Weltrekord im Pazifik

grauwalIch gehöre normalerweise zu den Leuten, die es mit Rekorden oder – noch schlimmer – dem „Guinnessbuch der Rekorde“ – überhaupt nicht haben. Anders sieht das aber bei Rekorden aus, die Tiere erreicht haben. Und da hat mich jetzt die Leistung eines neun Jahre alaten Grauwal-Weibchens schwer beeindruckt. Es legte im Pazifischen Ozean in 172 Tagen eine Strecke von sage und schreibe 22 511 Kilometern zurück – die längste Distanz, die Menschen je bei einem Säugetier dokumentiert haben. Erst schwamm es innerhalb von 69 Tagen von der Küste der russischen Insel Sachalin bis vor die mexikanische Küste – 10 880 Kilometer -, danach kehrte das riesige Tier um und kam fast ein halbes Jahr später wieder dort an, wo es gestartet war. Dabei nahm es einen anderen Rückweg, was für seine hoch entwickelte Orientierungsfähigkeit spricht. Die bewundern auch die US-Forscher in ihrer Studie, die im britischen Fachmagazin „Biology Letters“ veröffentlicht wurde.

Wale überwinden so weite Entfernungen übrigens nicht aus Jux und Tollerei oder aus der Freude an Bewegung, wie es uns so mancher „Walfreund“, zum Beispiel vom WDSF, glauben machen will. Vielmehr tun die Tiere das, um in dem anderen Teil des Ozeans zu überwintern. Die Biologen aus den USA hatten sieben Grauwale mit Spezialsendern ausgestattet, die Signale übermitteln. Damit konnten sie verfolgen, wie die Wale durchs Meer ziehen – allen voran „Varvara“, wie die Wissenschaftler das Tier für sich genannt haben.