Jetzt geht es nur noch um das Eine

samursexneuSeit 14 Monaten lebten sie in derselben Anlage im Raubtierhaus des Nürnberger Tiergartens, doch „getrennt von Tisch und Bett“- ich erlaube mir hier diesen Ausdruck, auch wenn es sich nicht um Menschen, sondern um Sibrische Tiger handelt: Katinka und Samur, zwei wahre Prachtexemplare ihrer Art. Zu jung sind die beiden jungen Raubkatzen bisher gewesen, um als Paar  zusammenzuleben, ohne dass es sozusagen zu Mord und Totschlag geführt hätte. Denn Tiger sind in freier Wildbahn Einzelgänger, die sich einander nicht grün sind. Selbst Weibchen und Männchen treffen sich nur, wenn es ihnen um das Eine geht, das im Tierreich an oberster Stelle steht: sich vermehren, um als Art zu überleben.

Die dreijährige Katinka und der um ein Jahr jüngere Samur kamen über das Europäische Arterhaltungsprogramm EEP an den Schmausenbuck, auf dass sie dort wachsen, gedeihen und sich mehren mögen. Letzteres scheiterte bislang daran, dass die aus Moskau stammende Tigerdame als gleichzeitig kratzbürstiger und scheuer Typ gilt und deshalb nicht auf den gutmütigen Kater aus dem Wuppertaler Zoo losgelassen werden konnte. Seine „Zukünftige“ war Samur ihm auch körperlich überlegen.

Doch nun ist Katinka rollig und damit bereit zur Empfängnis, Samur ist fast ausgewachsen; die zwei sind geschlechtsreif. Es kann also losgehen – richtiger: Es ist schon losgegangen. Katze und Kater haben in jeder Hinsicht Gefallen aneinander gefunden und gönnen sich kaum eine ruhige Minute. Wenn sie sich weiter so stark zueinander hingezogen fühlen, dürfen sie ihre „Flitterwochen“  ungestört und allein im Raubtierhaus verbringen – ohne die indiskreten Blicke der Besucher: Die müssen nämlich erst mal draußen bleiben.

Die Löwen wohnen in den nächsten Tagen und Nächten in der Außenanlage und überlassen das Tigerpaar im Raubtierhaus seinem Liebesglück – kein Problem für asiatische Löwen, schon gar nicht in diesem milden Winter. Jetzt brauchen sie sich die Aufmerksamkeit der Besucher einmal nicht mit den attraktiven Tigern zu teilen. – Nennt man so etwas eine Win-Win-Situation? Ich glaube, ja.

4 Kommentare in “Jetzt geht es nur noch um das Eine

  1. Was Du an der Stelle noch ein wenig übersiehst ist all das genöle, was vorher jahrelang über die beiden zu hören war. Von einen angeblich durch eine unvorsichtige Pflegerin verschuldeter abgebrochener Zahn (was sich, wenn man nachfragt dann auch wieder als Schmarrn herausstellte!) hinüber zu sogenannten Fluchtversuchen und der immer wieder gleiche Mär: „Das geht schief!“.

    Glücklicherweise – und das betone ich GANZ außerordentlich – hat man sich nie beirren lassen und hat Ruhe und Geduld bewahrt und genau DAS ist das Lohn dafür.

    Der Tiergarten samt deren Mannschaft kann überaus stolz auf sich sein: So sieht effektives Marketing und PR gegenüber genöle aus: Eine schwere Schlappe und Ohrfeige zugleich. So denn: Gönnen wir den beiden das Glück, wünschen wir uns, dass die beiden auf Ewig aneinander gefallen finden und dann…ja dann erfreue ich mich bald wieder an den beiden. Ich freu mich drauf!

  2. Das „Genöle“ habe ich nicht übersehen – ich kann aber nicht in jedem Beitrag über den Tiergarten die jahrelange Vorgeschichte erzählen – da würden die meisten Leser wohl frühzeitig aussteigen!

  3. Lieber Stephan,
    mir geht es allein um die Tiere, doch das wirst Du nie kapieren. Marketing und PR für den Tiergarten, darum geht es Dir also.
    Mich freut es riesig, dass sich KATINKA nun mit SAMUR versteht. Denn wenn es ihr gut geht, dann geht es auch mir gut.

    Frau Wolf, auch Tiere haben eine Persönlichkeit. Dies hat KATINKA eindrucksvoll in den letzten 1 ½ Jahren bewiesen. Die aus Moskau stammente Tigerin? KATINKA stammt von zwei wilden Tigern ab und dort hätte sie auch wieder hingehört.

  4. @Rund um und im Tiergarten Nürnberg

    Auch mir geht es in erster Linie um die Tiere, wie Sie in den Beiträgen meines Blogs jederzeit nachlesen können. Und ich finde auch, dass man Tierpersönlichkeiten wie Katinka respektieren muss, das versteht sich ja wohl von selbst.
    Zu Katinka: Sie wurde am 7. Mai 2011 im Zuchtzentrum für bedrohte Tiere des Moskauer Zoos geboren; diese Einrichtung liegt rund 100 Kilometer außerhalb Moskaus. Im Blogtext habe ich mir erlaubt, das etwas zu verkürzen, damit der Beitrag nicht zu lang – und damit für die Leser zu langweilig! – wird. 100 Kilometer darf man bei einem Land der Dimensionen Russlands sicherlich vernachlässigen.

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