Schleppnetze – eine wahre Pest!

Tierschützer warnen schon lange davor, doch nun ist es auch wissenschaftlich bewiesen: Die Fischerei mit Grundschleppnetzen ist eine Form der Fischerei, die sich extrem schädlich auf das Leben in der Tiefsee auswirkt. Dazu haben jetzt internationale Forscher am Institut für Meereswissenschaften in Barcelona eine Studie vorgelegt. Demnach verringern sich in Gebieten, wo hauptsächlich mit dieser Methode gefischt wird, das organische Material und die Zahl der kleineren Lebewesen auf dem Meeresgrund, außerdem nimmt die Artenvielfalt deutlich ab. Die Forscher haben für ihre Studie einen Abschnitt vor der Küste im Nordosten Spaniens untersucht.

Klar: Mit Grundschleppnetzen kann man am effektivsten gefragte Fische und Meeresfrüchte wie Schollen, Seezungen oder Garnelen fangen. Aber für die Umwelt hat diese Wirtschaftlichkeit fatale Folgen. Die trichterförmigen Fangsäcke werden von einem oder auch mehreren Schiffen gezogen. Dabei werden schwere Gewichte und Taue über den Meeresboden bewegt, und es kommen Scherbretter zum Einsatz, die ein enormes Gewicht besitzen. Wenn solche Instrumente auf dem Meeresboden entlangschrammen, graben sie Furchen in den Grund und wirbeln Sediment auf.

Bei der Studie untersuchten die Wissenschaftler einen 40 Kilometer langen unterseeischen Canyon namens La Fonera. An dessen Nordseite boomt die Grundschleppnetz-Fischerei, mit der dort vor allem Jagd auf Tiefsee-Garnelen gemacht wird. An der Südseite des Canyons dagegen kommt diese rücksichtslose Methode kaum zum Einsatz. Die Forscher haben den Zustand des Meeresbodens in beiden Gebieten miteinander verglichen. Dort, wo die Grundschleppnetze verwendet werden, enthält der Meeresboden deutlich weniger organisches Material, und die Zahl der kleinen Bodenlebewesen wie etwa verschiedener Fadenwurmarten ist wesentlich geringer, ebenso die Artenvielfalt. Die Wissenschaftler gehen so weit, die negativen Folgen der Grundschleppnetz-Fischerei mit denen zu vergleichen, die an Land durch rücksichtlose Bodenabtragung entstehen.

Die Sache ist nur die: Auch wenn diese Forscher mit Recht auf die ökologischen Gefahren der Grundschleppnetze hinweisen, nützt das wenig, solange eine derartige Fischereiwirtschaft nicht gesetzlich eingeschränkt wird. Appelle von Wissenschaftlern reichen dafür nicht aus. Da muss sich grundsätzlich an den Vorschriften und an Strafen bei Verstößen dagegen etwas ändern – und natürlich auch am Verhalten der Verbraucher.

1 Kommentar in “Schleppnetze – eine wahre Pest!

  1. Wie wäre es, keine Fisch mehr zu essen? Das einfachste Mittel der Welt, sich als Verbraucher nicht mehr an der Ausbeutung der Natur und dem Artensterben zu beteilliegen. Und was noch einmal gibt es in Tiegarten Nürnberg in den Restaurants eigentlich zu essen? Was essen die meisten Zoobesucher zu Hause? Und der Irrglaube wird auch noch verbreitet, dass „nachhaltige Fischerei“ den ganzen Bedarf und Verbrauch decken könnte. Und selbst an den MSC-Zertifikate gibt es immer mehr Kritik.

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