtig. Sie verwechseln Posts verschiedener Kommentatoren und bringen dann alles durcheinander. Wie soll ich mit Ihnen weiterdiskutieren? Sortieren Sie erst mal Ihre Gedanken!

        • @Rüdiger Hengl, stimmt, diese Antwort war nicht für sie bestimmt. Aber vielleicht könnten sie einmal die Namen von Tierschutzorganisationen nennen, die „Ihre Aussagen nicht mit Fakten belegen können.“ Das wäre ja auch einmal ein Punkt, um ihre Glaubwürdigkeit zu untermalen.

  11. @ Stefan Hintsche: Vielen Dank für deine hervorragenden Argumente sowie wertvollen und vor allem kompetenten Informationen!!!!!

    @ Frank Albrecht: Wie schon gesagt, benötige ich keine „Übersetzungshilfe“ von Ihnen, und bitte Sie, mir diese auch in Zukunft nicht aufzuzwingen. Vielen Dank!

      • @Frank Albrecht,
        Andere Meinung vielleicht, Richtigstellung aber nur dann, wenn das, was in der Richtigstellung steht, auch richtig ist. Und — müssen muss niemand gar nichts, schon gar nicht, wenn das „Sie müssen doch“ von Leuten wie Ihnen kommt.

        • @Rüdiger Hengl, na dann sind sie jetzt endlich an der Reihe zu berichten, was falsch ist und die dazugehörigen wissenschaftlichen Quellen nennen. Das haben sie ja bisher unterlassen. Und ja, andere Meinungen muss man in einer Demokratie akzeptieren. Was man/frau damit macht, ist natürlich jedem selbst überlassen.

        • @Frank Albrecht, Hab jetzt unter http://www.sthco.de/Phylogenetik/auswilderungen.htm schon mal eine Webseite für die Auswilderungsprojekte angelegt und mit ersten Recherchen und Auswertungen begonnen. Wird allerdings eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Was sehr hilfreich ist, der Lincoln Zoo besitzt eine Datenbank mit 1200 Vogelauswilderungen und Umsiedlungen.

        • @Stefan Hintsch – Erst noch haben sie Zahlen von „etlichen“ Projekten selbstbewusst und überzeugt benannt und jetzt schreiben sie, sie haben „mit ersten Recherchen begonnen“. Und ihre Liste hat bereits einen „Schönheitsfehler“. Ein einzelnes oder ein paar wenige ausgewilderte Individuen einer Art jeweils als Einzelprojekt zu zählen ist fraglich. Schauen sie, wenn ich morgen ein paar 10.000 Ameisen nur einer bedrohte Art „auswildere“, habe ich mit Sicherheit mehr nichtmenschliche Tiere auswildert als alle Zoos zusammen.

  12. Interessant diese Diskussion. Besondern die verwinkelten Antworten von Frank Albrecht. Er verlangt von anderen Beweise, liefert aber selbst keine. Wenn man dann nicht weiterkommt, dann weicht man aus oder fängt an zu beleidigen. Soll das Niveau sein?

    • @Momo – Eigentlich wollte ich nicht auf Einträge antworten, die von Menschen stammen, die so feige sind, dass sie ihren richtigen Namen nicht nennen. Aber dennoch: Wenn jemand hier etwas behauptet, muss man auch in der Lage sein, seine Behauptungen mit Beweisen zu untermauern. Danach zu fragen, sei erlaubt. Ich habe aber hier keine Behauptung aufgestellt. Warum soll ich für NICHTS, Beweise erbringen? Und Beleidigungen werden hier grundsätzlich, und ich bin dafür, gelöscht. Keiner meiner beitrage ist aber bisher nicht gelöscht worden. Ergo: Ich habe niemanden beleidigt.

      • @Frank Albrecht,
        Was hat meine Namensgebung mit Feigheit zu tun?? ich nutze die Möglichkeit des Internets. Jetzt fühle ich mich beleidigt. Es ändert aber nichts an meinem Kommentar. Ihr Beitrag bestätigt nur meine Einlassung in Bezug der Kompromissfähigkeit bestimmter Zooabschaffer

        • @Momo – Sie haben kein einziges Argument hier eingebracht. Zu welchen Kompromiss soll ich dann fähig sein? Und warum wohl versteckt sich KEIN Zookritiker hinter irgend einem Synonym? Weil sie sich für ihre Meinung und Ansichten verstecken müssen oder zu feige sind, namentlich dazu zu stehen?

  13. Schade, dass diese argumentativ geführte Diskussion nun (wieder) in persönliche Anfeindungen abgleitet.

      • @heidi z,
        ich bin mir sehr sicher, dass Cornelia Schamicke genau solche Äußerungen, wie die Ihre, gemeint hat. Ich habe mir alle Kommentare von Frank Albrecht durchgelesen. Ich entdecke da keine Polemik, sondern Argumente. Er fragt nach. Und das war sehr erkenntnisreich. Im Gegensatz dazu wird von der anderen Seite nur wiedergekäut und es werden rhetorische Gegenfragen gestellt. So löst man keine Probleme, die ganz offenkundig vorliegen. Schade, aber so ist eine ganze Diskussion mit wenigen Federstrichen komplett zerstört worden.

        • @Ralph Hoffmann,
          Kein Wunder, dass Sie hier in die gleiche Kerbe schlagen, wie Frau Schamicke. Natürlich fragt Frank Albrecht nach, genau wie Sie. Sie werfen hier Kommentatoren die Wiederkäung von Argumenten vor. Mag sein das es so ist, dies betrifft aber beide Seiten. Sie haben eine Argumentationskette, die sehr an Frank Albrecht angelehnt ist. Ich bin übrigens der Meinung, dass nicht die Tierhalter die Beweise bringen müssen, sondern die Haltungsgegner. Sollten diese für ihre Argumente Unterlagen benötigen, dann kann man davon ausgehen, dass alle Anschuldigen aus der Luft gegriffen sind, weil für diese Behauptungen keine Grundlagen vorhanden waren.

        • @Momo – Wer immer wieder öffentlich behauptet eine „selbsterhaltende Population“ (nicht nur Delfine) zu züchten und zu halten, und das mit einer jährlichen Steuergeldförderung in Milliardenhöhe, der muss sich schon gefallen lassen, dass man Beweise von ihm verlangt. Wenn man das nicht macht, es könnte ja eigentlich jede Diskussion und Kritik sofort und mit einmal beenden, der muss sich schon vorwerfen lassen, die Öffentlichkeit massiv zu täuschen und (mit EndZOO-Worten) zu verdummen. Und aus der Luft gegriffen sind die Behauptungen der Kritiker keinesfalls. Sie sollten auch einmal die Post der anderen hier lesen.

      • @heidi z, – Ich finde es schon bezeichnend, dass man/frau kein einziges inhaltliches Argument zur Diskussion beiträgt, aber mir vermeintliche persönliche Anfeindungen unterstellt.

  14. @Momo
    Genau das ist ja das Problem, dass das Tierschutzgesetz, das bei uns gilt, zwar hehre Absichten vertritt, aber es keine Beweislastumkehr gibt. Parallel dazu diskutiert man landläufig, ob Menschen, die Hunde zu Kampfhundetrainiert haben oder als solche eingestufte Hunde halten, einen Nachweis von sich aus führen müssen, um deren Unbedenklichkeit nachzuweisen. Rechtsnorm in Deutschland ist, dass man für Sondernutzungen, und das ist eine zoologische Haltung von Tieren, von sich aus den Nachweis bringen muss, dass das korrekt erfolgt. Das TSchGes schafft hier aber eine Ausnahme. Warum? Hier hat die Lobby hervorragend gearbeitet, das muss man neidlos anerkennen, auch wenn es den Tieren schadet. Die Konfliktlinie läuft dann aber zwischen Deutschland und Europa, wo diese Rechtsnorm längst umgesetzt ist. Das bedeutet: Bei dem langwierigen (Klage-)Weg über Europa bekommen die Tierschützer recht. Mir wäre der andere Weg lieber, nämlich der Dialog und eine völlig neue Konzeption der Tierhaltung. Aber solange Menschen auf ein vermeintliches Recht der Tierhaltung pochen und solange der Dialog nicht geführt wird (ich habe selbst 3 Anläufe dazu versucht, ohne weiter zu kommen), solange werden wir aus diesem Dilemma nicht rauskommen und solange werden die Fronten bestehen. Allerdings wächst das Bewusstsein der Menschen gegen eine Tierhaltung, wie sie momentan noch betrieben wird.

  15. Ich schließe mich den Ausführungen von Ralph Hoffmann voll und ganz an. Notwendig wäre ein Dialog, der ruhig „hart in der Sache“, aber in gegenseitigem Respekt geführt werden sollte. Darauf wollte ich mit meinem Kommentar hinaus. Momo, wenn Sie das als „in eine Kerbe schlagen“ bezeichnen wollen, von mir aus. Ich halte das jedenfalls für den sinnvollsten und letztlich zielführenden Weg. Für nicht zielführend halte ich die ständigen Attacken gegen einzelne Personen – hier gegen Frank Albrecht – , die ganze Kommentarseiten füllen. Das nervt, vergiftet die Atmosphäre und verbraucht Energien, die angesichts der vorhandenen Probleme wirklich konstruktiver eingesetzt werden könnten.

    • @Cornelia Schamicke,

      Wenn ein Mensch folgenden Kommentar abgibt:

      „Hier einmal ein sehr schönes Beispiel, wie vom Inhalt einer Gefangenschaftskritik mit absurden Meinungen und Begründungen abgelenkt wird. Zoo-SpeziesistInnen und Zoo-Verdummungsopfer fällt eben nichts mehr ein.“

      dann ergiftet er nicht die Atmosphäre? Soll man das so stehen lassen? Das hat auch ziemlich wenig mit einer sachlichen Diskussion zu tun.

      • @Momo – Schön das sie unsere Facebookseite lesen. Aber ehrlich, sie sagen: „Soll man das so stehen lassen!“
        Und ja, sie lassen es tatsächlich so stehen. Denn sie bequemen sich nicht einmal im Ansatz darum, eine echte und inhaltliche Diskussion u.a. zu dieser Meinungäußerung auf unserer Facebookseite oder hier zu führen. Und alle Kritiker von Delfinarien posten hier mit ihrem echten Namen. Es ist bezeichnend, das die besonders diskussionsunfähigen und die am lautesten schreienden Befürworter es nicht tun.

        • @Frank Albrecht,

          Ich lasse es. Es hat keinen Zweck mit so einem Fundamentalisten, der alle Zoobefürworter als Verdummungsopfer hinstellt. Schade für alle anderen, die sich für so einen rechtfertigen müssen um nicht in einen Topf geworfen zu werden.

        • @Frank Albrecht – Typisch. Keine Argumente, sondern nur sinnlose Herumspucken. Danke für eine erneute Bestätigung. Und keiner der anderen hier rechtfertigt sich, um „nicht in einen Topf geworfen zu werden“. Jetzt sind sie auch noch ein Tagträumer.

  16. Mein Appell ging an alle Beteiligten, ich dachte, das wäre klar geworden. Wir können uns jetzt endlos Zitate hin und her schicken – auch der Fundus der Zoo-Anhänger gibt da etliches her – aber wozu soll das gut sein?

  17. @Frank Albrecht,

    Ich nutze immer noch mein Synonym und halte es immer noch nicht für feige. Diese Unterstellung einem Kommentator gegenüber wird nicht besser, nur weil Sie diese wiederholen.

    Stimmt. Ich habe in dieser Diskussion bisher kein Argument eingebracht, sondern habe anfangs nur auf Ihre Diskussionsart hingewiesen. Ich beziehe die Kompromisunfähigkeit auch nicht nur auf diese Diskussion, sondern mehr auf Ihre gesamten Diskussionen im Internet. Als fundamentalistischer Zoogegner kennen sie nur Schwarz und Weiß und keine Nuancen dazwischen. Man braucht sich nur Ihre Facebookseite und Ihre Homepage anzusehen.

    „Zoo-SpeziesistInnen und Zoo-Verdummungsopfer fällt eben nichts mehr ein. Und der absolute Höhepunkt ist, dass der Blog von der „Nürnberger Zeitung“ betrieben wird. Unabhängiger Journalismuss sieht, unserer Neinung nach, anders aus.“

    Meinen Sie bei einem solchen Eintrag ist mit Ihnen noch eine Diskussion möglich?

  18. Nun entwickelt sich auch diese Diskussion so, wie es in (un-)schöner Regelmäßigkeit geschieht. Statt sich den Sachthemen zuzuwenden – hier hätte das letzte Posting von Stefan Hintsche viele Ansatzpunkte geboten – verheddert man sich in persönlichen Anfeindungen. Wie ich schon gesagt habe, da gibt es von beiden Seiten genügend Stoff, um die jeweils anderen als Diskussionspartner abzulehnen. Und schon sind die eigentlichen Themen vom Tisch – sehr schade kann ich da nur noch sagen.
    Momo, ich weiß nicht, wen Sie mit „uns bzw. wir“ meinen. Der Tiergarten kann sich jedenfalls nicht über mangelnde Unterstützung durch die Nürnberger Presse u.a. Medien (BR) beklagen. Ich darf Sie auch daran erinnern, dass Frau Wolf im Redaktionsteam der Tiergartenzeitung ist und etliche weitere KollegenInnen von NZ und NN für die Zeitung schreiben. Über Kritiker der Delfinhaltung wie z.B. Stadtrat Schrollinger wurden hier im Blog schon wahre Schmähartikel geschrieben, weil er kritisch nachgefragt hat. Da mache ich mir in ganz anderer Richtung Sorgen um die Unabhängigkeit der Presse.

    • @Cornelia Schamicke,

      Jetzt weiß ich leider auch nicht was Sie mit uns und wir meinen. Vielleciht bezieht sich das auf das Zotat der Facebookseite ENDZoo, dass ich in Ausführungszeichen gesetzt habe.

      Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und habe die Kommentare gelesen und meinen Kommentar geschrieben. Danach habe ich mich erst Frank Albrecht richtig beschäftigt. Ich hätte nie gedacht, dass mein Kommentar so eine Auswirkung hätte,aber die Reaktionen haben meinen anfänglichen Kommentar bestätigt.

      • @Momo, Sie haben geschrieben“ Unabhängiger Journalismus sieht, unserer Meinung nach, anders aus.”
        Wessen Meinung außer der Ihrigen meinten Sie?
        Was ich jetzt nicht verstehe, wenn Sie alle Kommentare gelesen haben, müssten Sie doch eigentlich gesehen haben, dass es hier durchaus ein Interesse an einer thematischen Diskussion gab, an der sich Frank Albrecht mit Nachfragen beteiligt hat. Warum reiten Sie dann auf einer Äußerung herum, die er hier gar nicht gemacht hat und würgen damit die vorherige Diskussion ab?

        • @Cornelia Schamicke,
          Das habe ich nicht selbst geschrieben. Es ist ein Zitat aus der Facebookseite von ENDZoo. Deshalb steht es auch in Ausführungszeichen. Es tut mir leid das ich die Diskussion gestört habe.

  19. Ich habe mich bisher nicht in die Diskussion eingemischt – und mich, Gott sei Dank, auch nicht wegen echter Beleidigungen einmischen oder gar einen Kommentar löschen müssen. Dass die Argumente zum Teil auf hohem Niveau ausgetauscht wurden, freut mich – hebt es sich doch wohltuend von anderen Internet-Foren ab. Allerdings hat das Niveau zum Ende hin nachgelassen, wie (fast) immer, wenn eine Auseinandersetzung zu persönlich wird.
    Apropos persönlich: Ich weiß nicht, was hier mit „unabhängigem Journalismus“ gemeint ist. Ich bin Redakteurin bei der „Nürnberger Zeitung“ und betreibe in deren Auftrag diesen Blog. Die Beiträge in einem Blog sind per Definition niemals Informationsartikel, sondern immer durch persönliche Meinung gefärbt.

    • @uwo, als Redakteurin der „Nürnberger Zeitung“ und im Auftrag der „Nürnberger Zeitung“ einen Blog mit ausschließlich „persönlicher Meinung“ betreiben? Ja, das wäre auch so als wenn Frau Angela Merkel, Mitglied der „CDU“, im Auftrag der „CDU“ einen Blog mit ausschließlich „persönlicher Meinung“ schreiben würde. Interessante Auffassung von „unabhängigen Journalismus“. Und hier nochmals meine „persönliche Meinung“: Man kann die Forderung für ein Ende aller Delfin-Gefangenschaften nicht oft genug fordern und erneuern. Da spielt es also keine Rolle, wann und wer die Forderung aufstellt. Und auch völlig unwichtig ob man der erste, der dritte oder der hundertste Fordernde ist. Dies zu kritisieren ist so was von absurd. Man stelle sich vor, jemand hätte Mandela kritisiert, weil sich nicht schon vor M. L. King gegen Rassismus bekannt hat. Und auch ihre Kritik an Trittin finde ich fraglich. Muss man etwas Negatives erst real gesehen und miterlebt haben um sich eine Kritik erlauben zu dürfen? Wäre so, als wenn keiner Kriege verurteilen dürfe, nur weil er keinen live miterlebt hat.

        • @Rüdiger Hengl, es war überhaupt nicht in Frage gestellt, ob jemand einen privaten Blog haben darf oder nicht, sondern in wie weit dieser von der beruflichen Tätigkeit und von weiteren Verpflichtungen beeinflusst wird. Jedoch befürchte ich, dass das bereits klar war und diese Frage bewusst gestellt wurde. Ich verlasse diesen Dialog, weil er wirklich nichts bringt. Meine Erkenntnisse daraus sind, dass diese Diskussion nicht sinnvoll geführt werden kann. Aus diesem Grund sehe ich als einzigen gangbaren Weg zum einen den politischen Weg über Europa, und der dauert zwar lang, wird aber dafür um so gründlicher ausfallen, sowie über die weitere Aufklärung der BesucherInnen des Tiergartens, damit sie auch die andere Seite kennen lernen. Ob es noch mal die Chance des direkten Dialoges mit dem Tiergarten gibt, weiß ich nicht. Angeboten hatte ich ihn ja. Anläufe dazu gab es. Jedenfalls werde ich ausschließlich und nur mit Menschen mit offenem Visier diskutieren und nicht mit Leuten, die sich hinter einem Pseudonym verstecken müssen. Auch das ist so eine für mich unerqickliche Erfahrung. Ausdrücklichen Dank an Frank Albrecht, den ich leider persönlich nicht kenne, der aber sehr zur Diskussionskultur und zum Wissensgewinn beigetragen hat.

        • @Rüdiger Hengl, – Ein privater Blog? Oben rechts ist die „Nürnberger Zeitung“ (ArbeitgeberIn) abgebildet? Und Frau Wolf schreibt selbst, dass sie diesen Blog im Auftrag der „Nürnberger Zeitung“ betreibt. Seit wann ist es privat, wenn der Arbeitgeber einen zu einem Blog beauftragt? Und die Erde dreht sich doch und ist KEINE scheibe!

        • @Rüdiger Hengl,@Frank Albrecht
          nein, mein Blog ist nicht privat, sondern im Auftrag der NZ geschrieben. Wie Herr Hoffmann richtig erkannt hat, steht er ja auch optisch unter dem NZ-Zeichen. Aber alle Blogs der NZ enthalten persönlich gefärbte Beiträge – wie alle Blogs auf der Welt. Daran ist nichts Verwerfliches, es ist vielmehr normal.
          Wenn ich einen privaten Blog betreiben würde, könnte ich daran verdienen. Das ist bei diesem Blog aber nicht der Fall.

    • @uwo, Also fassen wir zusammen. Dies ist ein Blog der „Nürnberger Zeitung“. Und im Auftrag der „Nürnberger Zeitung“ sind sämtliche Einträge von einer Redakteurin (Frau Wolf) der „Nürnberger Zeitung“ geschrieben worden. Dieser Blog (der „Nürnberger Zeitung“) kann also, so meine und anderer Meinung hier, keine „unabhängige“ und „private“ Meinungsäußerung sein. Denn er spiegelt die Meinung des Auftraggebers („Nürnberger Zeitung“) und nicht die private Meinung einer Frau Wolf wieder. Er obige Eintrag ist für mich also von seiten der NZ parteiergreifend und einseitig ausgerichtet! Das war meine Kritik!

      • @Frank Albrecht,
        Sie verstehen das (bewusst?) wieder falsch. Für einen Kommentar (gibt’s manchmal im Fernsehen) sind auch nicht ARD oder ZDF verantwortlich, sondern ausschließlich der Kommentator. So ist’s meiner Ansicht nach auh bei Blogs.

        • @Rüdiger Hengl, – Kommmentare (private Meinung) werden im Fernsehen im Vorfeld angekündigt („Hierzu ein Kommentar von …“) In Printmedien werden diese als solche deutlich gekennzeichnet („Kommentar“). Zeigen Sie mir die Stelle im Blog, auch wenn es ein Blog ist, die deutlich macht, dass dieser Blog ausschließlich die private Meinung von Frau Wolf wiedergibt.

  20. @Ralf Hoffmann
    Wo sind denn bei Frank Albrecht die Informationen?? Und wo ist der Beitrag zur Diskussionskultur? Siehe die letzten Einträge.

    Dies meinte ich übrigens mit meinem ersten Eintrag. Ich schreibe immer noch anonym. Dies ist hier nicht verboten. Auch wenn das in manchen Augen „feige“ ist. Was solls?

    Bei Frank Albrecht habe ich immer noch vor Augen, wie er mit seiner Kollegin mitten im Eisbärengehege stand.

  21. Vielen Dank an Frank Albrecht für diese ausführliche, sachliche und exakt argumentierte Antwort auf den Kommentar von Frau Sansone. Leider ist die perfide Form der Diskreditierung, sind die Verdrehungen und Unwahrheiten, die Artikeln dieser Art innewohnen, für unbedarfte und uninformierte Leser nicht so leicht zu erkennen.
    Herr Hengl und Momo, ich finde es schon bemerkenswert, dass Sie mit Ihren persönlichen Anfeindungen hier weitermachen, obwohl mehrere Diskutanten genau dies moniert haben und statt dessen eine inhaltliche Diskussion führen wollten. Mehrere Teilnehmer waren diese Stänkereien leid haben sich deshalb verabschiedet. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie genau das bezwecken.

  22. Eine große Bitte an alle, die hier einen Kommentator abgeben: Ich möchte nicht, dass die Debatte jetzt noch entgleist und ich Kommentare löschen muss, weil sie persönliche Beleidigungen enthalten. Damit richte ich mich ausdrücklich an alle, nicht nur an eine bestimmte Seite.- Vielen Dank für Ihr/Euer Verständnis!

  23. Herr Hengl, im Verlauf der Diskussion wurde mehrfach und von mehreren Teilnehmern gesagt, dass sie die Fokussierung auf persönliche Kritik als störend, kontraproduktiv und gegen ihre Interessen gerichtet empfinden. Dennoch haben Sie und Momo unbeirrt weitergemacht. Und nun hängen Sie sich an einem Wort auf, ohne den eigentlichen Inhalt zur Kenntnis zu nehmen. Ich schließe mich deshalb meinen Vorrednern an und steige aus dieser leider völlig fruchtlos gewordenen Diskussion aus. Schade, dass der gute Ansatz hier so kaputt gemacht wurde. Seien Sie versichert, die Diskussion um die Delfinhaltung wird weitergehen, so leicht lassen sich die Argumente der Kritiker nicht beseite schieben.

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