Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Nach dem allgemeinen Jahresrückblick auf tierische Kuriositäten heute ein spezieller Blick zurück auf das Jahr 2013 im Tiergarten Nürnberg, mit ich mich in meinem Blog ja besonders intensiv beschäftige – zur Freude eines großen Teils meiner Leser, während der Tiergarten bei einigen anderen immer ein Reizthema zu sein scheint. – Sei´s drum! Für den Tiergarten war es ein Jahr wie in einer Berg-und-Tal-Bahn: Es ging ständig rauf und runter.

Publikumslieblinge: Auf Erdmännchen fliegen alle, sie liegen in den Zoos auf der Beliebtheitsskala inzwischen vor Klassikern wie Elefanten oder Menschenaffen. Besucher umlagern auch in Nürnberg das Gehege, seit die possierlichen Tiere im Juli dort eingezogen sind. Sie leben dort zusammen mit Fuchsmangusten. Riesig ist die Begeisterung, als im Oktober vier Erdmännchenbabys das Licht der Welt erblicken.

Unnahbar: Katinka, die Sibirische Tigerin, „zickt“ ein wenig herum. Als sie im Mai von Moskau am Schmausenbuck eintrifft, zeigt sie sich den Besuchern erst mal selten – schließlich stammt sie aus einem Zentrum für bedrohte Tierarten und ist keine Menschen gewöhnt. Im September wäre es der Raubkatze beinahe gelungen, die Mauer ihres Freigeheges vom Wassergraben aus zu überwinden; Besucher hatten sie provoziert. Ob Samur, der Tiger aus dem Zoo Wuppertal, der Katinka seit November Gesellschaft leistet, das Herz der jungen Wilden erobern kann?

Niedlich: Während Tigernachwuchs noch in weiter Ferne liegt, hat es bei den Kleinen Pandabären geklappt: Patna und Rex junior sind nun stolze Eltern zweier Babys, ebenso wie die Buntmarder Gorbi und Alisa. Auch bei den Seelöwen in der Lagune und im Aquapark ist die einjährige Babypause überwunden – gleich vier Jungtiere erblicken das Licht der Welt. Daran könnte sich Schabrackentapir-Dame Pinola mit ihrem neuen Partner Manado aus England ein Beispiel nehmen.

Traurig: Mit Gepardin Kelly verliert der Tiergarten im September ein wertvolles Zuchttier. Ganz aufgeklärt wird die Todesursache nicht, die Raubkatze litt auf jeden Fall an Gastritis. Seekuh Luna stirbt im Oktober kurz vor ihrem zehnten Geburtstag an einer Autoimmunerkrankung. Die altersschwache Iberische Wölfin Cora wird im Juli eingeschläfert. Sie ist die letzte ihrer Art am Schmausenbuck – die Wolfshaltung wird bis auf weiteres eingestellt; in das Gehege sollen demnächst Luchse einziehen.

Umzüge: Die Delfingruppe in der Lagune erhält im Juni Verstärkung durch die beiden Männchen Kai und Rocco aus Harderwijk. Im Gegenzug tritt der Bulle Joker die Reise nach Holland an. Einen Wechsel gibt es auch im Menschenaffenhaus bei den Gorillas: Für Hakuna Matata, die zur Zucht nach Budapest abgegeben wird, kommt im Januar die sanfte Louna aus dem Zoo Leipzig. Abschied nehmen heißt es auch von den Eisbärenzwillingen Gregor und Aleut, die seit April im Warschauer Zoo leben.