Bratwürste in Bolsena

Letzte Woche habe ich hier ja schon darüber geschrieben, wie mich meine Vermieterin Germana kulinarisch verwöhnt. Zuletzt hat sie mir gekochte dicke Bohnen gebracht. Daraus habe ich mir „Pasta e fagioli“ gemacht, das vor allem im Norden Italiens sehr beliebte Gericht aus Nudeln und Bohnen. Es war so viel, dass es für zwei Abendessen gereicht hat.

Aber nicht nur Germana ist um mein leibliches Wohl besorgt – auch Freunde zu Hause in Nürnberg haben mir vor meiner Abfahrt nach Bolsena eine Art Notration mit auf die Reise gegeben: Nürnberger Bratwürste und Sauerkraut,  beides (getrennt) in Folie eingeschweißt. Die Päckchen muss man nur ins heiße Wasserbad geben und zehn Minuten lang darin erhitzen. Da es seit einigen Tagen hier in Mittelitalien fast winterlich kalt geworden ist, dachte ich mir: Das ist das richtige Essen bei diesen Temperaturen! Und so gab es gestern Abend bei mir zum ersten Mal kein italienisches Gericht, sondern „Broatwörscht mit Sauerkraut“. Ich war ein wenig skeptisch, wie die eingeschweißten Würste und das Kraut wohl schmecken würden – aber ich muss sagen: Ich war angenehm überrascht! Das Kraut war richtig würzig, die Würstchen auch. Allerdings werde ich die nächste Portion doch in der Pfanne braten, oder, wenn das Wetter besser ist, auf den Grill legen. Denn geschmacklich waren sie zwar äußerst passabel, aber es fehlte einfach die rösche Kruste.

In der Packung sind sechs Portionen enthalten – also für jeden Monat meines Aufenthalts in Bolsena eine (im August verzichte ich lieber darauf). Bei der köstlichen Küche hier in den Restaurants brauche ich auch nicht öfter Spezialiäten von zu Hause. Am Samstag gehe ich zum Beispiel mit Freunden mittags zum Essen. Sie haben verschiedene Fische aus dem Bolsena-See vorbestellt, außer dem schon erwähnten „coregone“ auch „anguilla“ (Aal), „pèrsico“ (Barsch), „tinca“ (Schleie) und die sardinenähnlichen kleinen „laterini“. Ich bin mal gespannt, was der Koch draus macht!