Alarmstufe dunkelrot!

Jetzt heißt es wirklich allmählich: Alarmstufe rot, wenn nicht schon dunkelrot! Westafrikas Löwen sind beinahe ausgerottet. Nur noch 250 erwachsene Exemplare – das heißt solche in einem Alter, in dem sie sich fortpflanzen können – und 150 Jungtiere leben dort noch laut Angaben von Panthera. Diese Tierschutzorganisation führt ein  Programm durch, mit dem über sechs Jahre hinweg die Löwen gezählt werden, die noch in Westafrika übrig sind. Dieses Ergebnis ist einfach niederschmetternd: Man stelle sich vor, nur noch 400 Löwen – ein wenig mehr als ein Prozent aller afrikanischen Löwen – in fünf Staaten! Und 90 Prozent davon leben nicht einmal in richtig „freier Wildbahn“, sondern im W-Arly-Pendjari-Reservat, das zwischen Benin, Burkina Faso und dem Niger liegt.

Das ist auch deshalb so besorgniserregend, weil zum Erhalt der Gesamtpopulation möglichst unterschiedliche Gensequenzen nötig sind. Die differieren bei den Löwen in West- und Zentralafrika von denen der Tiere im Süden und Osten des Kontinents.

Hauptursache für das Verschwinden der Löwen in Westafrika ist der Mensch, der ihre Jagdgebietezerstört, indem er landwirtschaftlich genutzte Flächen daraus macht. Der Mensch ist auch bei der Jahd nach Wild zum Konkurrenten der Löwen geworden. Obendrein jagen Viehzüchter Löwen, um ihr Nutzvieh vor den Raubkatzen zu schützen.

Während man in Ost- und Südafrika begriffen hat, dass sich auch mit Löwen Touristen für Safari-Urlaube anlocken lassen, die jede Menge Geld für den wirtschaftlichen Aufbau der Länder mitbringen, ist man in Westafrika noch nicht so weit. Bis man das gecheckt hat, könnte es für die Löwen zu spät sein.