Die "Bläih" in Bolsena

Es grünt und blüht, wohin man sieht: Bei meinen Spaziergängen in die Hügel über Bolsena kann ich richtig zuschauen, wie die Natur erwacht. Auch wenn das Wetter hier offenbar schlechter ist als zu Hause in Mittelfranken – die Pflanzenwelt schert sich wenig drum. Gestern ist mir auf einer Wanderung plötzlich der Duft von frisch gemähtem Gras in die Nase gestiegen, und ein Stück weiter habe ich einen Bauern beim ersten Heumachen des Jahres gesehen.

Als Liebhaberin der Fränkischen Schweiz habe ich mir gleich überlegt, wie es daheim wohl um die Kirschblüte steht. Ob sie schon begonnen hat? Hier ist es jedenfalls schon so weit: Pflaumen- und Pfirsichbäume blühen weiß und rosa. Und da fühle ich mich doch gleich heimisch und denke mir: „Gemmer naus in die Bläih!“ Durch meine langjährige Arbeit in der Lokalredaktion der „Nürnberger Zeitung“ bin ich diesbezüglich einfach geprägt: Beim Begriff „Bläih“ fällt mir sofort unser fränkischer Conférencier und Mundartdichter Egon Helmhagen ein, der früher jedes Jahr um diese Zeit in einer seiner „Plaudereien“ in der NZ einmal über die „Bläih“ geschrieben hat.

In Kalchreuth ist es wahrscheinlich noch nicht ganz so weit – hier kann ich jetzt schon „naus in die Bläih“ gehen. Und das werde ich jetzt gleich wieder machen!