Windkraft killt Fledermäuse

WindräderDas ist ein Thema, bei dem ich sehr zwiegespalten bin: Eigentlich finde ich Strom aus Windkraft natürlich gut. Doch dass in den Rotorblättern dieser Windräder jedes Jahr Tausende von Fledermäusen den Tod finden, ist die Schattenseite der Medaille. Nun haben Fachleute des in Berlin ansässigen Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung herausgefunden, dass nicht nur die bei uns heimischen Fledermäuse auf diese Weise gekillt werden, sondern auch verschiedene Fledermausarten, die in Nordosteuropa leben und sich im Herbst in ihre Winterquartiere im Süden aufmachen und dabei Deutschland durchqueren.

Die Forscher haben dafür Große Abendsegler untersucht, die in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tot bei Windkraftanlagen gefunden wurden, und zwar in einem Zeiteaum von zehn Jahren. Haarproben der toten Tiere gaben Aufschluss über ihre Herkunft: Die Proben gelten als „geografischer Fingerabdruck“ und zeigten, dass über ein Viertel der getöteten Tiere aus Gebieten wie dem Baltikum, Russland, Weißrussland und Polen stammte. Die Fledermäuse sind den Wissenschaftlern zufolge nicht in der Lage, die schnellen Umdrehungen der Rotorblätter wahrzunehmen, um ihnen ausweichen zu können. Mit der traurigen Folge, dass die Tiere erschlagen werden, dass sie schwere Knochenbrüche davontragen oder dass durch den hohen Luftdruck innere Organe zerfetzt werden.

Fledermäuse gehören zu den laut Naturschutz streng geschützten Arten – sowohl die bei uns heimischen Arten als die anderen in Europa vorkommenden. Deshalb weisen die Forscher zu Recht auf die Verantwortung hin, die Deutschland gegenüber diesen Tieren hat. Besonders schlimm ist es, dass ausgerechnet junge und weibliche Fledermäuse die größte Zahl der Todesopfer ausmachen. Denn das wirkt sich natürlich sehr schlecht auf die gesamte Population aus. Die Wissenschaftler sind sich allerdings nicht einig darüber, wie viele Fledermäuse jedes Jahr an deutschen Windrädern zu Tode kommen. Die geschätzte Zahl reicht von einigen Tausend bis weit über 100 000. Aber auf jeden Fall ist jedes tote Exemplar eines zu viel.

Die Forscher haben sich bei diesem Problem nicht damit begnügt, auf die traurige Tatsache hinzuweisen. Sie haben auch versucht, einen Ausweg zu finden. Der Tipp der Wissenschaftler ist folgender: Die Windräder sollten sich nur bei wirklich kräftigem Wind drehen, denn bei solchen Verhältnissen fliegen die Fledermäuse nicht. Inwieweit dieser Vorschlag zu realisieren ist, kann ich allerdings nicht beurteilen. Aber einen Versuch wäre es jedenfalls wert.

2 Kommentare in “Windkraft killt Fledermäuse

  1. Nunja, grundsätzlich kann man schon ein Windrad nur bei hohen Windgeschwindigkeiten mitdrehen lassen, das würde jedoch die bisherigen Bemühungen der Windkraft nur halbwegs sowas wie eine Grundlastfähigkeit zuzugestehen komplett ins absurde führen lassen, da der nutzbare Bereich eines Windrades nur noch sehr schmal ist:

    Bläst nämlich der Wind ZU Stark, muss das Windrad meines Kenntnisstandes nach komplett abgeschaltet werden, um die Mechanik zu schützen…wie soll man dann noch halbwegs zuverlässig Energie gewinnen können? Indem man weiterhin fossile Kraftstoffe verbrennt?

    Egal wie man es macht…man macht das verkehrte…leider.

  2. Hallo,
    so viel ich weiß, halten sich Fledermäuse vor allem in Kirchtürmen oder weiteren Türmen auf. Auf Stromlinienmasten habe ich noch keine Fledermäuse gesehen.

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