Ein schweinisch schönes Fest!

Ein Weihnachtsfest ohne Tiere – unvorstellbar! Ochs und Esel an der Krippe, die sind klassisch und gehören dazu wie das Jesuskind, Maria und Josef. Nicht zu vergessen Schafe und der Hütehund der Hirten. Und dann kommen am Dreikönigstag ja auch noch die Kamele dazu. Ich persönlich mag besonders gern fränkische oder bayerische Krippen, die in eine der Heimatregion nachempfundene Miniaturlandschaft hineingebaut sind. Da spielt sich die Weihnachtsgeschichte fast immer auf einem Bauernhof ab, deshalb wuselt auch noch jede Menge anderes Getier um den Stall herum: Pferde, Hühner, Gänse, Katzen, Hunde – und sogar Schweine.

In diesem Zusammenhang möchte ich eine Marzipan-Ausstellung in Hamburg empfehlen, die das Schwein als klassisches Weihnachtstier deklariert. Zu Recht, finde ich. Denn wie der Hamburger Historiker Burkhard Jodat, Kurator der Ausstellung im Altonaer Museum, bin auch ich der Meinung, dass das Schwein als Weihnachtstier allgemein zu wenig Beachtung findet. Da haben es die Nordeuropäer und Norddeutschen etwas besser als wir, denn dort wird das Borstenvieh traditionell enger mit Weihnachten in Verbindung gebracht. Das Schwein ist, wie der Ausstellungsmacher sehr einleuchtend ausführt, ein besonderes Tier: Während andere Nutztiere auf dem Bauernhof Milch, Eier oder Wolle liefern, ist das Schwein selbstlos: Es schenkt sich uns selbst – und das nicht nur zu Weihnachten. Zu Weihnachten wurden allerdings in früheren Zeiten die Vorratskammern geplündert, die man nach den Schlachtungen im Herbst mit Schweinefleisch und Würsten gefüllt hatte. Und: Im 19. Jahrhundert, so erfährt man in der Ausstellung ebenfalls, gab es sogar Weihnachtsbäume, die mit Würsten statt Schmuck behängt wurden.

Die Ausstellung dreht sich natürlich auch um das Glücksschwein, das zur Jahreswende wieder Hochkonjunktur hat. Der alte Brauch hat sich übrigens folgendermaßen entwickelt: Auf Schützenfsten durften die Gewinner einen Ochsen oder einen Pferd als Trophäe mit nach Hause nehmen, die Verlierer dagegen bekamen als Trostpreis nur ein Ferkel. So ist schließlich die Redensart „Schwein gehabt“  entstanden. Aus dem echten Ferkel wurde mit der Zeit der schweinische Glücksbringer aus Marzipan.

Wer also in der Zeit zwischen den Jahren Gelegenheit hat, Hamburg zu besuchen, sollte sich diese Ausstellung nicht entgehen lassen: „Marzipan. Das Brot der Engel“ im Altoaner Museum, Museumstr. 23, 22765 Hamburg. Sie läuft bis zum 5. Januar 2014.