Tierischer Rückblick auf das Jahr 2013

Wer hat an der Uhr gedreht, frage ich mich wie früher Paulchen Panther. Kann es sein, dass dieses Jahr schon fast wieder vorbei ist? Den Jahresrückblicken nach zu schließen, die überall erscheinen oder gesendet werden, müssten wir ja seit Wochen schon kurz vor Silvester stehen. Aber nun dauert es tatsächlich nicht mehr lange, bis 2014 beginnt. Ich möchte an meiner Tradition festhalten, einen tierischen Blick zurück auf das zu Ende gehende Jahr zu werfen – auf die kuriosen Ereignisse, die zum Teil fast unglaublich klingen, aber tatsächlich alle passiert sind.

Zu erstaunlicher Berühmtheit hat es ein Lama in Frankreich gebracht: Betrunkene ließen das Zirkustier aus seinem Käfig frei, um es anschließend zu ihrer nächtlichen Tour durch Bordeaux mitzunehmen – nicht etwa zu Fuß, nein, in der Straßenbahn. Klar, dass heutzutage ein solches Ereignis fotografiert und ins Internet gestellt wird. So war über Nacht ein neuer tierischer Star geboren.

Nicht alle Tiere sind so beliebt. Es gibt sogar welche, die man bekämpft – wozu man notfalls einen professionellen Helfer engagiert. Ein solcher Kammerjäger in Neuseeland ging bei seinem Kampf gegen Mäuse in einer Bäckerei nicht ganz so gründlich vor, wie sich der Bäcker das gewünscht hätte: Eine Maus landete in einer Brot-Backform. Ich kann mir die Szene ganz gut ausmalen, wie der Bäcker dieses Brot in seinem Laden anschneidet – die Empörung kannte keine Grenzen. Die Geschichte landete in einem „Ekel-Buch“, das im Herbst von Gesundheitsschützern herausgegeben wurde.

Liebe kann beflügeln und Kräfte verleihen, die man nicht für möglich gehalten hätte. Den Beweis dafür lieferte ein Esel in Saarbrücken. Er hatte sich in die Stuten auf einem Reitgelände verknallt, und seine Liebesnot war so groß, dass er tagtäglich den Zaun der Pferdekoppel durchbrach, um die Pferdedamen – zumindest aber sich selbst – zu beglücken. Diagnose: „hormonelle Reizüberflutung“. Die Besitzerin musste das Gatter verstärken lassen.

Schwer Herr werden konnte man auch einer Wildschweinrotte, die sich an der Autobahn bei Heilbronn verschanzt hatte. Die Polizei wollte sie zurück in den Wald locken und sperrte dafür die Autobahn für ein paar Stunden. Doch die Aktion missglückte – von den Wildschweinen fehlte praktisch jede Spur.

Schlagzeilen machte ein englischer Zoo mit Kleidervorschriften für seine Besucher. Stoffmuster wie Tigerstreifen oder Leopardenfell hatten die Zoobewohner beinahe durchdrehen lassen. Daraufhin beschloss die Tierparkleitung: Wer mit solcher Kleidung an der Kasse erscheint, muss entweder wieder gehen oder einen vom Zoo zur Verfügung gestellten grauen Anzug überstreifen. – Diese Vorschrift wurde allerdings inzwischen wieder abgeschafft.

Und dann gab es da noch Tiere, die Menschen über einen längeren Zeitraum zum Besten hielten. Zum Beispiel ein Storch in Mecklenburg-Vorpommern, der mit seinem Schnabel auf Autos einhackte, sie verbeulte und auf diese Weise auch Glasscheiben an Haustüren zerschlug – möglicherweise, weil er sich in den glänzenden Objekten spiegelte und dieses Spiegelbild für einen Rivalen hielt. Die Bewohner des Ortes Bergholz wussten sich schließlich nicht anders zu helfen, als die Scheiben mit Decken zu verhüllen. Auch „Lotti“, die bayerische Version des Ungeheuers von Loch Ness, geisterte monatelang durch die Medien. Die Alligator-Schildkröte, die ihr Unwesen angeblich am Oggenrieder Weiher bei Irsee trieb, wurde jedoch nie gesehen. Dafür machte ein Bäcker mit „Lotti“-Semmeln Geschäft. Und die Suche nach dem Fabelwesen soll im nächsten Jahr weitergehen. – Na dann, auf mehr Erfolg im neuen Jahr!