Nein, bitte nicht schon wieder Peta!

Die Tierschutzorganisation Peta gibt eine Pressemeldung heraus – und schon hat sie es wieder geschafft, in die Medien zu kommen. Mit einer eigentlich unglaublichen Forderung, aber das scheint manchen Presseorganen egal zu sein: Die Tierrechtler beschweren sich diesmal, dass sich die Nürnberger Stadtreklame weigert, Plakate gegen den Nürnberger Tiergarten aufzuhängen – und das obendrein zu stark verbilligten Preisen. Die Peta-Leute stellen das als Eingriff in die Meinungsfreiheit dar. Ich frage mich wirklich, was sich die Vertreter dieser Organisation einbilden: Dass die Stadtreklame Werbung gegen eine stadteigene Einrichtung – in diesem Fall den Tiergarten – macht?

Um folgendes Problem geht es: Peta wollte ein Plakat an mehreren Stellen in Nürnberg über die Stadtreklame GmbH veröffentlichen. Auf dem Plakat ist ein Delfin zu sehen und der Slogan: „Die Größe meines Beckens beträgt 0,0001 Prozent meines natürlichen Lebensraumes. Bitte kaufen Sie kein Ticket für das Delfingefängnis.“  Diese Kampagne gegen den Zoo am Schmausenbuck sollte vor Beginn der Sommerferien gefahren werden, um jeden, der das liest, von einem Besuch des Tiergartens abzuhalten. Offenbar hat Peta das Ganze geschickt eingefädelt, indem die Anfrage an die Stadtreklame nicht im Namen der Organisation selbst, sondern über einen Mittler erfolgte. So stellt es jedenfalls der Geschäftsführer der Stadtreklame laut Presseberichten dar. Und der Gipfel der Unverfrorenheit: Die Stadtreklame sollte die Plakate angeblich auch noch kostenlos aufhängen. Als sich die Stadtreklame weigerte, gab es wohl weitere Gespräche, bei denen Peta einen Preisnachlass von 80 Prozent verlangt haben soll. Der Geschäftsführer der Stadtreklame lehnte das rundheraus ab – wen wundert es?

Und nun kommt wieder die altbekannte Tour, nach deren Muster Peta immer vorgeht: Es werden massive – unberechtigte – Vorwürfe erhoben, in diesem Fall gegen die Stadtreklame, deren Vertretern Peta einen Angriff auf die Meinungsfreiheit vorwirft. Der Geschäftsführer der Stadtreklame, Christian Vogel, hat angekündigt, möglicherweise gerichtlich gegen die Tierrechtler vorzugehen.  – Ich wünsche ihm dabei viel Erfolg, mag aber nicht recht daran glauben, denn irgendwie schaffen es die Peta-Leute immer wieder, sich aus solchen Lagen herauszuwinden.

10 Kommentare in “Nein, bitte nicht schon wieder Peta!

  1. Dafür ist die Fanbase von nachdenkfaulen Menschen einfach zu riesig, die dann auch noch der PeTA nachlaufen. So traurig das auch immer ist.

    Was bleibt da einem als Alternative über? Sich wundern und die ignorieren und trotzdem in den Tiergarten gehen…der Erfolg gibt der Leitung des Tiergartens unumwogen Recht und wenn ich alleine daran denke, wie voll es immer im letzten Jahr im Sommer war, WENN das Wetter mitgespielt hat…dann kann es mit der Zustimmung der PeTA nicht weit her sein. Und das tröstet einen doch.

    Was ich jedoch sehr gerne sehen würde? Eine neue Plakatkampagne für den Tiergarten! Auch wenn ich das Biergarten Motiv aus dem letzten Jahr immer noch witzig finde, ist es doch inzwischen wirklich alt.

    LG,

    Stephan

  2. Dass die Stadtreklame Werbung gegen eine stadteigene Einrichtung aufhängt (nicht „macht“!), wäre ja nicht weiter abwegig, da die Stadtreklame Nürnberg GmbH ein Privatunternehmen ohne jegliche Abhängigkeit von der Stadt Nürnberg ist. Dass PETA es jedoch als Eingriff in die Meinungsfreiheit wertet, wenn ein Privatunternehmen seine Dienste nicht umsonst oder zumindest zu stark reduzierten Preisen anbietet, ist jedoch arg weit hergeholt. Damit haben sich die PETA-Kämpfer mal wieder selbst ins Bein geschossen.

  3. ich weiß jetzt nicht, was man da falsch verstehen kann…
    außer man will es falsch verstehen, weil man schon so anti drauf ist…
    war einer bei den verhandlungsgesprächen mit herrn vogel dabei? wohl eher nicht… wissen wir, wie das gespräch abgelaufen ist – nein…
    wissen wir, ob vielleicht das ganze auf spendenbasis abgewickelt hätte werden können/sollen – nein…
    es ging lediglich darum, die botschaft „das delfinarium aus xy gründen“ nicht zu besuchen… mehr nicht, weniger auch nicht…
    denkt mal drüber nach
    miriam

  4. Warum macht Peta nicht Werbung in eigener Sache? Warum werben sie nicht dafür, möglichst viel Geld dem Verein zu spenden, damit er noch mehr Tiere in seinen US-Tierheimen töten kann?

    Im Gegensatz zu unseren Tierheimen tötet Peta nämlich in deren Tierheimenin den USA massenweise Tiere, die krank, alt oder nach Ansicht von Peta „nicht vermittelbar“ sind.

    Auch bei anderen Aktionen von Peta wird klar, was die eigentlich wollen – eine tierfreie Erde, auf der sich der Mensch nur noch von Pflanzen ernährt. Anders kann man es nicht sehen, wenn Peta mal wieder gegen Zoos vorgeht, die Arterhaltung dort kritisiert und fordert, Zoos doch alle zu schliessen und die Tiere in Freiheit ausrotten zulassen (und die Zootiere bringt man am Besten um, wenn man sie nicht mehr auswildern kann)

    Ach ja, und wenn man eine Ware oder Leistung nicht zahlen will und das Ganze dann „Eingriff in die Meinungsfreiheit“ ist. Toll. Ich muss jetzt eh gerade zum EInkaufen. Mal sehen, ob ich der Person an der Kasse das auch beibringen kann, dass ich nix oder nicht mal die Hälfte für ColaWurst&Käse zahlen möchte und wenn ich es nicht bekomme, häng ich den Supermarkt wegen „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ hin….

  5. Zitat: „Der Stadtreklame-Geschäftsführer und SPD-Fraktionsvorsitzende Christian Vogel…“ oder „Christian Vogel wird Bürgermeister…“. Das ergibt doch noch einmal eine ganz andere Sichtweise auf den „uwo-Kommentar“ wenn die unabhängige Journalistin Wolf diese Fakten ihren LeserInnen (bewusst oder unbewusst) nicht unterschlagen hätte. Nicht das es wichtig wäre, aber es geht ja um eine vielseitige Meinungsbildung! Ach ja! Ist es nicht Bestandteil eines JournalistInnen-Ehren-Kodex, auch die andere Seite zu Wort kommen zu lassen?

  6. Wieder mal die an Oberflächlichkeit und billigen Sarkasmus triefenden Beiträge der Zoo-Befürworter und Fleischliebhaber.
    Lasst es euch ins Stammbuch schreiben: Tiere zum Vergnügen der Besucher einzusperren, dies gut zu heißen und dann noch willkürlich Fisch, Fleisch, Eier usw. essen – sind ja plötzlich nur Nutztiere, ist ein Widerspruch in sich!
    Aber Ehrlichkeit sich selbst gegenüber sowie eigene (liebgewonnene) Gewohnheiten aufgeben bzw. ändern ist halt nicht jedermanns Sache – da greift man lieber tief in die Kiste der Banalitäten und Wischiwaschi-Argumente!

  7. PETA hat sich nun zu den Vorwürfen des Geschäftsführers der Werbefirma „Stadtreklame“ Christian Vogel geäußert. Herr Vogel hatte die Ablehnung, Anti-Delfinarien-Plakate im Nürnberger Stadtgebiet aufzuhängen, mit der angeblichen Forderung von PETA nach weitgehender Kostenfreiheit begründet. Außerdem sei PETA nicht direkt, sondern über einen „Mittler“ an die Stadtreklame herangetreten, was PETA in einem unseriösen Licht erscheinen ließ. Nun stellt sich heraus, dass der „Mittler“ eine Agentur war, die im Auftrag von PETA nach einem Anbieter gesucht hat, also kein „Strohmann“, sondern ein normaler geschäftlicher Vorgang. Weiterhin stellt sich nun heraus, dass der Grund für die Ablehnung die Befürchtung war, der Tiergarten könne auf Grund der Plakate wirtschaftlichen Schaden nehmen. Wer denn nun hinter der Ablehnung steckt, bleibt bisher im Dunkeln – soviel zur eigenen Transparenz. Schon interessant, dass man die Wahrheit „Die Größe meines Beckens beträgt 0,0001 Prozent meines natürlichen Lebensraumes.“ (geplanter Plakattext) so fürchtet.
    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/nuernberg/peta-weist-vorwurfe-wegen-plakaten-zuruck-1.3583227

  8. Die Prosa von Frau Wolf ist doch nichts weiter als die Verteidigung für den Nürnberger Tiergarten weiter mit eingesperrten, ruhig gestellten hochintelligenten Meeressäugern in Form von Delphinen viel Geld verdienen zu dürfen.

    Wahrheiten sind hier unerwünscht!!!

    Es geht wie immer nur um Profit und Rechtfertigung einer Institution die „aus dem grauen Mittelalter“ stammt, aber nichts mehr mit dem Jahre 2014 zu tun hat, wo Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Tierschutz im Vordergrund steht. Doch diese Zusammenhänge scheinen dieser Dame gänzlich fremd bzw. scheint Sie weder die entstehenden Kollateralschäden zu verstehen, noch die Zusammenhänge! Ein Armutszeugnis eben, aber die 30 Millionen Baukasten müssen ja wieder reingeholt werden und das mit „Sklavenarbeit“!

  9. Jede Aktion gegen dieses Delfin-Grab ist eine gute Aktion! Auch wenn das Frau Wolf und ihren Interessen vielleicht im Weg stehen mag.

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