Duisburger Delfinbaby tot

Delfinbaby_DuisburgDas wird die Delfinariumsgegner in der Republik wieder zur Höchstform auflaufen lassen: Am Sonntag starb das eine Woche alte Delfinbaby im Duisburger Zoo. Die Tochter von Delfinmutter Pepina hörte plötzlich auf zu atmen und war binnen Sekunden tot.  Nach fünf erfolgreichen Delfinaufzuchten in den letzten Jahren ist dieser Todesfall ein trauriges Ereignis im Delfinarium des Zoos. „Absolut nichts deutete auf eine Erkrankung hin“, heißt es auf der Website des Zoos, und weiter: „Im Gegenteil, das kleine Mädchen, welches bei seiner Geburt 18,2 kg wog, hatte innerhalb einer Woche bereits 3,2 kg zugenommen.“

Die 34 Jahre alte Pepina ist eine sehr erfahrene Delfinmutter, die sich vorbildlich um ihr Kleines kümmerte. Sowohl das Atemverhalten des Jungtiers als auch das Säugeverhalten seien ganz normal gewesen, ließ der Zoo wissen. Täglich habe man das Kleine untersucht und Blut entnommen – auch dabei seien keine Unauffälligkeiten festgestellt worden. Ganz im Gegenteil: Der Antikörperspiegel sei sehr hoch gewesen, was auf eine ausreichende Aufnahme der wertvollen ersten Muttermilch in den ersten Lebensstunden hinweise. Das Delfinkalb habe, seinem Cortisolspiegel nach, außerdem nicht unter Stress gestanden, sondern sei völlig entspannt gewesen.

Keiner kann sich den plötzlichen Tod des Tieres erklären. Sein Kadaver wurde zur pathologischen Untersuchung an eine veterinärmedizinische Hochschule gebracht. Zwar ist bekannt, dass auch im Freiland die Sterblichkeitsrate bei neugeborenen Delfinen wegen deren noch nicht gegebenen Immunitätsstatus sehr hoch ist. Doch das  kann weder die Tierpfleger noch die Zooleitung in Duisburg trösten. Sie fürchten nun auch, dass sie wieder einmal mit einer Flut haltloser Anschuldigungen von selbsternannten Delfinschützern konfrontiert werden.

3 Kommentare in “Duisburger Delfinbaby tot

  1. Das war auch mein erster Gedanke, als ich die traurige Nachricht las: Wasser auf die Mühlen der Tier“schützer“.
    Aber dann habe ich das ausgeblendet, mir tut es nur entsetzlich leid um das kleine Delfinkind. Es ist immer traurig, wenn ein Lebewesen stirbt, und das Kleine schien so munter zu sein. Ich kann mir kaum vorstellen, wie traurig die Delfinpfleger in Duisburg sein müssen.

    Aber ist es nicht traurig, dass man bei so einer Nachricht zuerst an die Reaktion der ewigen Nörgler und Besserwisser denkt? Wir sollten wirklich versuchen, der Vernunft mehr Raum zu geben!
    Traurige Grüße
    heidi_z

  2. Das ist tieftraurig. Und schon wieder kommt der Hagener „Alleswisser“ und stellt angesichts der Ferrari-Ausstellung am Sonntag im Zoo die Frage „“Hat der unerträgliche Lärm zum Tod des Delfinbabys beigetragen?“

    Anstatt zu trauern, scheint ihm aber nur eines wichtig. Der Streit mit dem Zoo. „Der Streit zwischen dem Zoo und dem WDSF geht weiter.“ schreibt er und verweist auf eine angeblich „einstweilige Verfügung“, die er gestellt hat. VOR EINER WOCHE!!!!

    Selbst wenn die Gerichte extrem langsam arbeiten, was ich nicht glaube, müsste eienn“einstweilige Verfügung“ schon längst durch sein.

    Was bleibt? Das übliche Phrasendreschen!!!

    Beides ist angesichts des Todes eines Delfins (für den ja von Tierrechtlern immer wieder Menschenrechte gefordert werden) in höchstem Maße unseriös und geschmacklos!

  3. Heidi, diese Einstellung finde ich nachahmungswert! Sehr sogar!

    Weil mal im Ernst: WEN interessiert es, was exponierte Personen oder Gesellschaften sagen? Ich hab alleine wieder am Sonntag gesehen – in „meinen“ Tiergarten – wie sehr die Massen es in den Tiergarten zieht. Es interessiert sich kaum jemand für haltlose Behauptungen, so wie es bereits heute wieder hieß, dass eine Ausstellung von Ferrari Sportwagen ja dafür verantwortlich gewesen sei, dass das kleine verendet ist.

    Wie das gehen soll, wenn die Motoren noch nicht mal liefen geschweige denn hochgedreht wurde (was keiner, der sein Fahrzeug wirklich liebt, macht), der Argumentation bleibt man natürlich wieder schuldig.

    Nein, ich stehe zu den Pflegern, die nun eine schwere Zeit mitmachen müssen und ich hoffe sehr, dass die immergleichen Stimmen dort hin gedrängt werden, wo sie hingehören: In die Bedeutungslosigkeit.

    DENN: Was man nicht von der Hand weisen kann ist, dass das kleine Delfinweibchen in der kurzen Zeit, die es hier auf der Welt lebte, viel Liebe und Fürsorge erfahren hat…etwas, was so vielen Wesen auf dieser Welt versagt bleibt. Und das ist etwas, worauf das Team zu Recht stolz sein darf.

    Traurige Grüße,

    Stephan

Kommentarfunktion geschlossen.