Heuer ist ein echtes Ohrwurm-Jahr

OhrenkneiferWahrscheinlich liegt es an der Hitze: In diesem Sommer gibt es so viele Ohrwürmer wie schon lange nicht mehr. Anlass genug für mich, ihnen in meinem Blog einen Beitrag zu widmen. Warum diese Insekten „Ohrwurm“ heißen, weiß niemand so genau. Denn der Ohrwurm ist ja kein Wurm. Und er hat auch nichts mit Ohren zu tun – obwohl es bei vielen Leuten nicht aus dem Kopf zu bekommen ist, dass Ohrwürmer in die Ohren krabbeln. Das ist jedoch ein Ammenmärchen. Manche Experten sind der Ansicht, der Name stamme aus der Zeit vor etwa 2000 Jahren, als Ohrwürmer zu Pulver zermahlen wurden, das dann als Medizin bei Ohrschmerzen oder Taubheit verabreicht wurde. Eine andere Erklärung ist folgende: Die Zangen am Hinterleib der Tiere ähneln einem Nadelöhr. Daraus sei ursprünglich der Name „Öhrwurm entstanden. Später wurde dann aus „Öhr“ eben „Ohr“.

Es gibt im Volksmund verschiedene andere Namen für die Tiere. Bei uns in Franken heißen sie „Ohrenhöllerer“ bzw. „Ohrenhüllerer“. Ein NZ-Kollege hat mir gerade erzählt, seine – ebenfalls fränkische – Oma habe die Tierchen immer als „Schwoabn“ (hochdeutsch:  „Schwaben „) bezeichnet. In manchen Gegenden nennt man sie auch „Ohrenzwicker“ oder „Ohrenkneifer“. Wissenschaftlich heißen sie „Forficula auricularia“, was so viel wie „Gemeiner Ohrwurm“ bedeutet.

Was auch ich bisher nicht wusste: Ohrwürmer können fliegen und zählen deshalb zu den Fluginsekten. Nun wird mir klar, warum ich kürzlich während einer Einladung bei Freunden, an einem lauen Sommerabend auf der Terrasse, plötzlich einen Ohrwurm auf dem Teller hatte. Übrigens: Diese Sechsfüßer sind trotz ihrer kleinen Zange am Hinterleib, die ein wenig an einen Skorpion erinnert, völlig harmlos.