Gottes Segen für Tiere

Ökumenischer Tiergottesdienst in TrierSo religiös die Menschen hier in Bolsena (nur gut 100 Kilometer entfernt vom Zentrum der Katholischen Kirche in Rom) auch sein mögen – das würde ihnen wohl niemals einfallen: einen Gottesdienst für Tiere abzuhalten.

In Deutschland dagegen, wo die Kirchenbesucher im Gegensatz zu hier immer weniger werden, sind Tiergottesdienste im Kommen. Egal, ob Hund oder Katze, Goldhamster, Zwergkaninchen oder Wellensittich – Tierbesitzern ist es offenbar wichtig, dass auch ihre tierischen Schützlinge Gottes Segen erhalten. Die Herrchen und Frauchen erhoffen sich vom Besuch solcher Veranstaltungen, dass ihre Lieblinge gesund bleiben und möglichst lange leben.

In manchen Städten werden schon regelmäßige Tiergottesdienste organisiert; meist kümmern sich die örtlichen Tierschutzvereine darum. Katholische Priester, die das Ganze zelebrieren, stehen auf dem Standpunkt, dass Tiere genauso Teil der Schöpfung sind wie Menschen. Für sie sind Tiersegnungen deshalb nichts Besonderes, sie gehören schließlich längst zur Tradition. Denn früher ließen die Bauern häufig ihre Nutztiere segnen, um sie vor Krankheiten, Seuchen oder sonstigem Unheil zu schützen. In der Evangelischen Kirche stand man Tiergottesdiensten bisher eher reserviert gegenüber. Aber auch dort scheint sich jetzt die Einstellung zu ändern; man hat erkannt, dass für viele Menschen Tiere als Gefährten und Begleiter eine immer wichtigere Rolle spielen. In einigen Städten – wie etwa in Trier, wo auch das Foto oben entstand – hat es sich als praktisch erwiesen, Tiergottesdienste als ökumenische Veranstaltung anzubieten.