Eine traurige und eine gute Nachricht

Das neue Jahr im Nürnberger Tiergarten hat  leider mit einem traurigen Ereignis begonnen: Die schon seit längerem kranke Brillenbärin La Bamba wurde am 2. Januar eingeschläfert. Sie war mit ihren fast 33 Jahren zwar das älteste Exemplar ihrer Art in Europa, hatte sich in letzter Zeit aber meist in ihrem Gehege zurückgezogen und war deshalb für die Besucher nicht immer zu sehen. Die Obduktion ergab, dass La Bamba unter schmerzhafter Arthrose in der Lendenwirbelsäule sowie im Hüft- und Kniegelenk litt. Das Tier hatte  am 13. Januar 1981 im Zoo Basel das Licht der Welt erblickt und war am 30. Oktober 1981 in den Tiergarten Nürnberg gekommen. Die Bärin zog im Laufe ihres Lebens vier Jungtiere erfolgreich auf. Mit dem Tod von La Bamba wird die Haltung von Brillenbären im Nürnberger Tiergarten beendet. Welche anderen Tiere in das Gehege in der Nähe des Raubtierhauses einziehen sollen, darüber wird derzeit noch diskutiert.

Ich habe hier im Blog ja schon eine Rückschau auf das Jahr 2013 im Nürnberger Tiergarten gehalten. Nun hat die Zooleitung – wie jedes Jahr Anfang Januar – selbst dazu eine Pressekonferenz abgehalten. Dabei kam natürlich auch der Besucherrückgang noch mal zur Sprache, über den ich hier ja auch schon geschrieben hatte. Damals war allerdings die positive Entwicklung, die sich im Dezember eingestellt hat, noch nicht abzusehen: Dieser Monat wird von den Besucherzahlen her als der beste in der Geschichte des Tiergartens verzeichnet werden – das milde Wetter hat sich offenbar günstig ausgewirkt. Die Millionengrenze wurde fast noch erreicht: Am Ende waren es 997 474 Besucher. Für die Zooleitung gibt es noch eine erfreuliche Meldung: Es wurden noch nie so viele Dauerkarten verkauft – nämlich 5800. Die rentieren sich beim fünften Tiergartenbesuch und sind daher für alle, die den Zoo am Schmausenbuck gern öfter mal besuchen, wirklich rentabel.

Zum Jahresende wurden am Schmausenbuck auch Tiere gezählt: 2972 Tiere aus 291 verschiedenen Arten wurden erfasst, darunter 216 Wirbeltier-Arten mit 2033 Individuen.

10 Kommentare in “Eine traurige und eine gute Nachricht

  1. La Bamba war eine liebenswerte betagte Brillenbärdame; im September habe ich noch Fotos von ihr gemacht, als sie genüßlich Erdnüsse verspeiste.
    Machs gut, alte Dame, du wirst mir fehlen!

  2. Wieder nur ungeprüft vom Tiergarten nachgeplappert. Denn LA BAMBA war NICHT das „älteste Exemplar ihrer Art in Europa“. Der männliche Brillenbär CICCIO starb im Zoo von Rom am 11.07.1991. Sein genaues Alter war: 38 Jahre, 6 Monate und 10 Tage. Fast 39 Jahre!!!!!

  3. Dann hätte der Zoo und Frau Wolf schreiben müssen: „Sie war von den in Europa noch lebenden Brillenbären die Älteste.“ Das geht aus „Sie war die älteste Brillenbärin Europas“ (Zitat Stadt Nürnberg), nicht hervor.

  4. Ob La Bamba die älteste Brillenbärin in europäischer Zoogefangenschaft war oder nicht, ist wirklich nicht sonderlich bedeutend. Wichtig erscheinbt mir was anderes: offenbar wurde sie im Alter von neuneinhalb Monaten(!), also als Bärenbaby, ihrer Mutter und Familie entrissen und von Basel nach Nürnberg verschubt. Solche Traumatisierung kann zu lebenslangem psychischem Leid führen. Ob dies bei La Bamba der Fall war, kann ich nicht beurteilen, da ich sie nie persönlich gesehen habe. Bei vielen anderen Zootieren, die mir persönlich bekannt sind, ist dies der Fall.

    • @Steve McClellan,
      da gebe ich Ihnen völlig recht. Aber vor über 30 Jahren wurde bei Zootieren noch ganz anders verfahren als heute, die Tierschutz-Vorschriften waren wesentlich laxer.

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